[Feature] sacredZinja
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By Schreiberlinge   |   
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Fröhliches Halloween, Samhain oder welcher Name euch für den Tag am liebsten ist. 
Heute gibt es einen besonderen Beitrag für euch, 
der aber nichts mit Geistern und Gruseln zu tun hat.
Viel Spaß!


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sacredZinja gehört zu den ältesten Membern der Gruppe - tatsächlich ist sie am Gründungstag bereits beigetreten - und seither auch zu den aktivsten. Daher wäre dieses Portrait auch ohne ihren Sieg bei der ersten Topiazrunde hochverdient, den sie mit ihrem Text La Conexion Futura errungen hat.
Seit März 2013 ist Zinja Teil von DeviantArt und hat sich seither als sehr fleißige Schreiberin erwiesen. Ihre Texte verfasst sie in Deutsch und Englisch und schreibt sowohl verschiedene Formen von Prosa als auch Gedichte. Und obwohl sie Ankündigungen wie diese verfasst, wirkt ihre Poesie delikat und feinfühlig: 


Viele ihrer Texte verhandeln bestimmte Themen. Oftmals sind es das Leben, Gefühle und das Selbst: 
LebensabschnittswoerterEin Kuss. Gewissheit oder nicht. Atemstille. Lippenberührung. Sanft. Warm. Sehnsucht. Dein Geruch. Warme Haut. Hauch. Liebevoll. Sehnsucht. Augenblick. Wimpernschlag. Herz. Händegemurmel, vorsichtig. Stirn an Wange. Augen geschlossen. Ruhe. Zeitlos. Herz.
Der nächste Tag. Gewissheit. Unruhe. Aufbruch. Lachen. Ein Kuss. Küsse. Herzschlag. Hell. Lebenslust. Aufbruch.
Und später dann. Liebe. Augenblick, ohne Worte. Wachsen. Werden. Wünschen. Der Zukunft nach. Lebenslust. Lebensatem. Gemeinsamer Weg. Schnelle Schritte. Stolpern, aufgefangen. Wachsen. Miteinander.
Sieben Jahre. Verflixt? Kinderfüße, Hundebellen, Türenklingeln, Telefon. Lachen. Leben. Atmen. Vernunft, Liebe.
Später. Umzugskistengeklimper. Abschied. Freude. Hoffnung. Postkarten. Fotoalben. Deine Hand. Lächeln. Atmen. Ruhe. Kuss.
Du darfst stark seinDu darfst stark sein, wenn du stark bist,
brechen, wenn du brichst.
Du darfst dich quälen, bis du untergehst,
den Weg verändern, tausend und einmal.
Du darfst vor Hindernissen in die Knie sinken,
du darfst dich schlagen
und wieder auferstehen.
Du darfst stark sein, wenn du stark bist,
und brechen, wenn du brichst.
Du darfst dir eine Krone nehmen,
mit Ruhm am Abend tanzen, nächtelang.
Du darfst über dein Leben lachen,
an schwarzen Tagen,
besonders dann.
REVOKAEs gibt einiges klarzustellen. Es muss getrennt werden, wann ich geliebt wurde, und wann ich nur zur falschen Zeit am falschen Ort war.
Es muss getrennt werden, wann ich geliebt habe, und wann ich nur versuchte, Schaden abzuwenden.
Es muss gesagt werden, dass es diese beiden Seiten gab.
Dass euer freundliches, mitfühlendes Gesicht in Sekunden zu meinem größten Schrecken werden konnte, und dass ich nicht wusste, wann es geschehen würde.
Dass ich euch gefürchtet habe.
Dass es dennoch wahr ist, dass ihr mich voller Liebe und Stolz betrachtet habt und im Arm hieltet, wenn ich krank war.
Es muss gesagt werden, dass ich vieles nicht aus Liebe tat.
Dass ich euch zugehört habe, obwohl ich noch zu jung war, und dass ich euch so oft vergeben habe. Das tat ich, um euer freundliches Gesicht zurück zu gewinnen.
Es muss gesagt werden, dass ich euch trotzdem liebte.
Dass ich eure Liebe noch ersehne wie damals. Und dass ich ausgerechnet deswegen nicht mehr zur falsch


Oder aber Öffentliches wie Politik und Religion:
Mehr Kuchen!„Mehr Kuchen!“, schrie Seine Majestät, obwohl sich auf dem Tisch vor ihm bereits allerhand Süßspeisen stapelten und sich die Tischplatte bedenklich nach unten wölbte.
„Aber, aber, Hoheit…“, warf sein Diener zögerlich ein, „noch mehr…“
„Mehr Kuchen!“, rief er erneut, wütender diesmal. Das Gesicht durch ein wahnsinniges Grinsen verzerrt.
„Sehr wohl“, entgegnete seufzend sein Diener, verneigte sich und öffnete die Tür des Saales, um die nächste Torte hereinzuwinken. Sorgenvoll beobachtete er, wie die Tischbeine wankten, als eine dreistöckige Eierlikörcremetorte zwischen Schwarzwälderkirsch- und Mokkatorte  so platziert wurde, dass vom darunter stehenden Apfelkuchen gerade nur die Hälfte zermatscht wurde.
Mit Erleichterung nahm der Diener das zufriedene Lächeln seines Herren war, der gleich darauf verlangte: „Nun, mehr Kuchen!
Nein heisst neinGestern hat mir ein Freund 20 Euro geschenkt. Also, er sagte erstmal nein, als ich ihn darum gebeten habe. Und als ich mir das Geld dann aus seinem Portemonnaie genommen habe, hat er noch einmal gesagt, dass er mir nichts geben möchte.
Aber er hat mich nicht daran gehindert.
Nichtmal geschlagen hat er mich.
Also wollte er mir das Geld wohl doch schenken.
Fragen ueber Gott und die Welt, Text 1:Würde ich eine Religion ablehnen, in der nackte Frauen mit Fischen beworfen werden?
Zunächst einmal: nein. Zumindest nicht grundsätzlich. Aber Fragen dazu hätte ich schon:
Lassen sich die Frauen freiwillig bewerfen, ist der Fisch frisch, wer wirft den Fisch? Lässt die Religion auch das Bewerfen nackter Männer zu und wer hat die Frauen eigentlich ausgezogen? Ist der Fisch tiefgekühlt? In welcher Gefahr befinden sich die Frauen und sind sie sich dieser bewusst?
Werden auch andere Lebensmittel geworfen? Wird der Fisch im Anschluss verspeist? Ist die Herkunft des Fisches - oder seine Familie, Gattung oder Art - von Bedeutung? Wer achtet auf einen bestandserhaltenden Fischfang?
Werden Kinder beworfen? Vielleicht auch nur in einzelnen, extremen Gruppierungen? Gibt es überhaupt extreme Gruppierungen und was macht diese extrem? Werden Menschen mit Schwertfischen beworfen? Welcher Kontakt besteht zur Mafia? Zu Waffenhändlern?
Und sc


Besonders auffällig sind eine Reihe von Texten, die in einem feministischen Diskurs stehen und in denen etwa regelmäßig Geschlechterrollen beleuchtet werden: 
Frau seinIch bin eine Frau.
Auch wenn du sagst,
dass Frauen so etwas nicht tun.
Wenn du sagst,
dass Frauen doch eigentlich
einen starken Mann an ihrer Seite wollen,
und mein Herz für den schüchternen Jungen in der Ecke des Saales schlägt.
Auch wenn ich die Ärmel hochkremple,
um meine Möbel aufzubauen,
auch wenn ich lieber Old Shatterhand
als Schneewittchen sein möchte,
auch wenn ich einen Grill anzünden,
aber keinen Lidstrich ziehen kann.
Wenn meine Kriterien für gute Kleidung
Bequemlichkeit und Zweckmäßigkeit sind,
wenn eine gute Mahlzeit für mich
mit Bier und Fleisch zu tun hat,
und wenn ich finde, dass dreckig werden
ein echter Pluspunkt in jedem Urlaub ist.
Auch wenn du sagst,
dass Frauen so etwas nicht tun.
Ich bin eine.
UnrechtDa war eine Frau, von der wussten schon alle, dass sie im Unrecht ist.
Sie konnte nicht gut zählen und wusste nicht,
      wie viele Tage der Monat noch hat,
      oder wann der Bus fährt.
Sie konnte auch oft ihre Gedanken nicht sortieren,
      und erzählte hinterher was vorher und währenddessen
      vielleicht aber auch schon gestern
      passiert ist.
Sie war oft ein wenig schwer zu verstehen.
Alle wussten, dass sie im Unrecht ist.
Sie hatte so oft gehört: „Nein“ und „Das geht nicht“ und „Das kannst du nicht“,
dass sie das selbst auch schon lange begriffen hatte.
Und da war ein Mann, der wusste
      dass sie keine Rechte kannte.
Als sie sagte, dass er ihr weh tut, wussten alle
      dass sie im Unrecht ist.
Als sie sagte, dass sie ihn nicht mehr sehen will,
      sagten alle, dass sie lügt.
 
Die Schreinerstochter (ueberarbeitete Version)Es war einmal ein Schreiner, der lebte mit seiner Frau und seinen beiden Kindern ein gutes Leben, denn die Schreinerei brachte genug Geld für ihren Lebensunterhalt. Dennoch war der Schreiner krank vor Gram, denn er wünschte sich sehr, dass sein Sohn eines Tages die Schreinerei übernähme. Dieser aber war blind und konnte den Beruf nicht erlernen.
Die Tochter des Hauses dagegen war gesund, klug und talentiert und hatte bereits von ihrer Mutter alles gelernt, was sie als gute Hausfrau einmal können musste. Also beschloss sie, der Gram des Vaters ein Ende zu bereiten und das Handwerk zu erlernen. So wären später auch die alten Eltern und der blinde Bruder versorgt.
Sie beobachtete ihren Vater genau, wenn er arbeitete, und nachts schlich sie heimlich in die Werkstatt um zu üben. Natürlich blieb ihr Tun nicht ganz unbemerkt. Die Mutter sah ihre Müdigkeit und die Kratzer an den Händen. Und sie begann zu glauben, ihre Tochter habe einen Li


Zu diesen Texten ist wohl auch ihr 'Magnum Opus' zu zählen: Der Roman Shimea. Die Geschichte spielt in dem titelgebenden Land Shimea, in dem ein sehr striktes Patriarchat herrscht. Der Reichtum eines Mannes wird daran gemessen, wie viele Ehefrauen er versorgen kann. Die Geschichte folgt zwei Hauptfiguren: Leyes, einem reichen Kaufmann aus der Hauptstadt, der unerwartet eine Frau in Obhut nimmt, die er eigentlich gar nicht wollte, und Lissa, Tochter eines einflussreichen Verbündeten des Herrschers von Shimea, deren Vater eines Tages ihr Geschick für Diplomatie erkennt. Eine Fähigkeit, die Frauen in Shimea eigentlich nicht zugesprochen wird. 
Bisher sind auf DeviantArt 8 Kapitel zugänglich, doch wer sich weiterhin für die Geschichte interessiert, kann sich an Zinja wenden, um die weiteren Kapitel zugeschickt zu bekommen: 

Shimea: Prolog / Kapitel 1
Dies ist die Geschichte von Leyes. Sie spielt in Shimea, einem kleinen Land am Silbermeer, zur Zeit der großen Taveos. Die Vereinigung der drei Stämme zu einem Land, dem Shimea wie wir es heute kennen, lag erst zwölf Jahrzehnte zurück. Es war die Amtszeit des 5. Taveos, die Zeit von Êmtico, dem Jäger. Diesen Beinamen erhielt er allerdings erst später.
Schon damals galt Shimea als das Land der schönen Frauen und der wunderbaren Genüsse. Das warme, unkomplizierte Klima und die rauschenden Feste, bei denen Köstlichkeiten aus verschiedensten Ländern gereicht wurden, ließen das Land für Reisende wie ein kleines Paradies erscheinen. Im Ausland erkannte man einen Shimeer oft auch nicht nur an der dunklen Hautfarbe, sondern an seiner Verwunderung über den offensichtlichen Mangel an Gastfreundschaft.
In der Gesellschaft von damals galt nur der etwas, der sich viele schöne Frauen und große Festlichkeiten leisten konn


Desweiteren ist Zinja Gründerin des BoundByGenderProjects, einer hauptsächlich englischsprachigen Gruppe, die sich ebenfalls mit der Diskussion um Geschlecht und Geschlechterrollen befasst. Die Gruppe soll eine Sammlung von Bildern und Gedanken zum Thema sein und will mittels Diskussionen und Wettbewerben dazu aufrufen, die eigene Meinung einzubringen. 

Neben dieser eher ernst wirkenden zeigen Zinjas Texte aber noch eine weitere humorvolle und verspielte Seite. Einige dieser Texte sind ausdrücklich an Kinder gerichtet, können aber auch ein erwachsenes Publikum durchaus ansprechen: 
Die Geschichte vom LihbanichDie Geschichte vom kleinen Lihbanich
Es war einmal ein kleines Wesen, das hieß Lihbanich. Es wohnte in einem kleinen Haus in einem recht freundlichen Wald.
Aber es ging nie vor die Tür. Denn immer, wenn es aus dem Fenster sah und sich dachte „Es ist schönes Wetter, ich könnte einen Spaziergang machen“, dachte es auch gleich: „Lieber nicht.“
Das Lihbanich bekam auch nie Besuch. Denn wenn es an der Tür klopfte, und jemand fragte: „Kann ich reinkommen?“, dann kam als Antwort immer: „Lieber nicht.“
Die meiste Zeit verbrachte das Lihbanich im Bett, weil es morgens lieber nicht aufstehen wollte.
Das Lihbanich war sehr traurig. Es war lieber nicht so alleine, aber es wusste nicht, wie es das ändern könnte.
Die einzige Abwechslung im Leben des Lihbanich gab es montags: Dann kam eine Zeitung, deren Probeabo das Lihbanich lieber nicht gekündigt hatte.
Wenn es jedoch lesen wollte, dachte es sofort: „Lieber nicht.“ Und tat nichts.
Der Nasenbaer(Ein Kinderlied mit schwierigen Wörtern.)
Es war einmal ein Nasenbär, der liebte seine Nase sehr.
Er liebt sie jeden Tag noch mehr, der kleine Nasenbär.
Die Nase war so ungefähr das Lieblingsdings vom Nasenbär.
Sie schnüffelt revolutionär, die Nase von dem Bär.
Und träf' er einen Millionär, er gäbe nicht die Nase her.
Nein, gäbe nie die Nase her, der kleine Nasenbär.
Doch plötzlich denkt der Nasenbär, dass seine Nase komisch wär'.
Die Nase ist so krumm und quer, das denkt der Nasenbär.
Die Nase von dem Nasenbär, sie schnüffelt noch spektakulär.
Doch macht ihm keine Freude mehr, dem eitlen Nasenbär.
Ja, dem kleinen Nasenbär gefällt die Nase gar nicht mehr.
Er wünscht ne andere Nase her, der dumme Nasenbär.
So blöd der Wunsch vom Nasenbär, die Nase findet das nicht fair.
Die Nase ärgert das so sehr, und sie verlässt den Bär.
So hat der kleine Nasenbär ganz plötzlich keine Nase mehr.
Kein Schnuffen und kein Schnüffeln mehr, der arme Nasenbär.
Und er vermisst die Nase sehr, vermisst das sc
Klabautermanns trauriges Schicksal„Seeschlange rettet Klabautermann“,
so war’s in der Zeitung zu lesen.
Im Interview sagte der Kobold dann,
so sei es gar nicht gewesen.
Er hätte sich zwar noch um Zweidrittelvier
in der Schenke mit Zechern getroffen,
und hätte dort fünfeinhalb Liter Bier
mit Rum und Salpeter gesoffen.
Das hätte ihn dann melancholisch gemacht,
er sei wohl an Fernweh erkrankt.
Und wäre daher trotz mondloser Nacht
allein zum Hafen gewankt.
Als er dann ins eiskalte Wasser sprang,
sei alles nach Plan verlaufen.
Ein harmloser, kleiner Untergang
und nicht der Wunsch zu ersaufen.
Klabautermagie, so stellte er klar,
gelänge ja auch noch betrunken.
So wäre er willentlich und, fürwahr,
mit Absicht nach unten gesunken.
Doch habe ihn dann dieses dumme Getier,
geschnappt und an Land geschmissen.
Morgens fand man ihn so auf dem Pier:
schlafend, die Kleider zerrissen.
Es wurden rasch ein paar Fotos geknipst,
die Story war schnell geschrieben:
„Klabauterman
Der ElchEin spontanes Unsinnsgedicht
Im Walde sah ich einen Elch
und dachte mir erfreut: Oh welch
ein wunderbarer Tag, an dem
ein Elch so ruhig und ganz bequem
inmitten eines Waldes steht,
ein Mensch an ihm vorübergeht
und schmunzelnd denkt: Ja welche
Freude sind doch stille Elche!
Gleichwohl sieht der Elch den Mensch,
und denkt sich: Also wirklich, wenn’sch
jetzt spreche könnt’, ich würde ihm
ganz furchtlos, beinah ungestüm
einfach mal die Wahrheit sagen,
doch nicht ganz ohne Unbehagen
seufzen: Wirklich, auf euch Menschen
kann ich mir keinen Reim machen.


Obwohl ich hier eine nicht gerade kleine Auswahl an Texten ausgewählt habe, ist es mir wohl kaum gelungen, ein komplettes Bild von Zinjas Werk zu schaffen. Ich habe lediglich einige Mosaiksteinchen herauspicken können. Deswegen kann ich einen Besuch ihrer Galerie nur empfehlen: Klickt euch rein und stöbert!

Abschließend möchte ich gerne die Autorin selber zu Wort kommen lassen, weshalb ich einige Fragen zurechtgelegt habe, von denen Zinja so lieb war, sie zu beantworten. Viel Spaß!


Wie gehst du beim Schreiben vor? Welche Rituale, Strategien hast du?
Das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Ich bin da eher spontan und chaotisch, glaube ich. Als wichtig hat sich erwiesen, auf die äußeren Umstände zu achten. Also, dass ich ausgeschlafen bin, Zeit und Ruhe habe und außerdem auch genug abseits vom Schreibtisch erlebe. Wenn das gegeben ist, geht das Schreiben eigentlich fast von allein. Außerdem hilft mir, mit jemandem über das zu sprechen, was ich gerade schreibe.

Ansonsten könnte man vielleicht als Strategie benennen, dass ich bei längeren Texten Bilder oder Musik sammle, die ich mit der Geschichte verbinde und die mir helfen, den roten Faden zu behalten.

Wen und was möchtest du mit deinen Texten erreichen?
Schreiben ist etwas, was mir schon immer geholfen hat, Gefühle und Gedanken zu ordnen. Und es ist auch etwas, für das ich schon früh Lob bekommen habe. Im Grunde sind das immer noch zwei wesentliche Triebfedern, der emotionale Selbstzweck und die Anerkennung von außen. Außerdem freue ich mich immer, wenn jemand von einem Text von mir berührt wird, wenn jemand schreibt, dass der Text sie zum Lächeln gebracht hat, oder nachdenklich macht oder eine neue Perspektive eröffnet hat. Da entsteht dann eine Form von Kommunikation über ganz verschiedene Themen, die mir gut gefällt.

Mit den Romanprojekten kommt auch hinzu, dass ich Leute einfach gut unterhalten will, denke ich. Da möchte ich neben dem Erzählen meiner Geschichten auch eine Plattform und Welt für ihre eigenen Fantasien bieten.

Möchtest du generell etwas zu deinen Texten sagen?
Vielleicht, dass ich selbst oft überrascht bin, was beim Schreiben passiert. Mittlerweile habe ich aber Vertrauen in den Prozess und lasse mich auch auf Texte ein, die mir erst seltsam vorkommen. Als ich z. B. die Geschichte vom Grauen Piraten geschrieben habe, habe ich nach den ersten drei Absätzen gedacht: "Das ist alles völliger Unsinn." Und am Ende kam eine Geschichte heraus, die ich jetzt immer noch sehr mag. 

Wie steht es um deinen Roman Shimea?
Puh, das ist gerade schwer zu sagen. Tatsächlich gab es aus privaten Gründen vor ungefähr zwei Jahren einen Bruch und seitdem habe ich nur noch marginal daran weitergearbeitet. Aber in den letzten Monaten schreibe ich sehr viel an einer anderen Geschichte, die damit verbunden ist und der übrigens auch meine Namenspatin, Zinja, entspringt. Die spielt in der gleichen Welt wie Shimea, von daher beschäftige mich gerade viel mit Worldbuilding und schreibe auch sehr viel. Nur die konkrete Fortsetzung von Lissas Schicksal hängt gerade.

Hast du vor, eines Tages zu veröffentlichen?
Ja. Ehrlich gesagt hoffe ich, dass meine Geschichte über Estorin nächstes Jahr veröffentlichbar wird und dass Shimea dann ein paar Monate später folgen kann. Außerdem lese ich eigentlich auch ganz gerne kürzere Texte auf Bühnen, z. B. beim Poetry Slam. Das habe ich in den letzten Jahren leider nur zweimal gemacht, nehme mir aber regelmäßig vor, das wieder zu tun.

Gibt es etwas, was du anderen Schreiberlingen mit auf den Weg geben möchtest?
Schreib, was dir Freude, Lust, Begeisterung... macht! Lass dich nicht abschrecken von inneren Stimmen, die genau das irgendwie mies machen wollen oder immer wieder die Frage stellen, was andere denn darüber denken könnten. Gut Schreiben ist eine Übungsfrage, und alles, was dich begeistert, führt zu mehr Übung.
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sacredZinjaHobbyist Writer
So, jetzt komme ich endlich dazu, mich hier auch mal zu melden. Vielen Dank für dieses schöne Feature! Habe mich sehr über deine Auswahl der verschiedenen Texte und die Art der Zusammenstellung gefreut! :heart:
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FlammenfederHobbyist Writer
Gerne^^
Nochmal entschuldigung, dass es so lange gedauert hat. Ursprünglich wollte ich mehr selber schreiben, habe mich damit aber wohl übernommen. 
sacredZinja's avatar
sacredZinjaHobbyist Writer
Ich kenne sowas... ich habe im wesentlichen aufgehört, Leuten Versprechungen zu machen... wo wir gerade dabei sind... Wann wäre denn die letzte Topiaz-Deadline gewesen? Ich hab Tutziputz versprochen, bis dahin was zu schreiben, aber das fällt ja nun weg...
Flammenfeder's avatar
FlammenfederHobbyist Writer
Das ist schwer zu sagen, weil, wie ich festgestellt habe, jetzt eh eine furchtbar doofe Zeit ist - erst November, mit dem NaNo, dann Dezember, wo eh keiner nen Kopf für sowas hat und dann Januar, wo dann erfahrungsgemäss keiner mehr Lust hat und sich lieber alle vom Dezember erholen xD
Ich hätte vielleicht versucht, den Abgabetermin für Mitte Februar zu setzen? Aber so ein wirklich festgelegtes Datum oder so gab es nie. 

(Btw - du darfst dir noch einen Preis aussuchen, gell)
sacredZinja's avatar
sacredZinjaHobbyist Writer
Vielen Dank für die ausführliche Antwort!

Bei den Preisen ist augenblicklich nichts dabei, was ich möchte. Ist aber nicht schlimm.
EINsamer-wANDERER's avatar
EINsamer-wANDERERHobbyist Writer
Mir gefällts. Wird das jetzt eine neue Blogreihe?
Flammenfeder's avatar
FlammenfederHobbyist Writer
Nicht eine Blogreihe in dem Sinne. Das war der Gewinn, den Zinja sich für ihren ersten Wettbewerbssieg ausgesucht hat. 
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