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Untote Beichte

Daily Deviation
Zitruseis's avatar
By Zitruseis   |   
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Ramona war perfekt. Evan hätte die ganze Welt absuchen können, ohne eine bessere zu finden.

Sie war siebzehn, hochgewachsen und hatte nussbraune Augen, die sanfter wirkten, als ihr wahrscheinlich lieb war. Sie hatte außerdem einen sehr zarten Hals, aber Evan war sehr bemüht, das nicht allzu sehr zu beachten. Es war ihr wichtig, anders zu sein, und das demonstrierte sie fast schon aggressiv, indem sie ihr Haar im Zweiwochentakt in einer neuen Farbe des Regenbogens färbte, Musik hörte, die alten Menschen Angst machte, und demonstrativ die Nase rümpfte, wenn aktuelle Modeerscheinungen zur Sprache kamen. In ihrer Klasse war sie das einzige Mädchen, das lernte, mit Einsen und Nullen Magie zu praktizieren, und sie liebte über diese Spiele, welche die jungen Leute alleine mit sich selbst vor einem Fernsehapparat spielten. Stundenlang konnte sie darüber sprechen und Evan hörte liebend gern zu, ohne ihr vollkommen zu folgen, und staunte darüber, wie sehr sich die Welt verändert hatte, während er ein kurzes Nickerchen von gerade mal ein paar Jahrzehnten gehalten hatte.

Heute war Ramona schweigsam, nachdenklich. Das lag wahrscheinlich daran, dass sie auf einer moosbewachsenen Steinbank auf einem alten Friedhof saßen und sie die Atmosphäre nicht stören wollte. Für sie musste es sein, als wäre sie in eine andere Welt getreten. Die Wege hier waren verworren und kaum beschnittene Hecken und Sträucher säumten Grabsteine, oft so verwittert, dass Namen und Jahre nicht mehr erkennbar waren. Es gab kein Licht, bis auf der Mond, der hinter Wolken hervorschaute, und die Grabkerzen, die Evan und Ramona auf dem Hinweg aufgestellt hatten. Nun bildeten sie einen schlängelnden Pfad aus gespenstisch flackernden Lichtern, der irgendwann hinter einem Mauerstück verschwand. Die Geräusche der Stadt waren hier nicht mehr als ein Murmeln aus dem Reich der Lebenden, das verschluckt wurde vom Rascheln und Knistern des Windes in den Zweigen der uralten Bäume. Evan erinnerte sich daran, dass auch er einst den Ruhestätten der Toten mit Achtung und stillem Respekt begegnet war. Das verging, wenn man einmal anfing, in einem Sarg zu schlafen. Es war ein lauer Abend im Oktober. Die Kronen der Bäume wurden zunehmend lichter, rotbraune Blätter sammelten sich um ihre Wurzeln und auf den umliegenden Gräbern, und der Wind trug einen Hauch von Winterskälte mit sich. Alles in allem war es ein angenehmer Abend, wenn auch nicht ganz so oktoberig, wie Evan es aus seiner Jugend kannte.

Irgendwann unterbrach Ramona die Stille. „Wie viele Leute hier schon länger liegen als ich auf der Welt bin… komisch, oder?“ Evan mochte ihre Stimme. Ramona hatte die Angewohnheit, möglichst tief zu sprechen, aber das betonte nur umso mehr, wie mädchenhaft und jung sie klang. Jung. Es war wichtig, dass sie jung war.

Evan lächelte, sehr darauf bedacht, nicht zu viel seiner Zähne zu zeigen. Er war geübt darin. Man überdauerte nicht mehrere Jahrhunderte, ohne sich nicht zumindest ein bisschen Mühe zu geben, nicht aufzufallen. Er sagte auch nicht, dass niemand der auf diesem Friedhof lag schon auf der Welt gewesen war, als man Evan zum ersten Mal beerdigt hatte. Stattdessen stimmte er ihr nur zu, dass es wirklich seltsam sei.

Doch als sie beide wieder verstummt waren, wusste Evan, dass es an der Zeit war. Er hatte Glück, ein Mädchen gefunden zu haben, das gerne nachts abgelegene Friedhöfe erkundete. Der Ort erschien ihm passend. Er hoffte, dass er sie richtig eingeschätzt hatte, dass sie nicht einfach schreien und rennen würde. Aber falls er sich geirrt hatte, würde niemand sie hören und er hätte genug Zeit zu handeln. Er räusperte sich und schaute Ramona ernst in die Augen. „Ich habe dir etwas mitzuteilen, meine Liebe. Es ist etwas, das dich vielleicht erschrecken wird, aber ich versichere dir, dass es von äußerster Dringlichkeit ist und dass ich ehrlich mit dir sein möchte.“

Sie hob eine Braue. „Soll ich schon mal vorsichtshalber aufstehen? Damit ich besser rennen kann?“

„Nein, nein, natürlich nicht“, antwortete Evan mit einem nervösen Lachen und fühlte sich wie ein Lügner, obwohl er es vollkommen ernst meinte. „Es ist mir nur etwas unangenehm und manch einer mag es als etwas… befremdlich empfinden.“ Er hielt inne und hätte er sich noch an die notwendigen Muskelbewegungen zur Sauerstoffaufnahme erinnert, hätte Evan wahrscheinlich aus dramatischen Gründen tief eingeatmet. „Ich bin ein Vampir.“

Die darauf folgende Grabesstille war beinahe unerträglich. Ramona schrie nicht angstvoll auf, stieß kein ungläubiges Lachen aus, sondern schaute ihn einfach nur erwartungsvoll an. Vielleicht hatte er zu leise gesprochen. Oder sie hatte ihn nicht richtig verstanden. Hoffentlich stand sie nicht unter Schock. Nervös widerholte Evan, diesmal lauter und eindringlicher: „Ich bin ein Vampir!“

Diesmal kam eine Antwort schnell und Evan glaubte, eine peinliche Verlegenheit in Ramonas Stimme zu hören. „Ich weiß.“

Er starrte sie an, unangenehmes Schweigen zwischen ihnen. Dann sagte er langsam: „Wie bitte?“

„Ich weiß“, widerholte sie. Sie zuckte die Achseln. „Ich mein, es war offensichtlich. So wie du redest und mit deinem Teint und deinem Nur-Nachts-Rauskommen.“ Sie machte eine unbeholfene Handgeste in Richtung seines Torsos. „Und mit deinen Klamotten: Alle schwarz und seit hundert Jahren nicht mehr in Mode.“

Er lächelte gequält. Ja, das mit der Mode war fast so schlimm wie mit dem technologischen Fortschritt. Hatte er sich einmal an etwas gewöhnt, war es schon wieder seit einem Jahrzehnt nicht mehr modern.

„Ich meine“, beeilte Ramona sich zu sagen, „es ist jetzt nicht so, als ob ich was gegen Vampire hätte! Echt nicht. Ich finde das voll okay.“

Sie wirkte ehrlich, als sie das sagte. Bemüht, einem Freund nicht auf die Füße zu treten. Evan entspannte sich ein wenig. „Du bist wirklich sehr klug, Ramona. Nicht jede hätte es von ganz alleine herausgefunden.“ Das bestätigte ihn nur darin, dass sie die Richtige war. Das und ihren Mangel an Furcht und Abneigung.

Sie rutschte unruhig auf ihrem Platz umher und fuhr sich hastig durchs Haar. „So schwer war das echt nicht…“

„Da muss ich dir widersprechen, meine Liebe. Ich lebe-“, er machte eine Pause und zog die Stirn kraus. „Nun, ich existiere schon seit vielen hundert Jahren und du bist die Erste, die es sich einfach so erschlossen hat. Du bist etwas Besonderes.“ Den letzten Satz krönte er mit einem Lächeln, das seine spitzen Eckzähne entblößte. Nicht auf bedrohliche Weise, zumindest hoffte Evan das. Er zielte mehr ab auf einen Eindruck á la düster, sexy, schwer zu widerstehen. Er hatte die Erfahrung gemacht, dass das bei jungen Mädchen hervorragend funktionierte. „Das macht es mir leichter, dich zu fragen-„

„Ich war beim Spanier.“

Zum zweiten Mal in dieser Nacht hielt Evan inne, um Ramona verwirrt anzustarren. „Ein Spanier? Was für ein Spanier?“

„Altstadt“, erwiderte sie hilfsbereit. „Süßes, kleines Restaurant. Köstliche Alioli.“ Sie schaute ihn erwartungsvoll an, doch er konnte beim besten Willen nicht verstehen, was sie ihm mitteilen wollte. Schließlich rollte sie mit den Augen und erklärte: „Knoblauch. Ich habe jede Menge Knoblauch zu Abend gegessen. Glaub mir, du willst mein Blut nicht trinken.“

„Das will ich wirklich nicht!“, rief Evan empört. „Und das würde ich nie tun! Hältst du mich etwa für einen barbarischen Schurken, der seine eigenen Freunde als Mahlzeit betrachtet?!“

„Oh. Sorry.“ Sie errötete und zugegebenermaßen hätte sie dadurch sehr appetitlich ausgesehen, wäre er nicht so verletzt in seinem Stolz und so nervös, weil dieses Gespräch ganz anders verlief als er es sich vorgestellt hatte. Immerhin: Sie schien immer noch keine Angst vor ihm zu haben.

„Hör zu, Ramona“, sagte er feierlich, „ich sehe so viel mehr in dir, als das, was durch deine Adern fließt. Du bist eine bemerkenswerte junge Dame. Du bist klug, du bist bewandert in so vielen Dingen, die ich gar nicht kenne. Du siehst mich wie ich bin und fürchtest mich nicht – ich wage gar zu behaupten, dass du meine Gesellschaft schätzt. Du bist etwas Besonderes, Ramona. Und deshalb möchte ich dich etwas fragen.“ Er schenkte ihr sein bestes Freundlicher-Vampir-von-Nebenan-Lächeln und hoffte, dass sie diesmal etwas empfänglicher sein würde.

Doch s auch immer sie in seinem Ausdruck sah, es erzielte nicht die gewünschte Wirkung. Ramona erbleichte und starrte ihn für einige Sekunden sprachlos an. Dann stieß sie ein leises „Oh mein Gott“ hervor. „Ich weiß, was du mich fragen willst.“

Evan blinzelte verwundert. „Oh. Wirklich?“

Sie nickte, ihre Stirn lag in Falten. Ihr Blick war fixiert auf ihre Hände, die sie im Schoß knetete. „Es ist offensichtlich. Wenn du so mit mir redest, kann es doch nur eines bedeuten.“ Sie raufte sich die Haare. „Dass ich nichts gemerkt habe… du bist ein wer weiß wie alter Vampir und ich bin ein Teenager. Du kannst doch nur ein Interesse haben.“

Evan wusste nicht so recht, was er mit dieser Reaktion anfangen sollte. Dass Ramona sich auch diese Information selbst zusammengepuzzelt hatte, sollte ihn nicht weiter verwundern. Aber warum sein Anliegen einen Konflikt in ihr auslöste, konnte er nicht so recht einordnen. „Und?“, fragte er schließlich leise. „Wie lautet deine Antwort?“

Mit einem Ruck erhob Ramona sich und schüttelte energisch den Kopf. „Sorry, Evan. Ich mag dich wirklich sehr gerne. Aber ich kann nicht.“

Evans Herz sank und er schaute sie fassungslos an. Dass es ausgerechnet an diesem Punkt scheitern würde, hätte er ebenfalls nicht erwartet. „Aber warum denn nicht, meine Liebe?“, fragte er und leider gelang es ihm nicht ganz, die Verzweiflung aus seiner Stimme zu halten. „Ich bin mir sicher, dass du die Richtige bist…“

Sie schüttelte erneut den Kopf. „Nein, es geht nicht. Ich habe eine Freundin.“

„Ja, das weiß ich.“ Er hatte sie mit ihr gesehen. Ein schönes Paar. Das Mädchen hatte ein ehrliches Lächeln gehabt und ihr rotes Haar hatte einen perfekten Kontrast zu Ramonas in ausgewaschenem Blau ergeben. „Sie ist bezaubernd“, fügte Evan nach einer kurzen Pause hinzu. Vielleicht würde eine kleine Schmeichelei ja ihre Meinung ändern.

Leider stellte sich heraus, dass es, wenn überhaupt, ihr Missfallen nur steigerte. Ramona zog die Brauen zusammen und ihre Augen wurden schmal. Ihre Lippen zitterten, als sie sehr langsam und mit Betonung auf jedem Wort sagte: „Bitte sag mir, dass du mir nicht heimlich gefolgt bist.“

„Natürlich nicht! Warum sollte ich das tun!“ Woher nahm sie nur diese Ideen. Langsam war Evan nicht mehr so sicher, ob Ramona nicht doch ein Problem mit seinem Vampirismus hatte. „Ich habe euch letzte Woche zufällig gesehen und wollte euch nicht stören bei eurem Rendezvous.“

„Na, dann hast du deine Antwort doch! Ich bin vergeben und es geht einfach nicht!“

„Aber das ist doch kein unüberwindbares Hindernis, meine Liebe. Sicherlich wird deine Geliebte erlauben, dass du-„

Ramona schnitt ihn mitten im Satz ab, ihre Stimme harsch und entnervt. „Evan, ich bin lesbisch. Und du bist keine Frau. Es geht einfach nicht.“ Sie seufzte und schüttelte den Kopf. „Es ist spät. Ich gehe jetzt besser nach Hause.“ Mit diesen Worten wandte sie sich ab.

Evan stand da wie angewurzelt. Angestrengt fragte er sich, ob das Wort lesbisch zu den vielen Dingen gehörte, die sich während seines letzten Schlafs drastisch verändert war, und ihm wurde erneut bewusst, wie verloren er sich in diesem Jahrtausend fühlte. Und seine momentan einzige Hoffnung wanderte gerade einen geschlängelten Pfad aus Grablichtern entlang davon. Hilflos rief er ihr nach: „Also kannst du meine Rechenmaschine nicht reparieren?“

Ramona hielt im Schritt inne und warf einen irritierten Blick über ihre Schulter. „Was?“

„Meine Rechenmaschine.“ Evan konnte die Verzweiflung nicht mehr aus seiner Stimme halten. Die Worte brachen einfach alles aus ihm raus: „Ihr jungen Leute macht doch heute alles damit, oder irre ich mich darin auch? Ich habe so lange geschlafen und jetzt ist alles anders in dieser Welt und ich…“ Er schaute frustriert zu Boden. Dann murmelte er. „Ich verstehe einfach nichts mehr. Die Mode, die Technologie, die Menschen… Also habe ich mir eine von diesen neumodischen Rechenmaschinen gekauft, in denen es ganze Lexika gibt, und wollte alles nachlesen, was ich verpasst habe. Aber jetzt ist sie kaputt und ich weiß einfach nicht mehr weiter…“

Ramona hatte sich ihm nun wieder vollkommen zugewandt und starrte ihn entgeistert an. „Deine Rechenmaschine…? Du willst, dass ich deinen Computer repariere?“

Evan nickte hastig. „Ja! Darum wollte ich dich bitten.“

Sie betrachtete ihn überaus skeptisch, bevor sie einen Schritt auf ihn zu trat. „Du hast also nicht vor, mich zu deiner unsterblichen Braut zu machen?“

„Du lieber Gott, nein!“, rief Evan und nun war er an der Reihe, sie entgeistert anzustarren. „Warum sollte ich das wollen? Du bist doch fast noch ein Kind!“

„Ich werde demnächst achtzehn. Und du weißt schon. Süßes Mädchen. Zweihundert Jahre jünger. Große Liebe. Ich dachte, Vampire machen sowas.“

Ich tue so etwas ganz gewiss nicht. Selbst mit 18 bist du viel zu jung für so einen gravierenden Schritt und glaube mir, ich wäre der letzte der dich dazu drängen oder dich darin unterstützen würde.“

„Na, das ist doch beruhigend.“ Ramona verschränkte die Arme und musterte ihn ausgiebig. „Warum hast du nicht gleich gesagt, was du wolltest? Warum das Rumgedruckse? Und warum musstest du mir dein ‚Geheimnis‘ verraten, nur damit du mir ein Gerät zeigen kannst, das heutzutage eh jeder im Haus stehen hat?“

„Das ist es ja, meine Liebe. Es steht nicht in meinem Haus.“ Evan machte eine vage Geste in die Ferne, wo hinter Gräbern und Bäumen kaum erkenntlich ein kleines Bauwerk aus der Dunkelheit ragte. „Ich wohne in einer Gruft.“ Er schenkte ihr ein entschuldigendes Lächeln. „Und ich glaubte, es sei besser, dir alles zu erklären, bevor ich dich dorthin einlade.“

„Okay. „ Ramonas Körperhaltung entspannte sich nun etwas. „Vielleicht kann ich dir ja wirklich helfen. Was fehlt deiner ‚Rechenmaschine‘ denn?“

Erleichtert fasste Evan sich an die Brust und die Worte sprudelten aus ihm raus: „Dieses Internetz, also das, wo ich diese herzallerliebsten Photographien von Kätzchen und die vielen Enzyklopädien finde… nun, ich fürchte…“ Er senkte die Stimme und schaute gleichermaßen betrübt und schuldbewusst zu Boden. „Nun, ich fürchte, ich könnte es versehentlich gelöscht haben.“

„Eine ernste Sache“, brummte Ramona. „Hast du es vorher ausgedruckt?“

„Nein“, erwiderte Evan erschrocken. „Hätte ich das tun sollen?“

Ramona zuckte die Achseln. „Keine Ahnung. Ich werd’s mir anschauen.“

„Danke.“ Evan schloss erleichtert die Augen und auf seine Lippen trat ein Lächeln, das erste nicht berechnende, nicht gespielte, vollkommen unbefangene in dieser Nacht.

„Eine Sekunde.“ Ramonas Augen glitzerten und sie grinste verschlagen. „Was kriege ich als Gegenleistung.“

Evan ließ die Schultern hängen und seufzte. „Ich nehme an, dass du es nicht einfach um unserer Freundschaft Willen für mich tun würdest, meine Liebe?“

Ramonas Grinsen wurde breiter. „Netter Versuch.“

„Nun, ich könnte dir immer noch das ewige Leben anbieten – sobald du alt genug bist, so eine Entscheidung zu treffen“, schlug er vor, in der halbherzigen Hoffnung, sie würde es bis dahin vergessen haben.

„Ich dachte an etwas Kurzfristigeres.“

„Gut, das ist gerecht“, gab Evan zu. „Wie wäre es dann, wenn ich das nächste Mal bezahle, wenn wir ins Lichtspielhaus gehen?“

„Ins Kino?“ Ramona hob in gespielter Skepsis die Braue, als müsse sie sich das Angebot sehr gut überlegen. „Und du bezahlst alles? Auch Popcorn und Getränke?“

„Selbstverständlich. Ich stehe zu meinen Versprechen.“ Auch wenn Evan sich manchmal wünschen würde, er täte es nicht.

„Und ich darf mir den Film aussuchen?“, bohrte Ramona nach, mit schelmisch glitzernden Augen.

„Natürlich.“ Evan resignierte. „Alles was du willst. Ich hoffe nur, dass es keiner dieser fürchterlichen Schauerfilme ist, die unsereins so schrecklich diffamieren.“ Seine Hoffnung, dass sie keinen Superheldenfilm aussuchte, wagte er gar nicht erst, zu äußern.

„Nun, vielleicht finde ich ja einen, der euch besser darstellt.“ Ramona zwinkerte ihm zu, dann hakte sie sich bei ihm ein und nickte in die Richtung seiner Behausung. „Aber jetzt zeig mir deine Gruft. Erstmal muss ich schließlich sehen, ob ich dein ‚Internetz‘ retten kann.“

© 2019 - 2020 Zitruseis
Vor ein paar Tagen habe ich eine Theorie darüber gelesen, warum jahrhunderte alte Vampire sich ausgerechnet für Teenager-Mädchen interessieren. Ich fand sie durchaus plausibel und fühlte mich inspiriert zu dieser Geschichte. Und da die Gruppe Schreiberlinge einen Promt rund um das Thema "Geistergeschichte" rausgebracht hat, hatte ich eine gute Motivation, sie auch zu schreiben. :)
Comments22
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writingbubbleHobbyist Writer

das war absolut putzig! und genial! :thumbsup:

wo hast du bitte diese theorie gelesen bzw. wie lautete die theorie überhaupt? :D

Zitruseis's avatar
ZitruseisHobbyist General Artist

Vielen Dank! :love:

Um ehrlich zu sein, weiß ich das gar nicht mehr so genau. Ich glaube, es war nur ein kurzer Kommentar, der besagte dass alte Vampire junge Menschen in ihrem Leben wollen, damit die ihnen mit der modernen Technik helfen. ^^

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writingbubbleHobbyist Writer

ich hab endlich gecheckt wie ein :thumbsup: funktioniert, also hier noch mal :D

DuchesseOfDusk's avatar
DuchesseOfDuskHobbyist General Artist
Hey,
hier ist mein Feedback für :iconreadthine-readmine: Sorry, dass es auf den letzten Drücker kommt ^^;

Deine Geschichte ist sehr flüssig zu lesen und hat mir gut gefallen. Sehr kurzweilig geschrieben, aber auch genug Beschreibungen der Umgebung und der Charaktere, sodass ich mir beim Lesen ein gutes Bild machen konnte.
Als Evan angefangen hat zu erzählen, vor allem als er zu seiner Frage gekommen ist, habe ich mir schon gedacht, dass er was völlig Untypisches für einen Vampir fragen will. Aber Ramona hat ihn ja nicht ausreden lassen und sich die ganzen Klischees gedacht und ihn damit ja auch konfrontiert. In diesem Teil der Geschichte war ich die ganze Zeit neugierig darauf zu erfahren, was denn nun eigentlich Evans Frage ist. Und das war wirklich eine Überraschung. Sein Computer hat also Probleme. Soweit habe ich dann doch nicht gedacht. Wirklich, eine sehr gelungene Pointe :)
Er kann froh sein, dass er nicht versucht hat, das ganze Internetz auszudrucken, dann wäre seine Gruft schier in Papier ertrunken :D
Ich frage mich nur, wo er in seiner Gruft den Strom her bekommt :confused: ;) Ob Ramona ihm wohl ein W-Lan-Kabel verkaufen wird? ;)

Alles in allem eine wirklich kurzweilige Geschichte mit einer sehr gelungenen Pointe am Ende. Das Ende hat mich heute Abend wirklich aufgeheitert, was ich nach einer schlechten Nachricht am Tag auch echt gebraucht habe. Vielen Dank dafür :)
Einziger Kritikpunkt für mich waren doch mehrere Tippfehler oder fehlende/ falsche Wörter im Text. Es sieht für mich so aus, als wenn du einige Sätze umformuliert hast und dann nicht alle Wörter entsprechend angepasst hast. Aber ich denke, wenn du noch einmal über den Text drüber liest, sollten dir die Stellen auffallen.

Das war mein Feedback. Ich hoffe, du kannst damit was anfangen.
Und herzlichen Glückwunsch für die DD. Das hast du mit dieser kreativen Idee wirklich verdient :)
Zitruseis's avatar
ZitruseisHobbyist General Artist

So, diesmal sage ich sorry für die späte Reaktion. ^^

Vielen Dank für das tolle Feedback! Schön, dass dir die Geschichte gefallen hat und sie dich aufheitern konnte. Gerade letzteres ist eins der schönsten Lobe, die ich bekommen kann. :)

Ich glaube, dass der Computer neu ist und der Akku noch nie leer war. Strom wird Evans nächstes Problem. ;)

Was die Tippfehler betrifft muss ich wohl nochmal odentlich korrekturlesen. (Und in Zukunft vielleicht davon absehen, sowas mitten in der Nacht zu tun, selbst wenn es zu den Charakteren passt.) ^^

DuchesseOfDusk's avatar
DuchesseOfDuskHobbyist General Artist
Keine Ursache, ich melde mich ja auch meistens sehr spät hier ^^;

Ich habe deine Geschichte gerade nochmals gelesen, und sie bringt mich immernoch zum Lachen. Ist dir wirklich gut gelungen :)

Dann hast du ja schon eine Idee für Teil 2: Evan sucht Strom ;)

Geht mir auch so, wenn ich mitten in der Nacht schreibe. Die Ideen kommen dann manchmal ganz schnell, aber die Tippfehler leider auch ... deshalb lese ich meine Sachen alle Korrektur, wenn ich wacher bin.
SparkleFuchs's avatar
SparkleFuchsStudent Writer
Herzlichen Glühstrumpf zum DD!
Das hast du dir mit dieser Geschichte reglich verdient!
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ZitruseisHobbyist General Artist

Vielen Dank! :hug:

Ich habe absolut nicht damit gerechnet und bin echt glücklich darüber. :D

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LindArtzHobbyist Digital Artist

Very nicely done!!

Congratulations on your much deserved DD!  :)!

For My Personal Use DO NOT USE!!! by LindArtz


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ZitruseisHobbyist General Artist

Thank you so much! :)

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StarKite1Student Traditional Artist
Hi, ich bin von :readthine-readmine: .

Ich muss sagen, dass mir diese Kruzgeschichte wirklich gut gefallen hat. Sie war äußerst unterhaltsam. Die Tatsache, dass Evan sich nicht für Ramona in romantischer Hinsicht interessierte, war ein interessanter Take, den ich so tatsächlich zu Beginn nicht erwartet hatte, da Beschreibung von Evan´s Gedanken deutlich mehr zur romantischen Variante einer solche Scene passt (ich bin froh, dass es nicht die klischee Friedhof-Vampir scene war). Der personale Erzähler und der sehr auf Evan konzentrierte Erzählerstandort unterstreichen dies weiter und machen den plötzlichen Turn der Story so noch überraschender. Auch das Einbringen des "gelöschten" Internets hat mir sehr gut gefallen. In dieser Hinsicht erinnerte Evan mich an meine Oma. Die löscht auch jede Woche das Internet.XD Zudem ist das eine, wie ich denke, recht realitätsnahe Interpretation dessen, wie sich ein Vampir wohl fühlen würde wenn er jetzt in unserer heutigen Zeit aufwachen würde.

Das einzige was ich Negatives zu sagen habe, ist ein Grammatikfehler zu Beginn der Friedhofsscene. "Es gab kein Licht, bis auf der Mond..."; es heißt "bis auf den Mond". Und in der anfänglichen Beschreibung zu Ramona fehlt in einem Satz ein Wort: "... und sie liebte über diese Spiele...". Dort fehlt das Wort "alles". Denke ich zumindest.

Anonsten gibt es absolut nichts zu beanstanden. Mach auf jeden Fall weiter so.

Ich wünsche dir noch einen schönen Tag.:)
Zitruseis's avatar
ZitruseisHobbyist General Artist

Bitte entschuldige die späte Antwort. Vielen Dank für dieses ausführliche und positive Feedback. Ich bin froh, dass die Geschichte dich unterhalten und überraschen konnte. :)

Und danke für den Hinweis mit der Grammatik, da muss ich wohl nochmal überarbeiten. :D

StarKite1's avatar
StarKite1Student Traditional Artist
No problem.^^

Es waren ja nur zwei kleine Fehler. So was passiert jedem mal.:)
Elythe's avatar
Elythe Traditional Artist
Okay, das ist großartig xD
Ich hab angefangen, zu lesen und habe das gedacht, was jeder Leser gedacht hätte. Was auch Ramona selbst erwartet hat. Und dann geht es nur um einen Computer, weil der arme Vampir befürchtet, dass er das "Internet gelöscht" hat - oh Gott ist das herrlich! Und es ergibt tatsächlich auf eine seltsame Art und Weise Sinn, dass Vampire deshalb den Kontakt zu jungen Menschen suchen, weil die ihnen mit solchen Dingen viel einfacher helfen können als die Bewohner des nächsten Altenheims.
Zitruseis's avatar
ZitruseisHobbyist General Artist

Freut mich, dass ich deine Erwartung positiv brechen konnte. :D

Das war auch mein Gedanke. Wenn schon 50-Jährige teilweise Schwierigkeiten mit moderner Alltagstechnologie haben, wie sieht es dann mit jemandem aus, der ein paar Jahrhunderte auf dem Buckel hat? ^^

NikitaTarsov's avatar
NikitaTarsovHobbyist Artist
Okay, der Schreibstil war sehr sauber und flüssig, was zum Weiterlesen eingeladen, die erste Erwähnung des Vampirs hat mir Sorge bereitet(da ich zu blöd war die Überschrift zu lesen), aber die Pointe, dem ganzen ausgeschlachteten Thema mit sarkastischem Pragmatismus zu begegnen, war ziemlich geil^^ Also voller Erfolg!
Zitruseis's avatar
ZitruseisHobbyist General Artist

Ein bisschen wollte ich ja auch mit den Erwartungen spielen, also bin ich ganz froh, dass du erst besorgt warst. :D Schön, dass du meinem Schreibstil und meinem Humor was abgewinnen kannst. :)

NikitaTarsov's avatar
NikitaTarsovHobbyist Artist
Sry fürs delay. Könnte mir zwar vorstellen, dass vom Titel her ein paar Leute schon aussteigen, im Gegensatz zu etwas wie vielleicht: 'Beichte der Toten' oder sowas, dass man anders deuten könnte^^

Die Spannung baut sich ja in der Geschichte breites auf, gemeinsam mit der Sorge, die dann geschickt aufgelöst wird. Könnte mir vorstellen dass das funktioniert.

Weiter so^^ Nicht viele können sarkastische Charaktere so schön trocken rüberbringen ;)
GDeyke's avatar
GDeyke Writer
Muss zugeben, ich hab auch schlimmeres erwartet! :giggle: Toll geschrieben - ich musste mehrmals laut lachen.
Zitruseis's avatar
ZitruseisHobbyist General Artist

Freut mich, das zu hören! :love:

Flammenfeder's avatar
FlammenfederHobbyist Writer
:giggle:
Zitruseis's avatar
ZitruseisHobbyist General Artist

:meow:

anonymous's avatar
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