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Klabautermanns trauriges Schicksal

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Klabautermanns trauriges Schicksal

„Seeschlange rettet Klabautermann“, so war’s in der Zeitung zu lesen. Im Interview sagte der Kobold dann, so sei es gar nicht gewesen. Er hätte sich zwar noch um Zweidrittelvier in der Schenke mit Zechern getroffen, und hätte dort fünfeinhalb Liter Bier mit Rum und Salpeter gesoffen. Das hätte ihn dann melancholisch gemacht, er sei wohl an Fernweh erkrankt. Und wäre daher trotz mondloser Nacht allein zum Hafen gewankt. Als er dann ins eiskalte Wasser sprang, sei alles nach Plan verlaufen. Ein harmloser, kleiner Untergang und nicht der Wunsch zu ersaufen. Klabautermagie, so stellte er klar, g

Der graue Pirat

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Der graue Pirat

       Wache, Schwester, gib auf dich Acht!       Wache, mein Bruder, bald wird es Nacht!        Legst du dich schlafen, so findet er dich.        Sein fahles Segel nähert sich.        Blutrotes Lachen hat dich gebannt.        Der graue Pirat nimmt deinen Verstand.        So wache, Schwester, die Nacht ist schon alt.        Wache, mein Bruder, die Sonne kommt bald. Geschichten über den Grauen Piraten gehörten zu den düsteren Winternächten wie Feuer und Schnaps. Sie begannen, wenn den jüngsten Kindern schon die Augen zugefallen waren. Dann schlich sich zögernd ein Rhythmus in unseren Kreis, ein eins
Filmreif

Die Frage, wie du leben willst

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Die Frage, wie du leben willst

Der Sekundenzeiger erreichte die Zwölf. Mit einem leisen Klicken sprang der Minutenzeiger weiter. 14:53. Sie hatte eine volle Stunde gewartet. Ihre Mutter lag auf dem Bett, in Decken verhüllt, und hatte sich die ganze Stunde nicht gerührt. Nicht einmal ein Stöhnen. Sie stand zitternd auf, ging in den Flur und nahm das Telefon von der Wand. 112. „Sie haben den Notruf gewählt. Was kann ich für Sie tun?“ „Ich glaube, meine Mutter ist tot.“ „Oh, Schätzchen… sagst du mir deinen Namen und wo du wohnst?“ „Linda Schierer. Postelweg 7.“ „In Ordnung, Linda

Shimea: Prolog / Kapitel 1

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Shimea: Prolog / Kapitel 1

Dies ist die Geschichte von Leyes. Sie spielt in Shimea, einem kleinen Land am Silbermeer, zur Zeit der großen Taveos. Die Vereinigung der drei Stämme zu einem Land, dem Shimea wie wir es heute kennen, lag erst zwölf Jahrzehnte zurück. Es war die Amtszeit des 5. Taveos, die Zeit von Êmtico, dem Jäger. Diesen Beinamen erhielt er allerdings erst später. Schon damals galt Shimea als das Land der schönen Frauen und der wunderbaren Genüsse. Das warme, unkomplizierte Klima und die rauschenden Feste, bei denen Köstlichkeiten aus verschiedensten Ländern gereicht wurden, ließen das Land f
Der Nasenbaer (Musik!)

Spotlight

Der Nasenbaer

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Der Nasenbaer

(Ein Kinderlied mit schwierigen Wörtern.) Es war einmal ein Nasenbär, der liebte seine Nase sehr. Er liebt sie jeden Tag noch mehr, der kleine Nasenbär. Die Nase war so ungefähr das Lieblingsdings vom Nasenbär. Sie schnüffelt revolutionär, die Nase von dem Bär. Und träf' er einen Millionär, er gäbe nicht die Nase her. Nein, gäbe nie die Nase her, der kleine Nasenbär. Doch plötzlich denkt der Nasenbär, dass seine Nase komisch wär'. Die Nase ist so krumm und quer, das denkt der Nasenbär. Die Nase von dem Nasenbär, sie schnüffelt noch spektakulär. Doch macht ihm keine Freude mehr, dem eitlen Nasenbär. Ja, dem kleinen Nasenbär gefällt die N

Das Lied vom Kannibalen

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Das Lied vom Kannibalen

Und als ich noch jeden Morgen Nen Landsmann gegessen hab, Da hatte ich keine Sorgen, Denn Nahrung war niemals knapp. Jetzt habe ich alle gegessen, Die Frauen und Kinder auch Und habe nichts mehr zu fressen Nur einen knurrenden Bauch. Ich ziehe wohl bald in die Ferne Zu Hause hält mich nichts mehr Hier war ich zwar immer sehr gerne, Doch jetzt ist es einsam und leer.

The akward witch

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The akward witch

There was a witch called Keary. Her warts were so hairy, Her face looked quite draery And her hunchback was scary. One day she met Sherry, a glittering fairy. Who looked very airy And smelled like rosemary. Now the unjoyous Kaery Was jealous of Sherry And bewitched the wee fairy To be ugly and hairy. But the beautiful Sherry Was clever and wary. She quickly stopped Keary. With a spell quite contrary. So this spell was sugary With a taste of raspberry And made the horrible Keary Starting to vary. The witch still looked eerie But thanks to sweet Sherry Her eyes became starry And her heart was just merry. The spell was so salutary That sh

Schicklichkeit des Dichters

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Schicklichkeit des Dichters

Ich schreibe gerne, rede schnell, wenn ich vor Wörtern überquell. Dann ist am Ende, ohne Frage, nicht alles sinnvoll, was ich sage. Und kann ich mich nicht immer ganz der Disziplin verschreiben, und Reime, Metrik, Eleganz, und auch die Wortwahl leiden. So muss ich folglich doch bekennen, so oft bin ich ein Stümper, ein Dilletant, und noch zu nennen: ein dichterischer Sünder.

In der Warteschlange (Bingo Prompt 23)

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In der Warteschlange (Bingo Prompt 23)

Einer sucht Hemden beim Fernnetzkauf. Die nächste macht sich süßen Sprudeltrunk auf. Wieder einer guckt Lichtbilder an, auf einer Netzwerkseite für Jedermann.   Eine hängt am tragbaren Sprechgerät, während einer sich was zum Rauchen dreht. Eine sieht ständig den Stundzähler an, und liebäugelt mit ihrem Nebenmann.   Ist das hier die Schlange vorm Lichtspielhaus? Sehen so vielleicht Hartklänge-Liebhaber aus?   Ist hier demnächst ein Berühmter zu sehen? Oder warten wir nur, um wieder zu gehen?

Osterhoroskop

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Osterhoroskop

So funktioniert es: Bestimmen Sie zuerst Ihren Ostertypus. Dazu nehmen Sie sechs Eier, werfen sie nacheinander an die Wohnzimmertapete und ermitteln, wie viele separate Eigelb-Flecken sich erkennen lassen. (Es sollte irgendwas zwischen 1 und 6 dabei rauskommen.) Sollten Sie den seltsamen Wunsch verspüren, Ihre Tapete schonen zu wollen, können Sie Ihren Typus natürlich auch einfach auswürfeln. Wir raten Ihnen dazu, dafür wenigstens einen eigelbfarbenen Würfel zu benutzen, ansonsten können wir für kein sinnvolles Ergebnis garantieren. Erst wenn Sie Ihren Typus bestimmt haben, lesen Sie unten an der ent

Die inneren Stimmen der Mona Hugberg (Bingo Nr.12)

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Die inneren Stimmen der Mona Hugberg (Bingo Nr.12)

Die letzten Worte waren geschrieben. Der Titel war festgelegt und stand in großen, schwarzen Buchstaben am Anfang des Dokuments. Fertig!                „Fertig?“        „Aber ja!“                „Und was ist mit der Widmung?“ „Stimmt. Eine Widmung gehört mit rein.“        „Was ist mit Sabine? Die hat uns so geholfen,        ohne sie gäbe es das Buch gar nicht.“                „Ja. Für Sabine. Finde ich gut.“ „Unsinn. Das nervt den Leser doch bloß. Die wissen ja gar nicht, wer Sabine ist.“                              

Gelegenheit

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Gelegenheit

Ganz heimlich kam der Oktobertag, schielt schüchtern um eine Ecke, tritt vorsichtig, unangemeldet ein, klopft kühl regnend an meiner Decke. Er bringt mir den Kuschelpullover Er zündet ein Feuer an. Er richtet ein wärmendes Schaumbad, fragt, ob er Kakao kochen kann. So sitzen wir beide beisammen, gemütlich, zufrieden und warm, der Kalender zeigt heute zwar Juni, doch der Oktober hält mich im Arm.

Fragen ueber Gott und die Welt, Text 1:

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Fragen ueber Gott und die Welt, Text 1:

Würde ich eine Religion ablehnen, in der nackte Frauen mit Fischen beworfen werden? Zunächst einmal: nein. Zumindest nicht grundsätzlich. Aber Fragen dazu hätte ich schon: Lassen sich die Frauen freiwillig bewerfen, ist der Fisch frisch, wer wirft den Fisch? Lässt die Religion auch das Bewerfen nackter Männer zu und wer hat die Frauen eigentlich ausgezogen? Ist der Fisch tiefgekühlt? In welcher Gefahr befinden sich die Frauen und sind sie sich dieser bewusst? Werden auch andere Lebensmittel geworfen? Wird der Fisch im Anschluss verspeist? Ist die Herkunft des Fisches - oder seine Familie, Gattung oder Art

Spielregel

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Spielregel

Ich hatte einen Plan geschrieben, und dem folgtest du gezielt: Wo andere auf der Strecke blieben, hast du jedes Spiel gespielt. Steine rollten, Würfel fielen, runter ging es, wieder rauf. Und als eines nur von vielen nahm dein Leben seinen Lauf. Über Löcher, unter Schranken Kraxeln, kriechen oder stehen Vielleicht hin und wieder wanken Und dann tapfer weitergehen. Schließlich sinkst du in die Knie Wendest müde Augen ab. Niemals kommst du näher, siehe: Hier am Wegrand liegt dein Grab! Deine Tränen möchten fallen, niemals ist das Ziel in Sicht. Wirst du dich an Sehnsucht krallen, die schon jetzt

Warum wir stark sind

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Warum wir stark sind

Wir sind stark geworden, und zäh. Nicht hart wie nach einem Krieg. Nicht bitter wie nach schwerem Verlust. Wir wurden stark durch Freiheit. Gezwungen, selbst zu wählen in einer offenen Welt, Gezwungen, worum es auch geht, tausend Meinungen hinzunehmen. Und wissend, dass unsere Freunde Böses tun und unsere Feinde ihre Kinder lieben - wie wir. Wir gehen unseren Weg, Nur einen aus unzählbaren Möglichkeiten. Da ist kein Richtig oder Falsch mehr. Wir sind stark geworden, denn wir haben in all diesen Verwirrungen Vertrauen gewonnen: zu uns.

Was tut ein Christ am Mittwoch?

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Was tut ein Christ am Mittwoch?

Was tut ein Christ am Mittwoch Morgen? Erhebt er sich ganz ohne Sorgen? Er weiß doch – oder weiß er’s nicht? Als Christenmensch ist er das Licht. Doch trifft sein Blick dann allzu oft Das, was er fürchtet oder hofft.   Er leidet, zweifelt und mal ehrlich: Naiver Glaube ist gefährlich! Und für die ganze Menschlichkeit, die schwierige Barmherzigkeit, besonders für die Ewigkeit hat er heute keine Zeit. So verbringt er dann den Tag, glaubt gern, wo es mal nahelag, durchaus an Gottes liebe Hand. Doch traut er mehr seinem Verstand. Auch abends mag er nicht recht glauben, Wenn Ängste ihm die Ruhe rauben. Denn seine Not ist ga

Aus dem Spielplan eines Theaters

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Aus dem Spielplan eines Theaters

I. Schuld. Ein Drama. Mit nur einem Akt. Niemand will mehr davon sehen. Es reicht völlig, dass das Henkersbeil fällt. Und zurück bleibt ein Waisenkind, unschuldig, am Rand der Szenerie. II. Liebe. Ein Drama. Fünf Akte ohne Pause. Jeder möchte in der ersten Reihe sitzen. Auch wenn das Stück aus der Nähe betrachtet dann etwas dilettantisch und mitunter langatmig wirkt. III. Tod. Ein Drama. Ohne Uraufführung. Stumme Schauspieler. Vor blinden Beobachtern. Ein beschwerlicher Aufstieg zur Bühne.

Unrecht

U

Unrecht

Da war eine Frau, von der wussten schon alle, dass sie im Unrecht ist. Sie konnte nicht gut zählen und wusste nicht,       wie viele Tage der Monat noch hat,       oder wann der Bus fährt. Sie konnte auch oft ihre Gedanken nicht sortieren,       und erzählte hinterher was vorher und währenddessen       vielleicht aber auch schon gestern       passiert ist. Sie war oft ein wenig schwer zu verstehen. Alle wussten, dass sie im Unrecht ist. Sie hatte so oft gehört: „Nein“ und „Das geht nicht“ und „Das kannst du nicht“, dass sie das selbst auch schon lange begriffen hatte. U

Why we are strong

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Why we are strong

We grew up strong and tough. Not rough like you get from war. Not bitter like you get from loss. We have the strength of freedom. We are forced to choose in an open world, Forced to accept a thousend opinions on everything, Knowing that our friends do evil And our enemies love their kids, too. We take our path, One of countless possibilities. There is no right or wrong anymore. We grew up strong and tough, Because in all that confusion We learned to trust us.

Ein Pfadfinderabend

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Ein Pfadfinderabend

Ich sehe auf den letzten Tagesordnungspunkt. Ich hatte ihn selbst dort hingeschrieben, eben gerade noch. Er ist wichtig. Aber ich bin müde, es ist spät, und ich möchte nicht schon wieder der Moralapostel der Gruppe sein. Ich seufze, dann sage ich: „Über Flüchtlinge können wir ja vielleicht nächstes Mal sprechen.“ Kopfschütteln in der Runde. Die anderen sehen mich an. Also sage ich etwas unsicher: „Ok, ich denke einfach… ich meine, wir haben alle mal versprochen, dass wir den Menschen helfen, und jetzt, ich denke, wir sollten auch etwas tun, für die Flüchtlinge, die hie

Independence

I

Independence

To grab your own toe To crawl and walk and move To take a cookie To run away To shout your will out To dream alone To make your choice To hide at times To take your matters To get up and fall To shine To see your dreams To hold a hand To whisper your name To breath And to draw a last breath
Artist // Hobbyist // Literature
  • Sep 25
  • Germany
  • Deviant for 7 years
  • She / Her
My Bio
Throughout the last years, I developed the understanding that I am indeed a writer. I gained some confidence in my skills, and, more importantly, made writing a part of my daily life.

Favourite TV Shows
Buffy the Vampire Slayer
Favourite Books
The Farseer books by Robin Hobb
Favourite Writers
Terry Pratchett / Robin Hobb

Comments 252

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FlammenfederHobbyist Writer
Hey, danke fürs Watchen^^
sacredZinjaHobbyist Writer

Ja... ich lese so oft von dir, dass mir gar nicht bewusst war, dass ich dich nicht watche... :D

FlammenfederHobbyist Writer
Ja, sowas kenn ich aber xD
LadyLincolnHobbyist Writer
Thank you Very Much by PaMonk
I appreciate your recent :+devwatch: and support, dearheart!
sacredZinjaHobbyist Writer

You're welcome!

PeterCraverProfessional Digital Artist
Many thanks for the very fluffy llama!  :llama 
SparkleFuchsStudent Writer
Ich muss jetzt leider etwas tun, was die meisten hassen...

Dankeschön für das Lama ^^  xD