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La Conexion Futura

sacredZinja's avatar
By sacredZinja   |   
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"Ein Jäger geht in ein Gefängnis.
Er wird erschossen, weil er kein Gefangener ist.
Haha!“

Humor. Solange ich Emma kannte, hatte sie nie wirklich begriffen, worum es ging. Und trotzdem hatte sie beschlossen, mich jeden Morgen mit einem selbst erdachten Witz zu wecken. Meine Eltern hatten mir die AI zu meinem 12. Geburtstag geschenkt. Das war jetzt fast 8 Jahre her. Damals hatten viele gedacht, es würde zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen, wenn Kinder eine AI erziehen. Emma war irgendwie Spielzeug, aber irgendwie auch meine Freundin. Ich hatte sie vor einiger Zeit von der kindischen Puppe auf mein ID-L überspielt. Niemand hielt in meinem Alter noch an einer solch rudimentären AI fest. Außer mir eben.
„Sag mir lieber, wie das Wetter heute wird“, sagte ich etwas grummelig und zog mir noch einmal die Decke ins Gesicht. Kalt. So viel konnte ich jetzt schon sagen.
„Wetterbericht Dienstag, 23. März 2326, Distrikt 17 Ost B7: bewölkt, 73% Risiko für Schneefall, Höchsttemperatur -4 Grad Celsius.“

Ich seufzte und wünschte mich in die Wärme. An meiner Zimmerwand hatte ich die Bilder des Kalenders „Saragossa 2000“ angepinnt. Fotos und Malereien, wie es hier angeblich vor über 300 Jahren gewesen war. Bevor der Versuch, die Polkappen einzufrieren, eine Katastrophe ausgelöst hatte, bei der fast die Hälfte der Weltbevölkerung ums Leben gekommen war. Ich beneidete die Menschen, die dort kurzärmlig durch die Straßen schlenderten. „Subtropisch“, hatte ich gelernt, war es hier früher gewesen. Das war allerdings noch vor der Hitzeperiode, die das Leben in dieser Stadt beinahe unmöglich gemacht hatte. Nach wie vor das Paradebeispiel für die Risiken von Fortschritt, das Wissenschaftsgegner ständig heranzogen, wenn ihnen die Argumente ausgingen.

Aber es half nichts. Ich konnte mich noch Stunden in eine andere Klimazone oder eine andere Zeit wünschen. Jetzt musste ich erstmal pünktlich zur Uni kommen.
„Magst du eigentlich Amir?“, wollte Emma wissen, während ich mich aus dem Bett quälte und mich anzog. „Amir?“, fragte ich zurück. Er studierte mit mir zusammen Technische Botanik, hatte den Wunsch, auf den Mars überzusiedeln, sobald sie dort zivile Bevölkerung einwandern ließen, und liebte dieselbe Musik wie ich.
„Amir Wesson, aus deiner Uni“, konkretisierte Emma.
„Ja, ich weiß, wen du meinst.“
„Also, magst du ihn?“
„Er ist nett“, antwortete ich vage.
„Er diskutiert gerade mit einem Freund, ob er dich nach einem Date fragen sollte.“
„Wie…? Du hast seinen SMIT-Account gehackt? Emma!!!“
Emma hatte keine Körpersprache, seit sie in meinem ID-L lebte, aber sie glich dies durch einen exzessiven Gebrauch diverser Bild- und Geräuschdatenbanken aus. Auf mein Entsetzen reagierte sie mit dem freudigen Kreischen einer Menschenmenge, das sich typischerweise in einer Achterbahn hören ließ. Ich wusste nicht direkt, was sie mir damit sagen wollte. Dann fügte sie an: „Außerdem ist er selbst schuld. Er benutzt immer noch HME 3. Jedes Kind kann ihn hacken.“
„Sag mal, du sorgst dafür, dass mein ID-L sicher ist, oder?“
Sie ließ Fanfaren erklingen, und sagte triumphierend: „Nichtmal du kommst an irgendwas dran, wenn ich es nicht will.“
„Beruhigend…“

Zum Glück ließ Emma das Thema fallen und ich verbot ihr, anderer Leute Gespräche zu belauschen. Sie schickte mir dafür das Bild eines schuldbewussten Hundewelpens und las vermutlich weiter mit, was Amir mit anderen Leuten besprach. Ich würde ihn vor ihr warnen müssen. Oder? Und außerdem stellte sich die Frage: Mochte ich ihn?
Amir hatte zumindest die schönsten blau-blonden Haare, die ich je gesehen hatte. Er ließ sie lang wachsen und schwor, dass „alles echt“ war und in seinem Stammbaum nie jemand genetisch verändert worden war. Ich glaubte ihm nicht, und hielt es darüber hinaus nicht für möglich, dass er  das selbst überhaupt mit Sicherheit wissen konnte. Trotzdem, seine Haare waren ein echter Hingucker und er hätte sicherlich keine Schwierigkeiten, irgendein Mädchen für ein Date zu finden.  Zumal er klug und lustig war und einen wunderschönen roten Schimmer in den Augen trug. Er wollte wirklich mich fragen? Oder wurde ich von Emma an der Nase herum geführt?

Etwa eine Stunde später betrat ich den Hörsaal zur Vorlesung über veredlungsresistente Böden. Als Amir mich sah, winkte er mir lächelnd zu, kam mir entgegen und meinte: „Hey, hab deinen Text gerade erst gelesen. Ich komme liebend gern mit! Ich meine, wow, ich würde sterben für einen Besuch im MECo!“
„Einen Moment…“, erwiderte ich und blickte auf mein ID-L. Ganz offensichtlich hatte ich ihm geschrieben: „Hallo Amir, möchtest du mitkommen zum - Termin Samstag 27. März 14:00 Uhr Verabschiedung Tante MECo - Ich würde mich freuen!“
Ich starrte auf den Text, den Emma verfasst haben musste, und sagte etwas verlegen: „Entschuldige… ich habe eine alte Quasi-AI auf dem Ding, die die fixe Idee hat, mich zu verkuppeln. Das habe ich nicht geschrieben.“
„Oh“, erwiderte er sichtlich enttäuscht, sodass ich mich beeilte nachzuschieben: „Aber du kannst trotzdem mitkommen, denke ich, ich muss nur erst meine Eltern fragen.“
„Ehrlich? Und, ähm…“, meinte er jetzt etwas verlegen, „…was hältst du von der Idee, ich meine, wir könnten hinterher… ich gehe noch mit Freunden aufs Stadtfest… Vielleicht möchtest du mitkommen. Damit ich mich revanchieren kann.“
Emma ließ ein Feuerwerk in Herzform aufploppen. Ich ließ mein ID-L wortlos in meinen Rucksack gleiten und Amir tat, als hätte er nichts gesehen. „Meine AI meint übrigens, du seist leicht zu hacken, weil du immer noch HME 3 benutzt.“
„Hmhm“, erwiderte er etwas betreten.
„Stadtfest also?“ , wechselte ich das Thema und versuchte, gut gelaunt zu klingen. Der Start des Mars-Shuttles zog eine Menge Touristen in die Stadt. Schon die ganze Woche über herrschte  trotz der eisigen Temperaturen Kirmesstimmung in den Straßen, aber Samstag würde groß gefeiert werden. Amir nickte sichtlich erleichtert und erklärte mir, dass abends die Band des Bruders eines Kumpels auftreten würde - oder so - und er unbedingt mit mir hinwollte.

Meine Mutter war weniger begeistert von unseren Plänen. „Du willst was?“, fuhr sie mich vorwurfsvoll an, als ich ihr später davon berichtete und fragte, ob ich Amir ins MECo mitbringen könnte. „Kannst du nicht einmal da sein, wenn deine Familie dich braucht?“, maulte sie genervt.
„Ich bin Freitag da“, erwiderte ich nicht weniger patzig, „Es gibt noch genug Zeit, die wir uns alle grottenschlecht fühlen können. Kann ich da nicht zwischendrin ein bisschen Spaß haben?“  
„Mach, was du willst. Aber vielleicht denkst du nochmal nach, ob du deinen Vater im Stich lassen willst, nur um mit irgendeinem Typen zu flirten.“ Sie klang gereizt und trug diese typische mütterliche Enttäuschung in ihrem Gesicht, die die fiesesten Gewissensbisse in mir auslöste. Frustriert ging ich in mein eigenes Apartment und rollte mich auf meinem Bett zusammen.
 
Ich fand ihren Vorwurf unfair. Nicht nur, weil ich mir ohnehin schon Sorgen um meinen Vater machte. Ich mochte meine Tante, und würde sie würde mir fehlen. Wir alle hatten am Freitag einen aller Voraussicht nach bedrückenden letzten gemeinsamen Abend vor uns, bevor Elina am Samstag zum Mars aufbrechen und vermutlich nie zurückkehren würde. Ich würde sie vermissen. Aber meinem Vater schien es das Herz zu brechen, seine kleine Schwester auf diese Weise zu verlieren. Er arbeitete selbst in der Mars-Earth-Conexión, war aber bereits zu alt für die Übersiedlung und hatte sie auch, glaube ich, nie gewollt. Je näher die Abreise seiner Schwester rückte, desto stiller war er geworden. Sie war seit einigen Wochen in der vorgeschriebenen Quarantäne. Es hatte bereits tränenreiche Abschiede gegeben, aber er telefonierte fast täglich mit ihr. Auch am Freitag würden wir sie nur noch durch eine Glasscheibe sehen, am Samstag gar nicht mehr. So sehr ich sie mochte, ich hoffte sehr, dass es meinem Vater nach ihrem Abflug wieder besser gehen würde.
 
„Sorry“, textete ich Amir, „MECo wird nichts, Stadtfest vielleicht.“
Ich war immerhin 20. Ich konnte ganz sicher auf ein Stadtfest gehen, ohne meine Eltern um Erlaubnis zu fragen.
„Deine Mutter ist blöd“, sagte Emma in die Stille meiner Gedanken hinein. Ich seufzte.
„Sie macht sich nur Sorgen.“
Mein ID-L leuchtete auf und zeigte eine neue Nachricht von Amir an: „Ich mag dich.“
Emma reagierte erneut mit ihrem Herz-Feuerwerk.
„Hör auf, meine Nachrichten zu lesen.“
„Kann ich nicht.“
Ich starrte auf Amirs Nachricht.
„Dann hör auf, sie zu kommentieren.“
Traurige Hundeaugen, dann sagte Emma: „Aber ich bin deine beste Freundin. Ich muss dein Liebesleben kommentieren.“
„Ich habe kein Liebesleben.“
„Noch nicht.“
Ich rollte mit den Augen. Verdammt. Wer schreibt denn „Ich mag dich“ ohne jeden Kontext? Männer mit kristallblonden Haaren vielleicht, die insgeheim darauf hofften, den Shuttlestart von Nahem zu sehen.
Während ich noch mit schwitzigen Händen unschlüssig mein ID-L auf der Bettdecke hin und herschob, trudelte die nächste Nachricht von Amir ein: „Sorry, ich bin ein Idiot.“
Die erste Nachricht war schon schlimm genug, aber was sollte ich darauf antworten?
Wie von Zauberhand erschien in meinem Display, Buchstabe für Buchstabe: „Nein, ich mag dich auch“, gefolgt von zwei Herzchen und drei Kussmündern. „So macht man das nicht, Emma“, erklärte ich und löschte die Nachricht, bevor sie sie abschicken konnte.
„War ja nur ein Vorschlag.“
Ich versuchte, selbst etwas zu antworten, aber ich kam nicht einmal so weit wie meine AI. Ich blieb stecken bei der Frage, ob „Aha?“ eine Möglichkeit war, als bereits Amirs dritte Nachricht erschien: „Kannst du morgen so tun, als wäre das nicht passiert?“
„OK.“ Diese Nachricht schickte ich ab, ohne sie zu überdenken. Emma rollte mit den Augen. Und ich verbrachte den Rest des Abends damit, mir auszumalen, wie das Gespräch hätte laufen können und ärgerte mich über mich selbst. Vielleicht wäre „Aha?“ besser gewesen als nichts. Und dann mein dummes „OK“, wenn ich doch offensichtlich nicht einfach so tun konnte, als wäre nichts gewesen. Aber was genau war eigentlich passiert? Und warum fühlte Amir sich wie ein Idiot…

Die betrübte Schweigsamkeit meines Vaters beim Abendessen und die angestrengten Versuche meiner Mutter, trotzdem ein Gespräch zu führen, trugen ebenfalls nicht wirklich zu meiner Stimmung bei. Schlecht gelaunt ging ich ins Bett und lag Stunden später immer noch wach. Ich grübelte über Amirs Nachrichten und entschloss mich endlich, zurückzuschreiben: „Kann ich doch nicht. Sorry. Vielleicht bin ich der Idiot.“
Ich schickte sie ab. Dann bat ich Emma, sie wieder zu löschen, was sie widerwillig tat. Ich hoffte angestrengt, dass Amir sie tatsächlich nicht bekommen hatte.

Er wich mir die nächsten Tage in den Vorlesungen aus und ich brachte es ebenfalls nicht über mich, ihn anzusprechen. Bei einigen Veranstaltungen fehlte er sogar und ich hoffte, dass es nicht an mir lag. Immer wieder holte ich mein ID-L heraus, las seine Nachrichten und überlegte, was ich ihm schreiben könnte, um irgendetwas besser zu machen. Ich fühlte mich furchtbar. Emma machte mir immer wieder nutzlose Vorschläge, wobei es mir erschien, dass selbst meine AI über mehr emotionale Intelligenz verfügte als ich. Ihr fiel zumindest irgendetwas ein, während ich irgendwann einfach nur noch versuchte, nicht mehr über Amir nachzudenken. Es gelang mir nicht.

Und schließlich kam Freitag. Mein Vater wirkte traurig, aber gefasst, als ich ihn morgens in der Küche antraf. Wortlos händigte er mir eine Karte aus: Bewilligter Eintritt für Amir Wesson zur Familienlounge im MECo. Ich seufzte.
„Ich dachte, du freust dich“, sagte er ein wenig verlegen, „Deine Mutter hat mir erzählt, dass du ihn mitbringen möchtest.“
„Danke.“ Mehr fiel mir nicht ein.
Er zuckte mit den Schultern und meinte ruhig: „Du solltest den Tag genießen. Ich habe auch keine Lust, nach dem Abflug hier ins leere Haus zu kommen. Vielleicht gehe ich lieber selbst aufs Stadtfest.“
„Hmhm“, erwiderte ich, in Gedanken bereits bei der Frage, was ich nun eigentlich tun sollte.

„Mein Vater hat dich für morgen registrieren lassen“, schrieb ich Amir einige Minuten später, „Ich bringe dir deinen Ausweis nachher mit.“
„OK.“
Falls es eine Retourkutsche sein sollte, traf sie ins Schwarze. Es fühlte sich tatsächlich ziemlich bescheuert an, mit einer solchen Antwort abgespeist zu werden. Emma schickte mir ein brechendes Herz. Ganz toll.

Ich musste mehrmals tief durchatmen, bevor ich an diesem Tag den Seminarraum betrat, nur um dann festzustellen, dass Amir noch gar nicht da war. Ich setzte mich nach hinten, wo ich die Türen im Blick behalten konnte und sehen würde, wenn er auftauchte. Mich überfiel eine klassische Teenager-Paranoia und ich konnte nur schwer den Gedanken beiseite schieben, dass alle im Raum über meine dumme Reaktion auf Amirs Nachrichten tuschelten. Vor einigen Wochen hatte ich mich noch so erwachsen gefühlt und jetzt kam ich mir vor wie 13. Es war keine Erleichterung, dass meine Kommilitonin Lilani versuchte, mich in ein Gespräch einzubinden. Ich antwortete unwirsch einige „hm“ und „ach so“ und bekam einen halben Schock, als Amir schließlich tatsächlich den Raum betrat.
Träge ließ er seinen Rucksack gleich an der ersten Reihe fallen und setzte sich, obwohl ich fast sicher war, dass er mich gesehen hatte. Unser Dozent erschien, und für zwei Stunden konnte ich nichts tun außer mir wütende Textnachrichten an Amir auszumalen.
Nach der Stunde beeilte ich mich ihn zu erreichen, bevor er weglaufen konnte.
„Hier“, sagte ich ein wenig bockig und hielt ihm den MECo-Ausweis hin. Er warf einen Blick darauf.
„Sag deinem Vater danke“, erklärte er wenig begeistert, ohne mir den Ausweis aus der Hand zu nehmen.
„Gehen wir danach aufs Stadtfest?“, fragte ich ohne nachzudenken und erntete von ihm einen düsteren Blick.
„Sagst du mir gleich, wie wichtig dir unsere Freundschaft ist und dass ich das nicht kaputt machen soll?“, fragte er missmutig.
„Puuhhh…“, antwortete ich, „Du machst es einem aber auch echt nicht leicht.“
Er zog mir seinen Ausweis aus der Hand und sah mich plötzlich, nur für einen Augenblick mit großen, traurigen Augen an, die Emmas Hundeaugen in nichts nachstanden. Dann allerdings wandte er sich um und ging.

Der Abend wurde schöner, als ich vermutet hätte. Außer meinen Eltern, meinem kleinen Bruder und mir waren eine Menge Freunde und Kollegen erschienen. Es war hart, Elina zu sehen, ohne sie umarmen zu können und natürlich gab es Tränen, die nicht so recht in die kühle, geschäftliche Atmosphäre des Zentrums passen wollten. Aber irgendwie versuchten wir alle, uns an den guten Erinnerungen zu freuen und Elina mit lustigen, ernsten und vielleicht auch sentimentalen Anekdoten zu unterhalten. Sie versprach mir, mir Daten aus den Gewächshäusern zu übermitteln, falls ich meine Abschlussarbeit über den Mars schreiben wollte. Irgendwie würden wir doch alle an  ihrem Abenteuer teilhaben und sie nicht völlig verlieren. Aber trotzdem überfiel mich auf dem Heimweg eine melancholische Traurigkeit. Ich fühlte mich schwer und irgendwie allein und schrieb Amir: „Vielleicht möchte ich mich bloß nicht in jemanden verlieben, der sowieso irgendwann auf den Mars verschwindet.“

Ich vergaß oder verdrängte, dass ich das getan hatte und schaffte es am nächsten Morgen tatsächlich, mich auf meine Familie zu konzentrieren. Wir führten oberflächliche Gespräche, die sich schal und bedeutungslos anfühlten, aber besser waren als Schweigen. Ich schwankte zwischen Aufregung über Elinas Abenteuer, Sorge darum, ob sie wirklich auf dem Mars ankommen würde und Trauer, dass sie ging.

Wir waren viel zu früh im MECo, aber wir waren lange nicht die ersten. Die anderen Familien erschienen ähnlich unruhig wie wir. Die meisten beobachteten stumm die Bildübertragung vom Shuttle, wo die letzten Vorbereitungen stattfanden. Manchmal hörte man verkrampftes, zu lautes Lachen zwischen den sonst sehr ruhig geführten Gesprächen. Die einzig akzeptablen Themen hier oben schienen die aktuellen Lebensbedingungen auf dem Mars, die gute Vorbereitung durch das MECo und Anekdoten darüber zu sein, in welchem Alter unsere Angehörigen bereits davon geträumt hatten, fremde Planeten zu sehen. Mein Vater erzählte angespannt, wie Elina schon im Kindergarten fast nur Raketen gebastelt hatte. Ich sah sie kurz auf dem großen Bildschirm. Sie winkte in die Kamera, bevor sie ihren Helm aufsetzte. In ihrem Blick las ich vor allem Abenteuerlust und den Ernst eines großes Vorhabens und freute mich für sie. Traurig wirkte sie nicht.

Irgendwann erblickte ich Amirs helle Haare und winkte ihn zu uns herüber. Er wirkte verlegen, als fühlte er sich fehl am Platz, und vielleicht war er das zwischen den aufgeregten Angehörigen auch. Er setzte sich stumm in einen der schweren Ledersessel. Ich hatte keine Nerven, ein Gespräch mit ihm zu beginnen. Irgendwie war ich trotzdem froh, dass er gekommen war.

Und schließlich war es so weit. Wir alle versammelten uns am Fenster der Lounge und bangten um einen komplikationsfreien Start, als der Countdown gezählt wurde und erlebten, wie das Shuttle donnernd abhob. Dreißig Männer und Frauen waren an Bord. Dreißig Menschen, die ein völlig neues Leben beginnen würden. Es wirkte endgültig, als das Shuttle über uns verschwand. Elina war weg. Tatsächlich erleichterte mich der Gedanke, dass wir den Abschied überstanden hatten, aber es machte mich auch traurig.
Amir hatte die ganze Zeit neben mir gestanden und fasziniert das Geschehen beobachtet. Jetzt wandte er sich zu mir um und sagte etwas verlegen: „Ich weiß ja noch gar nicht, ob ich das wirklich will.“
Ich erinnerte mich an die Nachricht, die ich ihm spät nachts geschrieben hatte. Augenblicklich stieg mir die Schamesröte ins Gesicht. Mehr als „hmhm“ brachte ich nicht heraus. Er grinste, das erste Mal seit Tagen: „Also kommst du heute mit zu den Beluga Furrs?“
Ich warf über seine Schulter einen kurzen Blick zu meinem Vater, der mir traurig aber auch etwas amüsiert zulächelte. Dann nahm er meine Mutter beim Arm, zwinkerte mir noch einmal zu und schob sie zum Ausgang.
„Vorher noch Schneemann bauen?“, fragte ich Amir grinsend.

Gemeinsam verließen wir das MECo. Ich sah noch oft in den Himmel an diesem Abend und fragte mich, wie es Elina gehen mochte. Aber noch viel häufiger sah ich in Amirs rotschimmernde Augen und ich schwöre, dass für einen winzigen Moment die Zeit stillstand, als er mich küsste.
© 2018 - 2020 sacredZinja
Mein Beitrag für

 Topiaz: Blick in die Zukunft


Es ist dann doch noch irgendwie eine richtige Geschichte geworden, auch wenn sie sich liest wie ein Prolog (finde ich).

Falls es jemanden interessiert:
Wenn sich unsere Zeitrechnung nicht ändert, dann ist der 23. März 2326 tatsächlich ein Dienstag. (Und weil mir das schon zu viel Recherche ist, schreibe ich gewöhnlich Fantasy. ^^)
Comments27
anonymous's avatar
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Tutziputz's avatar
TutziputzHobbyist Writer
Wow, hier ist Dir ein wirklich großer Wurf gelungen. Auf spielerische Weise stellst Du eine zukünftige Welt nach der Klimakatastrophe vor, gespickt mit so netten kleinen Seitenhieben wie "nach wie vor das Paradebeispiel für die Risiken von Fortschritt, das Wissenschaftsgegner ständig heranzogen, wenn ihnen die Argumente ausgingen".

Und doch steht weder die Kritik an unserer derzeitigen selbstzerstörerischen Lebensweise im Mittelpunkt, noch die zwischenzeitlich eingetreten Apocalypse oder die zukünftigen technischen Entwicklungen bis hin zur Besiedelung des Mars. Nein, stattdessen liegt der Fokus ganz auf einer netten Liebesgeschichte mit einer extrem sympathischen Protagonistin, die sich ob der für sie neuen Situation plötzlich wieder wie eine 13-Jährige fühlt :heart:

Es ist eine kleine, verspielte Geschichte, die zu lesen einfach sehr viel Spaß macht. Und Emma ist ganz klar meine Oscar-Nominierung für die beste Nebenrolle :woohoo:
sacredZinja's avatar
sacredZinjaHobbyist Writer
Hey, danke für das Lob!

Der kleine Seitenhieb hat mir auch Spaß gemacht. ^^ Freut mich, dass das genauso bei dir angekommen ist.

Ich glaube, mir war beim Schreiben einfach nicht nach Dystopie, weil ich selbst schon mit ziemlich viel Sorge auf die nächsten 200 Jahre schaue und irgendwie lieber etwas hoffnungsvolles in der Zukunft vermuten möchte. Freut mich, dass auch das Lesen Spaß macht!

(Mein erster Versuch an der Wettbewerbsaufgabe war eine Welt, in der die Regierung eine AI ist, Menschen statt Namen nur noch ein Identitäts-Chiffren haben und alles im Chaos versinkt, nachdem die Haupt-KI-Server zerstört wurden... Aber da bin ich nicht weiter gekommen.)

Außerdem glaube ich, dass für Menschen egal welcher Zeit immer am wichtigsten sein wird, ob der coole Typ sie auch mag oder wie es Papa geht. .:blush:. 
Flammenfeder's avatar
FlammenfederHobbyist Writer
So, endlich kann ich mich auch trauen, die Kommentare zu den Storys zu lesen ^^

Deine Alternativ-Idee wäre, mit einer etwas positiveren Grundstimmung, auch sehr interessant gewesen. Aber ich bin sehr froh, dass nicht alle Texte 100% düster geworden sind. Auch wenn die Dystopie bei der hier im Hintergrund auch noch irgendwo mitschwingt.
sacredZinja's avatar
sacredZinjaHobbyist Writer
Jaa... meine Alternativ-Idee hätte aber einfach ein paar Wochen mehr Zeit erfordert, und möglicherweise auch mehr als 5000 Wörter, zumindest wenn man Info-Dumps vermeiden will, weil die Welt sich da schon sehr, sehr stark von der unseren unterschieden hätte und ich dann auch einen Plot hätte haben wollen, der dem gerecht wird. Das ist in meinem Kopf sehr schnell sehr viel größer geworden und ich habe es daher dann verworfen. Den Anfang hatte ich schon geschrieben, falls es von Interesse ist, hänge ich ihn mal mit in den Kommentar.

Ich bin ß2347n0#%#hd§p6smy+sam.

Die Alten erzählen manchmal von einer Zeit, in der man Kindern bei der Geburt Namen gab anstelle ihrer ID. Dass man von Namen auf Familien schließen konnte, sogar Jahrhunderte zurück. Das war angeblich noch lange nach der Entdeckung der menschlichen DNA die gängige Methode gewesen, was mir umständlich vorkam.

Ich hatte meinen Namen schon häufiger geändert. Im Moment hieß ich Yen. Meine Mutter nannte mich weiterhin Jussi. Das war mein erster Name, den ich sehr lange getragen hatte.

Die ID war nach dem großen Bruch eingeführt worden. Damals hatte erstmal eine AI unsere Regierung gestellt und das Land ins Chaos gestürzt. Doch sie lernte daraus. Nach ihrem Scheitern bereinigte sie die Gesellschaft von den Dingen, die sie in ihren Aufgaben behindert hatten. Sie hatte viele Anhänger.
Meine Eltern berichten aus dieser Zeit, dass viele schon lange auf eine Trennung von Staat und Person gedrängt hätten.

Für den Staat war ich also ß2347n0#%#hd§p6smy+sam.

Es interessierte ihn nicht, dass ich ebenso Yen, und irgendwie auch immer noch Jussi war.

Warum erzähle ich davon?

Am 15. März 2471 wurden sämtliche ID-Daten zerstört. Man hatte uns wieder und wieder versichert, dass dies nicht geschehen könnte.

Von heute auf morgen existierte niemand mehr. Und doch waren wir alle noch hier.

Flammenfeder's avatar
FlammenfederHobbyist Writer
Mh, ja, das wäre mit dem Wortlimit vermutlich schwierig geworden. Man sieht ja an diesem Anfang schon, wie du zuerst erklären musst, wie es vorher war, bevor du überhaupt mit der aktuellen Situation anfangen kannst. 
Aber es wirkt tatsächlich gar nicht so pessimistisch, wie ich nach deiner Zusammenfassung erwartet hätte^^
Tutziputz's avatar
TutziputzHobbyist Writer
Ja, mit dem letzten Absatz hast Du Recht. So habe ich - als ich die Aufgabe für den Wettbewerb gelesen habe - natürlich auch sofort an eine Dystopie gedacht. Allerdings war es bei mir eine Welt, die politisch komplett den Bach runtergegangen ist ... in der wieder Hass und Rassismus regieren.

Aber ich habe es nicht hingekriegt. Irgendwie scheinen düstere und ausweglose Geschichten einfach nicht mein Genre zu sein ...
sacredZinja's avatar
sacredZinjaHobbyist Writer
Gerade Hass uns Rassismus ist ja auch etwas, was einen im Moment manchmal sprachlos machen kann... finde ich.
Flammenfeder's avatar
FlammenfederHobbyist Writer
Ah, man hätte auch ruhig eine Utopie schreiben können, es war zu keinem Zeitpunkt angedacht, dass alle eine Dystopie kreieren müssen xD
DuchesseOfDusk's avatar
DuchesseOfDuskHobbyist General Artist
Hey, eine nette, kleine Geschichte hast du hier geschrieben. Ich mag es, wie du so unscheinbar diese Welt beschreibst. Vor allem die blau-blonden Haare und die roten Augen haben mir gefallen. Eine wirklich gute Idee :)
Also ich habe schon von Anfang an angenommen, dass es sich um eine weibliche Protagonistin handelt. Ich kann mich aber nicht erinnern, ihren Namen gelesen zu haben oder eine Stelle, in der eindeutig geklärt wird, dass es eine "sie" ist. Also es könnte sich auch um einen Jungen handeln ;)

Emma ist schon irgendwie niedlich und lustig. Ein bisschen gestört hat mich allerdings, dass sie sich in den Account des Jungen hackt. Du schreibst, dass die Protagonistin ihre KI schon sehr lange hat und dass sie sie quasi erzogen hat. Und sie war ja ziemlich entsetzt darüber, dass Emma ihren Schwarm gehackt hat. An der Stelle verstehe ich nicht, wie Emma auf die Idee mit dem Hacken gekommen ist. Sie wurde von jemandem erzogen, der absolut dagegen ist. Also kann Emma die Idee nicht von der Protagonistin haben. :confused:
Hinzu kommt, dass der Hersteller solcher KIs sicherlich irgendwelche Programmroutinen einbauen wird, dass sie nichts Verbotenes tun können. Wäre unpraktisch, ein Produkt für Kinder zu verkaufen, und später werden aus den KIs irgendwelche Cyberkriminellen. Solche Programmfunktionen sollten so einer Emma sicherlich nicht zugänglich sein.

Hinzu kommt die Sache mit den Abkürzungen. Ich habe gesehen, du benutzt ziemlich viele davon, ohne sie zu erklären. Was "MECo" bedeutet, habe ich im Verlauf der Geschichte rausgefunden. Aber was genau ist ein SMIT-Account oder ein ID-L? Solche Abkürzungen klingen zwar nach Sci-Fi, aber mich stört es, wenn ich nicht weiß, was sie bedeuten. In so einem Fall kannst du beim ersten Mal eine Abkürzung im Text ausschreiben, oder du legst ein kurzes Glossar unter dem Text an. Dann weiß ich als Leser, worum es genau geht.
Ich habe mir jetzt einfach futuristische Smartphones gedacht, aber ich habe keine Ahnung, ob das so im Sinne der Geschichte ist.
Hinzu kommt die Abkürzung "AI". Die ist englisch, du schreibst aber auf deutsch. Daher wirkt die Abkürzung "AI" einfach fehl am Platz. In der deutschen Literatur wird hier "KI" verwendet, für künstliche Intelligenz. So habe ich es beim Schreiben meines Kommentares auch automatisch gemacht.
Das ist übrigens eine Abkürzung, die meiner Meinung nach keine Erklärung braucht, weil sie nicht spezifisch für deine Geschichte ist, sondern allgemein bekannt. Okay, zugegeben kann ich hier nicht für alle sprechen, da ich einiges an Sci-Fi lese. Jemand anderes mag mit der Abkürzung nicht so vertraut sein und sich dafür vielleicht auch eine Erklärung wünschen. :shrug:

Aber abgesehen von den beiden Kritikpunkten fand ich deine Geschichte sehr nett und unterhaltsam :)
sacredZinja's avatar
sacredZinjaHobbyist Writer
Hey, danke für deinen ausführlichen Kommentar.

Es gibt, glaube ich, tatsächlich nur einen Hinweis auf das Geschlecht der Protagonistin. Sie geht davon aus, dass Amir ein Mädchen daten möchte, was in dieser Situation erstmal nahelegt, dass sie selbst eins ist. 

Emma wurde vom Teenager-Ich der Protagonistin erzogen, fraglich, wann sie welche moralischen Standards entwickelt hatte. Vorstellbar z. B., dass die Progagonistin Emma irgendwann mal erzählt hat, einen Brief einer Freundin gelesen zu haben, der gar nicht an sie gerichtet war und es gerechtfertigt hat mit "Selbst schuld, wenn sie den offen auf dem Tisch rumliegen lässt" --> für Emma identisch wie das Nutzen von HME 3, das einen ja auch quasi dazu einlädt, mitzulesen...
Bis vor kurzem hat Emma als Spielzeug in einer Puppe gelebt und hatte nur eingeschränkten Zugang zu Informationen, war damit "kindersicher". Vermutlich brauchte es einige Anpassungen an die neue Umgebung mit neuen Schnittstellen, die Emma plötzlich Möglichkeiten geben, die die Protagonistin nicht gut durchdacht hat.

Vielleicht machen es diese Erklärungen für dich ein wenig plausibler.

Die Abkürzungen habe ich absichtlich ohne Erklärungen gelassen, weil ich es für realistisch halte, dass Menschen dieser Zeit inklusive der Protagonistin die Bedeutung auch nicht kennen. Ich weiß z. B. auch nicht, was USB bedeutet, obwohl ich es häufig benutze. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass sich dieser Umgang mit Technik, also sie zu nutzen, ohne wirklich zu wissen, was es ist oder wie es funktioniert, in der Zukunft irgendwie ändert.
Also, das war zumindest die Intention hinter den erklärungslosen Abkürzungen. Die Bedeutung vom MECo kennt die Protagonistin, weil ihr Vater da arbeitet und weil die Bedeutung vielleicht auch allgemein bekannter ist. Wenn aus der Geschichte ein ganzer Roman werden würde, ergäben sich vielleicht innerweltlich Gründe oder Gelegenheiten, auch die anderen zu erklären.

Und AI... da bin ich von meinem eigenen Sprachgebrauch ausgegangen. ^^ Wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, hätte ich aber vermutlich eher noch mehr fremdsprachige Wörter eingebaut, weil ich davon ausgehe, dass sich die Sprache in den nächsten 300 Jahren verändert und sich verschiedene Sprachen eher weiter vermischen werden.
DuchesseOfDusk's avatar
DuchesseOfDuskHobbyist General Artist
Immer gerne doch :)
Uhm, nein, die Erklärung mit dem Brief macht die Sache nicht wirklich plausibler für mich. In dem Fall hätte ein kurzer Satz im Text, dass die Protagonistin wohl einen Brief zu oft mitgelesen hat, schon etwas für mich erklärt. Aber mir stellt sich immer noch die Frage, warum eine KI für Kinder plötzlich von ganz alleine zur Cyberkriminellen wird, nachdem sie auf ein neues Gerät übertragen wurde. Der Hersteller sollte dafür Programmfunktionen einbauen, die sowas verhindern. Zumindest sollte er verhindern, dass sowas nur allein durch die Übertragung auf ein neues Gerät passiert.

Mit Erklärungen habe ich nicht zwangsläufig gemeint, dass du die Abkürzung ausschreiben musst, auch wenn es in meinem Kommentar vielleicht so rüber kommt. Ich meine, ich habe einfach null Ahnung, was z.B. ein SMIT-Account ist oder was die anderen Abkürzungen bedeuten.
USB ist hier ein schöner Vergleich. Denn selbst wenn du nicht weißt, dass USB die Abkürzung für Universal Serial Bus ist, kannst du dir was darunter vorstellen. Und das können die meisten Leute in unserer heutigen Zeit. Wir wissen, dass es sich um einen Stecker/ Anschluss handelt.
Im Gegensatz dazu kann ich mir unter SMIT-Account absolut nichts vorstellen. Ist es sowas, wie Facebook? Ist es ein Account auf der Uni-Seite? Hat es was mit Bank zu tun? Ich habe keine Ahnung. Anhand des Zusammenhangs kann ich mir ein bisschen was denken, aber ich werde als Leser dennoch ziemlich im Unklaren darüber gelassen, was man mit diesem SMIT-Account nun eigentlich alles machen kann. Und das hat mich beim Lesen ziemlich gestört, dieses absolut unwissend zu bleiben. Eine Erklärung wie z.B. SMIT-Account als Zugang zu einem sozialen Netzwerk, hätte mich vollkommen zufrieden gestellt.
Und wie gesagt, dass muss gar nicht alles im Text selber auftauchen, ein Glossar unterm Text wäre auch gut :)

Ja, mit mehr fremdsprachigen Wörtern im Text wäre mir die Abkürzung AI auch gar nicht so aufgefallen. Aber so, wo alles andere deutsch ist, fällt es mir eben schon auf. Und dann finde ich es unpassend.
sacredZinja's avatar
sacredZinjaHobbyist Writer
Hm, es gab sogar mal einen Satz dazu, was Emma sich möglicherweise früher mal bei der Protagonistin "abgeguckt" hat, der aber beim Editieren weggefallen ist, weil mir die Info an der Stelle dann doch nicht so wichtig erschien. Vielleicht nehme ich den später doch wieder rein in den Text.

Ich kann jetzt auch etwas besser verstehen, was dir an anderen Stellen gefehlt hat. Vielleicht generell Geschmacksache. Ich mag es beim Lesen nicht so, wenn mir zu viele Dinge erklärt werden, die für die Geschichte nicht so relevant sind, weil mich das dann langweilt. Du scheinst da gleich viel tiefer reinzubohren. Vielleicht auch noch so ein Grund, warum  mir SciFi nicht so liegt (weder als Leser noch als Autor meine Richtung), weil das da vielleicht doch mehr dazu gehört.
DuchesseOfDusk's avatar
DuchesseOfDuskHobbyist General Artist
Jao, so einen kurzen Satz zu Emmas Verhalten fände ich gut :)

Na das ist gut, wenn wir uns jetzt besser verstehen :nod: :)
Also es ist nicht so, dass ich alles erklärt haben muss und alles sofort von Anfang an verstehen muss. Ich habe absolut nichts dagegen, wenn Sachen länger im Unklaren bleiben. Aber mit den Abkürzungen war es mir hier einfach zu viel. Wenn es nur eine Abkürzung gewesen wäre, wie z.B. MeCo, und sich später aufgeklärt hätte (was ja auch passiert) was gemeint ist, hätte ich diesen Kritikpunkt gar nicht.
Und du musst ja auch keine großen Erklärungen in den Text einbauen, ein kurzes Glossar in der Beschreibung hätte es auch getan, oder einzelne, kurze Wörter wie z.B. den Begriff "social media" mal fallen lassen, wenn von so einem Account die Rede ist (also nur falls es zutrifft). Damit hättest du dann eventuell auch gleich ein paar mehr englische Wörter im Text und die Abkürzung "AI" würde wiederum besser reinpassen :)

Kann das sein, dass du nicht so gerne Dinge/ die Welt beschreibst und deshalb nicht so viel zu den Abkürzungen schreibst sondern sie einfach in den Text streust? Mir machen Beschreibungen immer total viel Spaß, deshalb hätte ich zu allen Abkürzungen ganz sicher irgendeinen halben oder sogar ganzen Satz geschrieben um dem Leser zu zeigen, was ich meine. Ich hätte mir irgeneinen Vergleich ausgedacht, um eine Social Media Plattform zu beschreiben, vielleicht wie ein volles Restaurant wo der Kellner immer perfekt lächelt. So mal nur als Beispiel. Beim Schreiben kommen mir haufenweise solcher Ideen, und ich schreibe sowas gerne.
Aber jeder Schreibstil ist anders. Das ist jetzt nicht als Kritik gemeint. Ist nur so eine Vermutung von mir, und ich kann auch falsch liegen. Also bitte nich böse nehmen :)
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sacredZinjaHobbyist Writer
Hm, ich glaube, bei mir macht das einen großen Unterschied, ob ich aus der Ich-Perspektive schreibe oder nicht. In der Ich-Perspektive habe ich eine ganz starke Tendenz, das zu beschreiben, was für den Charakter relevant ist. Man lernt die Protagonistin auch darüber kennen, welche Gedanken sie sich zur Welt macht und welche nicht.
In diesem Fall... Wenn ich noch Zeit gehabt hätte, die Geschichte etwas aufzupeppen, dann hätte ich gerne was zur Architektur des Hauses geschrieben, in dem die Familie wohnt. Oder zum Stadtbild in Saragossa, wie es dort nach zwei Klimakatastrophen aussieht. Oder welche Musikrichtung Amir und die Protagonistin verbindet und was die Beluga Furrs so spielen. Das sind Dinge, die die Protagonistin wahrnimmt. An den anderen Stellen nimmt sie Sachen als gegeben hin, ohne weiter drüber nachzudenken, und so erscheinen sie dann auch im Text. Es sind ja genug Infos, um der Geschichte zu folgen, ohne verwirrt zu sein.

Hätte ich aus Emmas Sicht geschrieben, hätte ich vermutlich aufgelistet, mit welchen Protokollen ein SMIT-Account arbeitet, welche Schnittstellen angreifbar sind und welche Firewalls Amir einrichten sollte. ;-)

DuchesseOfDusk's avatar
DuchesseOfDuskHobbyist General Artist
Klar lernt man Charaktere darüber kennen, welche Gedanken sie sich zur Welt machen. Aber Menschen machen sich haufenweise Gedanken über alltägliche Sachen, auch wenn sie nichts daran ändern können. Das Wetter ist hier ein gutes Beispiel, was du ja auch in deiner Geschichte drin hast. Von wie vielen Leuten höre/ lese ich, dass irgendwas am PC/ im Internet nicht richtig funktioniert, dass das neue Update für dA doof ist oder so. Leute reden über ihr Smartphone, auch wenn sie es schon ein halbes Jahr lang haben. In diesem Sinne könnte deine Protagonistin auch 1-2 kurze Sätze über die Dinge verlieren, die für sie alltäglich sind. Sie muss sich ja keine tiefgreifenden Gedanken darüber machen.
Ansonsten würden Synonyme auch schon helfen. Wenn du z.B. einmal SMIT-Account schreibst und dann was vom sozialen Netzwerk SMIT (also wenn es eines ist, das weiß ich ja nicht). Dann hast du es sogar noch kürzer, aber es wäre drin im Text.
Nur mal so als Vorschlag :)
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NikitaTarsovHobbyist Artist
Hat mir spontan aufgelauert die Geschichte, und dann hab' ich angefangen zu lesen =P Gefällt mir tatsächlich - ist gut geschrieben, Fokus auf dem Zwischenmenschlichen der das futuristische Setting einfach im Hintergrund mitschwingen lässt, als wäre das ganz normal, und dadurch wird es das auch. 
Außerdem mag ich Emma ^^
Viele Geschichten des SciFi-Genres vergessen, dass dort auch reale Menschen herumlaufen, mit Gefühlen und Interaktion, und alles außer dem Setting wird irgendwie theaterhaft aufgesetzt - diese Falle hast du definitiv vermieden. Charme steht im Mittelpunkt, und das bindet einen Leser. 
sacredZinja's avatar
sacredZinjaHobbyist Writer
Vielen Dank für den schönen Kommentar!

Ich lese selbst so gut wie nie SciFi (schreibe es auch sonst eigentlich nicht). Vielleicht hat es mich aus dem Grund, den du benennst, nie so angesprochen. Da fällt mir gerade auf, dass ich vielleicht auch Firefly mochte, weil es da mehr um Charaktere als um Technik ging. :thinking: 

Freut mich, dass dir die Geschichte gefällt!
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NikitaTarsovHobbyist Artist
Earned^^
Ja ich mag das Setting sehr, aber leide dann immer mit der holzigen oder einfach schlicht schlechten Charakterdarstellung. Sehr ärgerlich das. Habe aber mal ein Newcomer-Buch einer englischen AutorIN gelesen die das alles ganz umgekehrt angegangen ist - war echt lustig, obwohl es eigentlich keinen echten Plot hatte. Das zu kombinieren - echte Charaktere mit Emotionen und Persönlichkeit+aufregende Technik+große Settings+Plot - wäre natürlich echt Hammer. Merke selbst, dass wenn ich SciFi schreibe, ich kühler und sachlicher werde als wenn ich z.B. Cyberpunk oder Fantasy schreibe o.O Schon seltsam ...

Mich auch =P =D
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sacredZinjaHobbyist Writer
"echte Charaktere mit Emotionen und Persönlichkeit+aufregende Technik+große Settings+Plot"

Klingt gut! Wobei ich da schon wieder merke, dass mir "aufregende Technik" nicht wirklich wichtig ist und mir Magie an der Stelle viel mehr entgegenkommt... Ich frage mich manchmal, wie sich eigentlich solche Vorlieben entwickeln. Ich bin ganz sicher, dass ich schon als Kind eine Affinität zu Fantasy hatte. (So im Vergleich Gummibärenbande zu Chip&Chap zum Beispiel ^^)
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NikitaTarsovHobbyist Artist
Ich denke mir, aufregende Technik ist der Platzhalter für Magie und 'bedeutet' für die Geschichte und die Charaktere in dem Sinne das gleiche. Bei Fantasy ist es mir genau so wichtig das die Magie irgendwelchen Regeln folgt(weil die Welt ansonsten keinen Sinn ergibt, wenn einfach alles möglich, und alles Errichtete schnell zu zerstören ist), wie es bei SciFi ist, dass die Technik gewissen Regeln folgt. Das können ja jeweils sehr abgefahrene Regeln sein, aber es muss noch ein Gefühl dafür geben dass die Welt irgendwie durchdacht ist, und kein hanebüchener Wurstsalat(wie die Welt von AD&D oder DSA z.B.).

Hm, also ich für meinen Teil glaube das gut festmachen zu können. Als Kind hatte ich bei meinem Stiefvater im Rollenspielladen immer genug Comics für erwachsene(nicht im Sinne von Titten btw., sondern Elvequest z.B.), die mir eine ganz andere, detailliertere und 'ehrlicher' erzähle Fantasywelt näher brachten, als die, die ich als kleines Kind vorgelesen bekommen hatte(Der Hobbit und so xD). UNd das ich mich gleichermaßen für SciFi begeistern kann mag daran liegen, dass ich bei meinem anderen Vater als Familientradition immer die alten Star Trek, Star Wars und Raumpatrouille Orion-Filme gesehen haben(okay, und Indiana Jones, deswegen baue ich in meine Geschichten meist auch ein bisschen Abenteuer ein xDDD).
Und meine Liebe fürs Cyberpunk ergibt sich vermutlich aus dem Querschnitt. Besonders für Shadowrun, denn da gibt's ja neben der Technik auch noch Elfen, Trolle und Magie =P
ich denke mir das sind einfach persönliche Prägungen, ob man sie nun mitbekommen hat oder nicht, womit man aufgewachsen ist, in welcher Art Welt man sich wohlfühlt und darin abtauchen kann. Und 'zuflucht' ist durchaus ein relevanter Punkt bei solchen Sachen - ich nenn' das immer den SoupOpera-Faktor(^^). Die Bücher von Perry Rhodan z.B. sind selbst für ihre Zeit eher mittelschrecklich geschrieben, aber es bietet halt eine sehr große Welt, bekannte Charaktere in einer nicht enden wollenden Abfolge von Geschichten(außerdem habe ich von den Bücher sehr viel darüber gelernt wie man es NICHT macht, eheh^^).

Another funfact: Da ich beide Genres mag und darin schreibe, ist mir einmal aufgefallen, dass ich im Cyberpunk so nahe am Charakter, so emotional und auf die Person bezogen geschrieben habe, dass mich ein Verlagslektor, der das ganze nur statistisch bewertet, für eine weibliche Autorin halten würde xD Und das ist halt auch so ein Punkt ohne Wertung - Frauen tendieren als Leser und Autor eher zu Harmonie, wo der männliche Leser/Autor eben mehr zu Monstertrucks und Machosöldnern tendiert.
sacredZinja's avatar
sacredZinjaHobbyist Writer
Ich schließe aus deiner Beschreibung, dass ich eher eine typische weibliche Autorin/Leserin bin. ^^

Ich finde es witzigerweise bei Magie leichter als bei Technik, sie stimmig und wenig hanebüchen zu gestalten. Vielleicht, weil ich mich mit echter Physik gar nicht sooo gut auskenne. Und mich stört es bei SciFi tatsächlich sehr, wenn Dinge gar nicht mehr nachvollziehbar sind. Bei Magie stört mich dagegen häufig, gerade bei Serien, dass Dinge manchmal möglich sind und manchmal nicht. Dass man dann als Leser oder Zuschauer denkt: "Aber sie könnten doch einfach das gleiche machen wie letztes Mal, dann wäre das Problem gelöst...?!?" Aber nein, geht nicht, weil es dann keinen Plot gäbe.... Es ist schon deutlich schöner, wenn die Magie sinnvoll in die Welt integriert ist und klare Grenzen, aber eben auch klare Möglichkeiten  hat.
NikitaTarsov's avatar
NikitaTarsovHobbyist Artist
Ich ja auch, mach dir nix draus xD Naja, ich denke ich ich fahre da sehr zweigleisig =P
Deswegen finde ich wahrscheinlich auch kaum was zu lesen das mich zu 100% glücklich macht.

Ja ich denke das ist auch eine Interessensfrage, was einem leichter von der Hand geht. Die Technik verlangt auch genauere Erklärungen statt nur schlüssigem Balancing, einfach weil es in unserer Welt dafür Referenzen gibt(und sich viel mehr Klugscheißer damit auskennen oder sich das zumindest einbilden xD). SciFi ist in dieser Hinsicht schon sehr nerdig - es ist ein etablierter Kampf zwischen Autor und Leser immer mehr Ahnung zu haben als der andere und über den anderen zu lästern, wie wenig Ahnung er hat. Nicht besonders erwachsen aber ... Männer in freier Wildbahn eben. Das ist wie bei Frauenromanen, wenn Frauen unter sich sind. Anders schlimm. Aber dadurch genau so gerechtfertigt. Man muss sich ja als Autor nur dort platzieren, wo man mit den 'Regeln' einverstanden ist.
Und ja, aus den genannten Gründen geht es mir ähnlich^^ Magie lässt eben mehr Raum als Technologie, weil es bei letzterer egal ist, wer sie in die Hand nimmt. Bei Magie kann Wille und Glaube mit einfließen und lässt generell mehr Romantik zu, mehr Macht und Erfolg durch Individualität. Auf der anderen Seite ist es total unromantisch wenn der strahlende Held genau so erschossen werden kann wie der kleine Depp. Eine Form der Hilflosigkeit, die sich in unserem modernen Leben durchaus nachempfinden lässt. Nicht wenige Leser versuche ja genau dieser so bedeutungslosen und unbarmherzigen Welt zu entfliehen. Ich habe mehrfach bemerkt, wie ich genau dieses Thema aufgreife - Zu was macht uns Technologie, und was nimmt es uns weg ... und was glauben wir nur, dass uns die Technologie weggenommen hat, obwohl sie eigentlich nur andere Schemata für die alten, romantischeren Betrachtungen des Lebens eingeführt hat.

Dieser Fehler tritt ja bei Magie, genau so auf wie bei Technologie (oder bei der Intelligenz der Charaktere, wo wir gerade dabei sind x.x) auf. Das ist halt schlechtes Storytelling. Der Autor kann sich nicht vorstellen wie er die angestrebte Situation darstellen kann, ohne das einer der maßgeblichen Faktoren dabei nicht willkürlich modifiziert werden muss. Straighte Charaktere handeln dann plötzlich strunzdumm ohne einen weiteren Grund dafür(Liebe, Glaube, Fanatismus - es ist ja nicht so, dass es keine triftigen Gründe auch für smarte Chars gibt, ihre Intelligenz für den Moment zu vernachlässigen. Aber das wird dann auch nicht gemacht). Auch Magie und Tech lassen sich situationsbedingt modifizieren, oder durch eine geistige/emotionale Leistung des einen oder anderen Akteurs in seiner Leistung variieren. Nimmt ein Autor dieses Mittel nicht wahr, dann heißt das entweder, dass er zu doof ist sich dieser Möglichkeit bewusst zu sein, oder faul und arrogant genug zu glauben, seine Leser wären zu dumm das zu bemerken. Beides nicht schön,  und vielleicht einer der Gründe warum ich all zu oft übermäßig emotional auf solche 'eigentlich-nur-ein-Stilfehler-Sachen reagiere. 

Ich bemerke aber auch auf der anderen Seite des Schreibens das Problem, dass Geschichten, die konsequent erzählt sind, deren Charaktere schlüssige intellektuelle Leistungen, wie auch schlüssige Einbrüche dessen durch eine vorher aufgebaute Emotionalität und Ideologie besitzen, vom heutigen Standartkonsumenten nicht nachvollzogen werden können und daher als unlogisch empfunden werden. Die vielleicht besten Fernsehserien der letzten Jahre sind meiner Meinung nach Flashpoint(eine kanadische Spezialeinheit die auch psychologisch geschult ist und taktisch wie auch emotional halt immer an den Hotspots eingreift, dabei aber immer echte Menschen mit Charakter und guter Ausbildung bleiben, und so sehr ergreifende Geschichten erzählen statt nur das hirnlose Geballer wie aus SWAT) und Ripper Street(Die Geschichte um das Polizeirevier in London direkt nach den Ripper-Morden ohne sich auf diese zu beziehen - alles extrem echt dargestellt, mit positivem wie negativem, wie wir das nur sehr selten in Historie oder auch Jetztzeit sehen). Aber beide sind nur mit mäßigem Interesse aufgenommen worden, weil die Handlung und die emotionalen Reaktion für die Generation Game-of-Thrones/Lost/Walking Dead nicht mehr nachvollziehbar ist. Heute geht es bei den meisten populären Erzählungen nur um Konfliktpotential. Das ist ein endloses Repetieren des Schulhofes für alle jene, die ihm innerlich nie entwachsen sind, und eine andere Welt gar nicht mehr verstehen können. Im Gegenzug haben diejenigen, die mit Erzählungen Geld verdienen wollen natürlich den Fokus auf entsprechend oberflächliche und antisoziale Geschichten verlegt, und beschneiden damit wieder die mögliche Aufmerksamkeit für Autoren, die eine andere, realistische (und dabei trotzdem weit positivere) Welt anbieten wollen. Das finde ich als Autor ziemlich schade, als Mensch im höchsten Maße erschreckend.
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sacredZinjaHobbyist Writer
"mach dir nix draus" .... das klingt, ehrlich gesagt, als wäre es irgendwie was schlechtes, eine typisch weibliche Autorin/Leserin zu sein. Etwas, über das man hinweggetröstet werden muss?

Die Unterscheidung von Magie und Technik, wie du sie beschreibst, finde ich ziemlich interessant. (Ich glaube, aus ähnlichen Gründen wenden sich Menschen manchmal schamanischen Heilern, wenn die Schulmedizin mit Statistiken über Heilungserfolge kommt. Da sind Versprechungen, dass man mit genug persönlicher Stärke/durch Erleuchtung/was immer... jede Krankheit heilen kann, halt "romantischer".)

Was mich an aktuellen Serien am meisten abschreckt, ist, dass ich häufig das Gefühl habe, es geht nur noch darum, möglichst schnell zur nächsten "brand-spannenden" Mord- oder Sex-Szene zu gelangen. Für mich sind das dann irgendwie immer nur noch sinnlose Bilder, weil die Charaktere leere Hüllen sind und ich statt irgendwelche Emotionen zu empfinden plötzlich über Schauspieler nachdenke und wie die sich wohl beim Dreh gefühlt haben... Ich brauche sehr, dass das nachvollziehbar bleibt, was die Leute fühlen und wodurch sie motiviert werden.

Gerade sehe ich "Sons of Anarchy", da bin ich meistens recht zufrieden mit der Erzählweise, wobei da manchmal wieder das Problem auftritt, dass zu sehr auf die Empfindungen der Charaktere fokussiert wird und die Handlung nur noch als Beiwerk erscheint... wie du irgendwo am Anfang dieses Gesprächs mal sagtest, tiefe Gefühle + epischer Plot wäre halt schön...

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Story-of-a-Mind's avatar
Story-of-a-MindProfessional Writer
Super Geschichte! Seltsamerweise dachte ich zunächst die Protagonistin sei ein er. Ich muss wohl dem Klischee aufgesessen sein, dass Jungs eher mit Technik spielen. ;)

Einzige Verbesserungsidee: "dreißig". Zumindest, wenn es bis 2326 nicht noch eine Rechtschreibreform gibt. (Ich hätte es aber auch falsch geschrieben. dreisig nämlich.)
anonymous's avatar
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