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"Nur um ma' ne Zahl zu nennen: zwei Wochen auf Fehmarn? Irre, ehrlich! Astrein!  Ja ne! Wo has' se  dat schon?  So wie wir jetzt hier so zusammen sitzen, in der Reihe hier! So Nachbarn has' se ja nicht ma' zuhause, ne Monika? Echt, dat find' ich Klasse, ehrlich!"

Manchmal muss man schon 600km weit fahren, um nette Leute aus der Heimat zu treffen. So auch diesmal! Gleich zwei Familien haben wir dieses Jahr kennen gelernt, eine aus Leverkusen, die andere aus Dorsten. Wie so oft beginnt so eine Urlaubsfreundschaft über Kinder. Dann kam noch der Geburtstag meines Bekannten dazu. Die zwei Fässchen Bier und der Ramazzotti haben dann wohl auch dafür gesorgt, dass man Ihn umgehend zum Gouverneur von Fehmarn ernannt hat. Zumindest für unseren Zeltplatzbereich!

Um die angetrunkenen Kilos wieder los zu werden, haben wir uns für eine der zahlreichen Sportangebote entschieden: Minigolf!

Aber nicht irgendein Minigolf-Platz, sondern einen, welcher sich in einer alten Fischkutter-Halle befindet. Schon auf dem Weg vom nicht offiziellen Parkplatz zum Eingang habe ich vor Angst mindestens zwei Kilo an Schwitzwasser verloren. Dieser ging nämlich zwischen diversen anderen Hallen, über einen ziemlich kaputten Schotterweg. Stellenweise kam mir der Verdacht, dass das mit dem Minigolf nur eine Finte ist, um arme Leute zu shanghaien!  Aber es war wirklich ein Minigolf-Platz in der Halle. Also haben wir uns je einen Schläger und einen Ball genommen, und sind zur ersten Bahn gegangen. Kaum war ich an der Reihe, passierte auch schon was unglaublich dämliches! Der Ball hüpft über die Bahn, Richtung Ausgangstür, die zu den Toiletten führt. Kleiner Tipp: geht vorher aufs Klo!

Wie hypnotisiert starrten wir dem Ball nach, der ohne Unterbrechung durch die offen stehende Tür rollte. Erst jetzt rannte ich dem Ball hinterher. An der Tür angekommen, schaute ich raus auf den kleinen Hof, der nach ca. 6m am Hafenbecken endete. Die Tochter meines  Kollegen war etwas eher da und meinte grinsend, der Ball sei in die Ostsee geplumpst! Ja, super! Erste Bahn, erster Ball und Spiel schon vorbei?? Gott sei Dank bekam ich einen neuen Ball.

Ein paar Bahnen weiter der nächste Plumpser. Die Bahn führte über ein kleines Wasserbecken. Auch hier wollte mein erster Ball wieder schwimmen gehen. Zum Glück konnte ich diesen aber direkt wieder raus fischen. Im Gegenzug dazu hatte die Frau meines Kollegen mal wieder saumäßiges Glück, so wie beim allabendlichem Phase10 Spiel, das wir mit Ihr nicht mehr spielen werden!

Also hat sie auf Bahn 14 ihr Glück mal wieder zur Schau gestellt. Mit einem kräftigen Schlag flog der Ball über die Rampe, am Loch vorbei, über die Bahn hinaus, prallte gegen die Hallenwand, sprang zurück auf die Bahn und landete, wie soll es anders sein, im Loch!! Ich bin mir aber sicher, dass das nicht Gilt. Mein Einwand war leider erfolgslos!

Eine andere, viel anstrengendere Sportart ist Speedminton! Besonderen Fun macht es nachts, mit einem Leuchtball. Man sieht nur noch den Ball hin und her fliegen. Einige werden sich fragen, wie man den Treffen soll, wenn man den Schläger und den Gegner nicht sieht! Aber das geht, ehrlich, astrein!

Das einzige was einem da am spielen hindert, ist der sternenklare Himmel. Ich glaube, ich habe das erste mal in meinem Leben die Milchstraße in Live gesehen. Zum Glück haben wir keine Punkte gezählt, sonst wäre ich nicht lange auf dem Spielfeld gewesen. Am nächsten Morgen hatte ich lediglich etwas Nackenschmerzen, vom ständigen Sternegucken!

Doch auch sehenswertes gibt es hier auf Fehmarn. Darunter natürlich einige Leuchttürme, von denen wir einen besichtigt habe. 38m und 162 Stufen waren zu erklimmen. Jedoch mussten wir zuvor noch eineinhalb  Kilometer zu Fuß zurücklegen.  Durch Nebelschwaben! Aber keinen Nebel aus Wasser, sondern aus Mücken!! Ungelogen!! Jeder kennt diese kleinen Schwärme von Mücken, die im Sommer schon mal am Wegrand zu sehen sind. Aber hier war der ganze Weg mit Mücken eingenebelt. Millionen von Mücken. Das Surren war ohrenbetäubend. Seltsamerweise hat uns keine dieser Blutsauger gestochen. Vielleicht waren es nur männliche Mücken, die ja nicht stechen sollen.

Am Leuchtturm angekommen, sind wir dann gleich die Stufen hochgeklettert. Oben angekommen, hatten wir einen schönen Ausblick auf's Festland. Leider war es etwas trübe!

Und jetzt aufgepasst! Gut zuhören und was gelernt dabei: wer mit Höhen nicht klar kommt, sollte seine Fotos von unten schießen. Falscher Ehrgeiz oder krankhafte Fotomanie sind hier fehl am Platz. Denn mit einem mal stand dort jemand Käsebleich mit weichen Knien. Auf die Frage was los sei, kam die Antwort, man kommt mit Höhe nicht klar, wolle aber mal ein Foto schießen. Ich will keinen Namen nennen, aber ich war's nicht!! Ich hab nur gefragt, ne Oli? Der Abstieg ging nur mühselig voran, wenn vor einem jemand wie Frankenstein Stufe für Stufe nimmt! Zum Glück ist alles Gut gegangen und man hat sich, unten angekommen, erst mal mit einem Snack die verlorene Kraft zurückgeholt.

Leider sind zwei Wochen viel zu schnell um. Aber der nächste Urlaub kommt bestimmt, ehrlich!

Endlich, wie angekündigt , hat sich das Wetter zum Guten gewendet. Die Sonne scheint, alle laufen in lockerer Freizeitkleidung herum und mein Kopf strahlt wie'n knallroter Feuermelder. Das passiert mir aber immer im Urlaub, trotz Sonnenmilch und Kopfbedeckung.


Unsere Nachbarn aus Leipz'sch sind gerade dabei, ihre Zelte, bzw. Wohnwagenvorzelte abzubrechen. Unweigerlich wirft man einen Blick ins Innere und ein Hauch von 'Ostalgie kommt zum Vorschein. Trotz modernem PKW und Wohnwagen haben so manche Einrichtungsgegenstände und Verhaltensmuster die Wende überdauert. Würde man jetzt ein Foto schießen und es künstlich altern, hätte man das Gefühl in die 60er Jahre zurückversetzt zu sein. Auch dass man dort noch Bier aus Dosen trinkt und der formschöne Ascher an finstere Eckkneipen erinnert, unterstützt diesen Eindruck. Aber sonst kann man nichts schlechtes über unsere Nachbarn sagen.


Ganz im Gegensatz dazu sind die Leute rechts neben uns Vollblut-Camper. Nicht nur die komplette Ausstattung der Freiluftküche, die jeden kulinarischen Wunsch erfüllen kann, nein, auch das Abendprogramm mit Gitarrenmusik spricht für sich. Hier kommt das Bier zwar auch aus der Dose, aber aus einer grossen, zum selbst zapfen.


Unser einer köchelt dagegen bescheiden auf kleiner Gasflamme einen Topf Nudeln mit Soße.


Und da wir keine Spülmaschine ins Zelt kriegen, müssen wir den Abwasch selbstverständlich von Hand machen. Dazu gibt es hier neben der Sanitäranlage extra einen Spülraum. Gespült wird hier grundsätzlich von den Männern.


Auf den Weg dorthin, passiert man unweigerlich die Waschräume. Davor tummeln sich zu später Stunde haufenweise Halbwüchsige, weiblichen Geschlechts, zur allabendlichen Schminkparade. Ihr werdet lachen, aber einige der älteren Mädels haben ihren vollausgerüsteten Schminkkoffer dabei, der jeden Visagisten vor Neid erblassen lassen würde. Dann wird sich zurecht gemacht, geföhnt, gepudert, bemalt, abgedeckt, etc., etc . Abschließend rennt die wilde Horde von Clownsgesichtern runter zur Kinderdisco, wo so manche unter Tränen erklärt, doch noch nicht so alt zu sein wie man weis machen will, und doch gerne reingehen möchte.


Da frag ich mich immer, wozu der ganze Aufwand?! Aber frag das mal eine Frau!


Zurück zum Abwasch. In der Spülküche angekommen, knüpft man nette Kontakte und unterhält sich über dies und das mit anderen zum Spülen Abkommandierten. Hier nun ein kleiner, technischer Hinweis: Kochtöpfe aus dem Campersortiment sind nicht dafür geeignet, dass man seine Wurstfinger zwischen Griff und Topfrand steckt, wie mein Kollege schmerzlich feststellen musste. Er ist noch mal mit Schrecken davon gekommen und ich mit Bauchschmerzen vor lachen.

Es ist Sonntag und ausnahmsweise regnets mal nicht dicke Tropfen. Es ist 14 Grad warm und feiner Sprühregen ist angesagt. Zum Glück ist es nicht besonders windstill. Somit haben die feinen Tropfen die Chance bis zur Haut vorzudringen. Das ergibt ein schönes, nass-feuchtes Gefühl, das mich an meine Schulzeit erinnert. Da sind wir mit dem Fahrrad täglich durch ganze andere Wetter gefahren. Wäre auch blöd, wenn die Sonne das ganze durch ihre wärmenden Strahlen unterbrechen würde.


Es bleibt aber Gott sei Dank bewölkt. Da macht so ein Strandspaziergang richtig spass. Man fühlt die See bis in die kleinste Ritze. Das, was der Sprühregen bisher gemieden oder nicht erreicht hat, besorgt nun die aufbäumende Gischt. Auch der nasse Sand an den Füssen schaft die Stellen mühelos, wo so mancher Fusspfleger dran verzweifelt ist.


Auch Menschen mit Durchblutungsstörungen werden hier schnell festellen, dass auch sie noch Stellen haben, die sich durch eisige Kälte röten können.


Aber auch so ein Abwehrkräfte steigender Tag geht leider mal zu Ende. Man sitz eng zusammen gekauert am neuen, designten Campertisch und trinkt gekühlten Hopfentee und speist etwas vom Vorrat der Lakritzpillen und gewürtztem Kartoffelopladen.


Montag soll das Wetter ja umschlagen. Schade , aber wir hoffen das Beste!

Reiseprotokoll vom 23.07.2011


03:00 Uhr: elektronische Weckeinrichtung initiiert akustisches Signal zur Unterbrechung der menschlichen REM-Phase.


03:14 Uhr: erste Reaktionen bei den anwesenden Urlaubern/Fahrern


03:23 Uhr: Wasch- und Putzgeräusche aus dem Badezimmer. Noch keine Reaktion von Fahrer 1 (ich bin Fahrer 2)


03:34 Uhr: letzte Pack- und Verstauarbeiten. Fahrer 1 jetzt auch aktiv.


04:00 Uhr: Abfahrt Fahrer 1 inkl. Urlauber. Fahrer 2 folgt im respektvollem Abstand.


04:12 Uhr: Kaffee an der Tanke. Um diese Uhrzeit schmeckt der sogar. Wahrscheinlich ist bei mir noch nicht alles wach!


06:21 Uhr: erste Pinkelpause. Der Kaffee hat seinen Weg schneller gefunden als gedacht. So wie der schmeckte, kannte er den Weg schon.
Bisherige Fahrt ohne besondere Vorkommnisse.


09:20 Uhr: zweite, grössere Pause auf einem Rastplatz. Fahrer 1 muss jetzt schon in die Box, tanken. Die Kiste säuft wie sein Fahrer.


09:57 Uhr: Stau! Gleiche Stelle und gleiche Uhrzeit wie letztes Jahr. Kurz hinter Bremen. Aber diesmal sind es nur 6 anstatt 13 Baustellen. Dafür geht's aber minutenlang nicht weiter.


10:32 Uhr: freie Bahn. Noch 140km.


10:33 Uhr: Signalton im Cockpit von Fahrer 2. Orangene Lampe im Tacho blinkt auf. Herz von Fahrer 2 rutscht in linke Socke.


10:34 Uhr: alles halb so schlimm. Hinweis auf Inspektion. 30000km sind erreicht.


11:29 Uhr: noch 25km. Jedoch wieder Stau. Sehr träges vorwärtskommen. Nach 5km der Hinweis: Brücke Fehmarnsund wegen Sturmböe gesperrt.


11:46 Uhr: Brücke für PKW und beladene LKW's wieder frei. Trotzdem kein vorwärtskommen.


11:58 Uhr: erster hilfreicher Hinweis meines technischen Assistenten: Stauumfahrung! Rechts abbiegen.


12:09 Uhr: erreiche über Landstrasse die Brücke. Brücke ist frei. Noch 10km. Fahrer 1 ist schon am Ziel. Der hat doch irgendwo gemogelt.


12:20 Uhr: "Sie haben Ihr Ziel erreicht". Fahrer 1 mit Besatzung ist schon beim Zeltaufbau und haben unerwartete Hilfe bekommen. Bekannte von Wagenbesatzung 1 ist Vorort.


12:24 Uhr: Traditionelles ZAWAG-Essen (ZeltAufbauWurst Aus'm Glas) . Dadurch soll ein angenehmer Campingurlaub beschworen werden.



12:30 Uhr: beginne ebenfalls mit dem Aufbau meines Zelts. Schwierigkeitsgrad unbekannt, da Equipment neu.


12:41 Uhr: Fundament (Zeltplane) ist ausgelegt und gespannt. Zeltteam 1 (ehemals Fahrer 1 und Besatzung) hat das Zelt schon entfaltet.


12:46 Uhr: Zeltteam 2 (bestehend aus Fahrer 2, also ich) hat ebenfalls sein Zelt anleitungsgerecht entpackt.


13:14 Uhr: Zeltteam 2 hat das Zelt stehen und muss nur noch abgespannt werden. Zelteam 1 diskutiert noch, wo beim Zelt vorne oder hinten ist.


16:24 Uhr: Zeltteam 1 ist endlich fertig mit dem Zelt. Während dessen hat sich Team 2 auf dem Platz umgesehen und mind. vier bekannte Camperfamilien vom letzten Jahr erkannt, sowie die zerrupft wirkende Amsel. Nur Familie "DoubleU Upper Valley" vom letzten Jahr, vermeintliche Stammplatzcamper, sind nicht da. Schade! Wer liefert mir denn jetzt Stoff zum Schreiben??


17:14 Uhr : man hat das Gefühl, nie fort gewesen zu sein. Dauer-DéjàVu!!

17:34 Uhr: richte mein Zeltinneres ein. Abgesehen davon, dass ich jetzt im neuen Zelt stehen kann, habe ich auch eine zweite Schlafkammer. Diese hab ich als "begehbaren Kleiderschrank" umfunktioniert. Etwas dekadent, aber egal.

18:02 Uhr: der speziell für diesen Urlaub angeschaffte Grill kommt zum Einsatz. Sofort kommt die Baumarkt-Qualität zum Vorschein. Bei geringster Hitze verfärbt sich die Lackierung, die Holzkohle liegt viel zu nahe am Grillgut und der Deckel hat null Funktionalität. Das erklärt den sagenhaft günstigen Preis. Deshalb wird dieser auch nach getaner Arbeit ausgemustert.

19:45 Uhr: die zweite Flasche "Sommerbier", übrigens das einzigste was hier mit Sommer zu tun hat, wird geköpft.

20:21 Uhr: man ist sich einig, heute mal früher ins Bett zu gehen. War ein langer Tag

22:01 Uhr: --- schnarch ---

Heute sind wir mit sechs Mann ins Sauerland gefahren, um mal so richtig zu arbeiten. Es sollten richtig schwere Leitungen verlegt werden. Die anfänglichen Bedenken, dass die Arbeit sicherlich nicht allzu schnell erledigt sein sollte, wurden schnell nichtig, nachdem wir die ersten Leitungen gezogen hatten. Alles in allem ging die Arbeit zügig voran, so dass wir gegen 18:00 Uhr alle im Hotel waren.

Hier jedoch erwartete uns eine bis dahin nie dagewesene 'Vorstellung einheimischer Sonderlinge'!!

Der Wirt begrüßte uns freundlich und gab meinem Chef und mir die Zimmerschlüssel. Zimmer 1 bekam ich, die Nummer 3 mein Chef.

Kaum hatten wir diese in der Hand, kam aus einer Ecke die Wirtin hervor geschossen und sprach zu ihrem Gatten:

"Welche Zimmer hast du den gegeben?"

" Eins und Drei!"

"Das kannst du nicht machen, in 3 ist der rote Teppich neu!"

"Ach sei doch ruhig!!"

"Aber nicht mit den Schuhen. Der Teppich!"

Eine hitzige Diskussion entstand, wobei die Frau, die augenscheinlich nicht alle Latten am Zaun hatte, immer lauter wurde, bis ihr Mann nachgab und mein Chef den Schlüssel für ein anderes Zimmer bekam.

Mit erhötem Puls tranken wir unser zuvor eingeschenktes Bier aus und verkrochen uns auf unsere Zimmer.



Nach der wohlverdienten Dusche trafen wir uns wieder an der Theke. Unverkennbar hatte mein Chef schon wieder ein Gespräch mit der ehrenwerten Frau Wirtin hinter sich, die sich auch gleich bei mir erkundigte, ob ich saubere Schuhe an hätte. Ich ignorierte die Frage, worauf Sie aufstand und hoch zu den Zimmern ging, wo die restlichen vier Kollegen ihre Zimmer begutachteten.

Dort angekommen, fing die gute Frau an, auf die Vier einzureden, anstatt ein Einzelzimmer, vielleicht doch ein Doppelzimmer zu nehmen. Das ganze war aber kein Vorschlag ihrerseits, sondern wurde für zwei von meinen Kollegen so von ihr bestimmt. Und da sich die zwei Schnarchnasen nicht zur Wehr setzten, wurde kurzerhand ein Schlüssel eingezogen.

Während der ganzen Aktion, hatte der Wirt immer wieder versucht, seine Gattin zur Vernunft zu bringen, was diese aber gekonnt ignorierte. Auch ein "Geh hoch und leg dich hin!" brachte die Frau nicht zur Vernunft.

Zwischenzeitlich erklärte er uns kleinlaut, dass seine Frau 'auf Medikamente' sei; auf welche hat er uns aber nicht verraten.

Immer wieder rannte sie an uns laut gestikulierend vorbei, beschwerend und fluchend:

"Ein Doppelzimmer ist ja viel günstiger für die Firma und wer soll die ganzen Zimmer den sauber machen?!"

"Geh jetzt hoch und leg dich hin! ... Wieso machst du die Tür auf, es zieht doch?"

"Der Rauch muss doch raus, wir sind ja keine Disco!"

"Geh hoch und leg dich hin!!"

"Ich lass mich doch nicht verarschen. Ich tritt den gleich vom Hocker!"



Wir sind dann von der Theke in den Speisesaal geflüchtet, da wir bis unter den Armen Kohldampf hatten. Ein Grillteller schien uns da genau das richtige zu sein.

Was wir dann allerdings bekamen, hatte damit nichts zu tun. Zwei kleine Stücke Fleisch, welche eine Bratpfanne wohl auch nur aus Erzählungen kannten. Die Dinger waren sowas von roh, es hätte mich nicht gewundert, wenn eins davon angefangen hätte zu reden.

Morgen werden wir auf jedenfall woanders essen, und ein zweites mal auf gar keinen Fall wieder hier buchen.

Das war's von heute und ich 'geh jetzt hoch und leg mich hin'!
Tag 3: Dallmayrsche Verdauungsstörung

Kennt Ihr das? Ihr macht eure Morgentoilette und egal was

Ihr von euch gebt, an allem hängt ein Duft von Kaffeebohnen. Ein eindeutiges

Anzeichen von zu viel Kaffee und zu wenig feste Nahrung! Da muss man echt

aufpassen, dass daraus kein Handfestes Tchibodem wird. Darum habe ich beim

Frühstück zum Leidwesen der Bedienung so richtig reingeklotzt.

 

Bei der Fahrt vom Hotel zum Seminarort ist mir wiedeholt

einiges an der Umgebung aufgefallen. Als es vor ein paar Jahren der deutschen

Wirtschaft richtig schlecht ging, muss sie hier so richtig hingekotzt haben.

Lediglich die Holzindustrie scheint gutes Geld gemacht zu haben. Jedes zweite

Haus war von außen großflächig mit Holz verkleidet. Beim genaueren hinsehen

stellte sich aber heraus, dass lediglich die Türen und Fenster großzügig mit

Holzplatten vernagelt sind. Das erklärt wohl auch, warum so viele Gastronomen

das Weite gesucht haben.

 

Das Seminar war heute eigentlich unspektakulär. Bis auf das

Mittagessen! Es gab belegte Brötchen! Hätte nicht geglaubt, dass hier keine

Küche was Warmes liefert! Erklärt wurde lediglich, dass der heutige Tag ja

nicht lang sei, deshalb nur die Brötchen. Um spätestens Drei sei Schluss!

 

Hatte man das gestern nicht auch schon gesagt?? Die Begeisterung der Anwesenden

hielt sich in Grenzen.

 

Um kurz nach Vier bekamen wir dann unsere Zertifikate. Eigentlich

sind es mehr Teilnahmebescheinigungen, aber „Zertifikat“ sieht einfach besser

aus auf so einem Stück Papier.

 

Die Rückfahrt war ebenfalls ereignislos. Es gab zwar jede

Menge Unfälle, aber die waren alle auf der Gegenspur.

 

Zuhause angekommen, habe ich erst mal was Anständiges gegessen. Beim nächsten Mal

nehme ich besser ein anderes Hotel, beziehungsweise frage vorher nach, ob die

Küche auch inbetrieb ist!!

 

 

 

Tagesfazit:  Seminar abgeschlossen, davon behalten: nichts!!

Tag 2: Weites Land !

Heute Morgen hat mich mein Handy wie gewünscht sanft aus dem Schlaf gerissen.  Somit musste ich mich aus dem Bett schälen und startklar machen. Aus dem Bett schälen deshalb, da die Leute hier wohl auch nicht sehr groß sind. Darum sind auch die Betten sehr kompakt. Zum Glück hatte ich nicht das Problem, welches ein Kollege aus dem Seminar einen Tag zuvor plagte. Der aus Baden-Württemberg stammende hatte bei seiner Bettwahl nicht so viel Glück wie ich. Hatte man Ihn doch in einer Kaserne untergebracht. Jeder der schon mal gedient hat weiß, was ihn da an Schlafkomfort erwartet hat. Bekanntlich ist der durchschnittliche deutsche Soldat nicht nur ein Kleinhirn, sondern auch ein Kleinmensch. Dem zufolge sind die Betten auch nicht sehr groß geraten. Das muss wirklich göttlich ausgesehen haben, wenn ein bierbäuchiger  1,90m Hüne in so einer Pritsche liegt!!! Vielleicht sollte er beim nächsten mal in seiner Anmeldung das Bundesland ausschreiben und nicht nur BW hin kritzeln. Wahrscheinlich hat man gedacht, er ist von der Bundeswehr!

Beim Frühstück habe ich mich dann bewusst zurück gehalten. Denn mit vollem Bauch rumsitzen und dann wieder kalorienreiche, italienische Kost machen einem an so einen Tag manchmal schon zu schaffen.

Im Parkhaus habe ich diesmal auch brav ein Ticket gezogen. Man muss es ja nicht provozieren.

Das Seminar ging dann wie erwartet normal weiter. Bis zum Mittag:

„Heute werden wir mal nicht auswärts essen gehen. Dafür haben wir ein paar Brötchen vorbereitet!“

„Brötchen? Aber die hatten wir doch schon heute Morgen?“

„Ja, aber heute ist ja schon um drei Uhr Schluss!“

Au man! Ich armes Schwein! Belegte Brötchen. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich besser gefrühstückt.

Gegen Nachmittag, so gegen vier Uhr (von wegen um drei ist Schluss) wurden wir von seltsamen, tief grummelnden Geräuschen gestört. Alle schauten sich fragend um. Nur ich nicht! Ich habe mich hinter meinem Laptop versteck. Mein Magen! Ohh, ich hatte so einen Hunger!!

Kurz vor fünf war dann endlich Schluss! Ab ins Auto und ins Hotel. Aber nein! Das Restaurant ist ja geschlossen. Da muss es doch hier was anderes geben. Mein Handy hatte dank UMTS auch schnell einiges gefunden. Ganz in der Nähe. Nur 20km!!!! Ein China-Restaurant! Kein Problem. Habe mein Navi mit der Adresse gefüttert und los.

Nach 20km bin ich dann auch wirklich dort angekommen. Das hätte ich auch ohne Navi gefunden. Hier auf dem Land sind die Straßen ziemlich gerade und endlos lang!

Doch wie sicher schon vermutet: geschlossen!! Die hatten aber keinen Ruhetag, vielmehr Ruhejahre! Hier ist ja auch kein Mensch! Wer soll da schon essen gehen!

Also habe ich mir gedacht: fahr mal einfach ein Stückchen weiter. Vielleicht kommt ja noch was. Nach weiteren 20km ohne Essgelegenheiten habe ich mir dann gedacht: bei der nächsten Möglichkeit fahr ich zurück. 

Ab und zu tauchte schon mal eine Kneipe auf in der Licht brannte. Aber ich muss gestehen, dass ich mich da nicht traute, alleine rein zu gehen. Und das sagt einer, der in Lintfort am Alten Markt aufgewachsen ist!!

Schitt!! Ausfahrt verpasst! Wer konnte auch schon ahnen, dass nach nur 5km eine Abbiegung kommt. Weitere 15km Landeinwärts. Dann ein Schild:

„in 500m: Deftiges vom Holzkohlegrill!“

Yeah!! Der Abend ist gerettet. In fünfhundert Metern hab ich endlich mein Ziel erreicht: Happa-Happa! Ich konnte die Musik im Radio schon nicht mehr hören, so laut war mein Magenbrummen.

Nach fünfhundert Metern bin ich dann auf den Parkplatz gefahren und was soll ich sagen: Holzkohle! Überall Holzkohle. Der ganze scheiß Laden lag vor mir komplett in Holzkohle. Der muss wohl vor nicht allzu langer Zeit Abgefackelt sein.  --- KRISE ---

Zwischen den Trümmern erkennt man das metallene Gestell eines Bettes und ich muss unweigerlich an die oben erwähnt Kasernen-Pritsche denken. Was gäb ich jetzt nicht alles für eine Ration Panzerkekse und einer Dose Pökelfleisch von 1960!! Gutes, altes EPa! Sollte man immer dabei haben.

Also wieder die ganze Tour zurück.  Zum Glück lag auf dem Weg ein Edeka-Laden. Mach ich halt ein auf Selbstversorger.

Gleich geht’s ins Bett und morgen wird so richtig gefrühstückt!!

Tagesfazit:  Alles geschlossen und im Umkreis nichts!

Willkommen im „Hotel Zum Vereinsamten Eichhörnchen“!


oder: Haallooo!!! ... Ha...hallo??

 

Montagmorgens ging’s los. Die große Fahrt in den Norden. Auf

mich warteten 3 Tage Schulung. Endlich wieder was lernen.

 

Also früh aufgestanden und ab ins Auto. Die Fahrt war auch total entspannt.

Kein Stau, keine Idioten auf der Straße und ich war ausgeschlafen und fit!

 

Nach unspektakulären zwei Stunden Fahrt, kam ich dann am Zielort an. Jedoch

lotste mich dort mein Navi in die Innenstadt.

 

Ich denk:

 

„Das kann doch nicht sein. Hier ist doch nichts, außer einer Einkaufsstraße.

Kein Gewerbe, kein Tempel mit gläsernem Fahrstuhl.

 

Aber die Straße stimmte. Hä??!!!

 

Nun, denke ich mir, stell das Auto ab und schau halt nach!

 

Abstellen! Aber wo???

 

Überall nur 2h Parkplätze. Das macht ja keinen Sinn, wenn

man acht Stunden lang die Schulbank drücken soll.

 

Zum Glück habe ich schnell ein Parkhaus gefunden..., in dem

man 2h lang Parken kann. Das wusste ich aber zu dem Zeitpunkt noch nicht.

 

Unwissend dessen bin ich dann mit meinem Schlepptop los, auf

der Suche nach der Firma.

 

Hmm, ein Bäcker, 'n Frisör und ein Reisebüro. Alles Läden, dessen Eingangstüren

mehr Glasfläche haben als deren Schaufenster. Und es waren keine großen Türen,

wenn Ihr versteht was ich meine. Hier konnte es also auf keinen Fall sein.

Völlig irritiert habe ich dann dort angerufen.

 

"Wo stehen Sie denn??"

 

"Am Parkhaus!"

 

"Parkhaus!? Ahh, dann müssen Sie Richtung Kirche."

 

Ich also los Richtung Kirche. Dort angekommen war ich noch

irritierter. Links irgendein Laden, der noch geschlossen war. Rechts:

nichts!!!! Gegenüber stand ich, und dort war sonst auch nichts!!

 

"Ich steh jetzt hier an der Kirche!"

 

"Kirche?! Ahh, dann müssen Sie jetzt ein Stück weiter zum Reisebüro.

Darüber ist unser Firmensitz"

 

"Reisebüro? Aber da war ich schon. Wo soll das dann sein?"

 

"Die Türe daneben!"

 

Dort angekommen sehe ich tatsächlich das Firmenschild. Das

ist mir wirklich nicht aufgefallen, neben der Urlaubswerbung!!

 

Hinter der Tür befindet man sich in einem Hausflur mit einer

Treppe nach oben. Dort scheinen wirklich auch Leute zu wohnen. Ein Schild am

Ende des Tunnels... äh Flures weist mich dann aber darauf hin, dass sich die

Firma im oberen Geschoss befindet.

 

Noch ein paar Treppen und ich haben mein Ziel erreicht. Von

wegen!! Nach einer kurzen, aber freundlichen Begrüßung: "Nanu, hat man Sie

nicht informiert?? Das Seminar fällt aus!! Hi, hi, hi!" Ja, ja, der war ja

ganz neu, lach!!!

 

Wie gesagt, nach einer kurzen aber freundlichen Begrüßung

teilte man mir mit, dass das Seminar im Dachzimmer stattfindet.

 

Dachzimmer, oh nein, noch mehr Stufen.

 

Dort oben angekommen befand ich mich in einem relativ kleinen Raum, der

speziell zu Schulungszwecken umgebaut worden war. Da ich der erste Teilnehmer

war (und ich hatte erst wirklich Angst, ich bin der Einzige), konnte ich mir einen

Platz aussuchen.

 

Wie schon zur Schulzeit, habe ich mich auf den hintersten Platz von den vier verfügbaren

Plätzen gesetzt.

 

Plötzlich höre ich von unten ein Stöhnen und Poltern. Da schleppen doch

tatsächlich zwei Mitarbeiter eine verhältnismäßig große Tischplatte hoch und

erzählen mir, sie müssten diesmal noch einen 

Tisch anbauen, weil so viele Teilnehmer da wären. Sage und schreibe

ganze sechs!!! Und Plötzlich saß ich nicht mehr hinten, sondern in der

Mitte!!!!

 

Das Seminar selber war aber echt klasse und sehr

aufschlussreich. Mittags sind wir dann zum Pizzamann und haben dort was

gegessen. Danach ging es sofort wieder zurück, bis der erste Seminartag dann

kurz nach fünf zu Ende war.

 

Am Ende des Seminars habe ich dann erfahren, dass man im

Parkhaus ein Parkticket ziehen kann, um länger als zwei Stunden parken zu

können. Parken??? Oh Gott! Das hatte ich ja ganz vergessen. Mein Auto steht ja

dort: ohne Parkschein!!!!

 

Wie zu erwarten prangte an meiner Windschutzscheibe ein

Ticket über sage und schreibe 5 Euro. Nachdem ich dann den einzigen

Parkscheinautomaten gefunden und mich über die Preispolitik in diesem Etablissement

informiert hatte, gab's aber keinen Grund sich zu ärgern. Das Ticket war

nämlich günstiger, als das Parkticket für meine gesamte Parkzeit.

 

Pfeifend bin ich dann ins Auto gestiegen und habe meinem

Navi  erklärt, dass ich ins Hotel möchte.

Gesagt, getan! Rauf auf die Straße und los!

 

Nach fünf bis sechs Kilometern:

 

"Sie haben Ihr Ziel erreicht!"

 

"Was?? Wo??? Hier ist aber nur 'ne geschlossene Trinkhalle!!"

 

Aber die Straße stimmte. Und die Hausnummer fast auch. Statt

20 stand dort 18. Somit ist es das nächste Haus. Nächstes Haus???

 

Auf der einen Seite 'ne geschlossene Tanke und auf der

anderen Seite: ...nichts!!!

 

Nur zur Info: hier ist sehr viel geschlossen oder nichts!!! Auch Leute die man

fragen könnte: nichts!!!!

 

"Hm, fahr ich mal zurück!"

 

Nach ca. zwei Kilometern sehe ich dann doch wirklich das

ersehnt Hotelschild. Gott sei Dank!! Endlich! Also raus, ab zur Rezeption.

 

Aber irgendwie kam mir die Sache komisch vor. Alles ist so dunkel. Kein anderes

Auto. Und die Türe ist auch verschlossen. Dann der Schock!!!!

 

Im Fenster ein Aushang auf dem steht:

 

"Sehr geehrte Gäste! Aus gesundheitlichen Gründen

bleibt unser Restaurant ab dem 1.April geschlossen!!"

 

"Neeeiiiiiiin!!!!!!"

 

In dem Moment geht die Türe auf und eine Frau fragt mich

nach meinem Anliegen.

 

"I.. Ich habe hier ein Zimmer gebucht!"

 

"Hmm, ah, ja. Kein Problem, kommen Sie herein!"

 

"Ich hatte schon befürchtet Sie hätten geschlossen!"

 

"Nein, nur die Küche ist vorübergehend geschlossen. Das Hotel ist ganz

normal geöffnet!"

 

"Ah, gut!"

 

"Aber wir hätten sowieso Montags und Dienstags Ruhetag!"

 

"Welch ein Glück!!!!!" 

 

Nach einer kurzen Schlüsselübergabe bin ich dann in mein

Zimmer! Na ja Zimmer ist eigentlich ein viel zu großen Wort für dass, was ich

da vorgefunden habe. Hier sollte man nicht stolpern. Egal von wo und in welche Richtung.

Man stößt unweigerlich mit dem Kopf gegen die Wand. Und erst das Bad!!! Können

Fliesen eigentlich knarzen?? Oder ist es der ursprüngliche Holzboden darunter? Auch

scheint die Neigung der Bodenfläche mehrmals die Richtung zu ändern!! Darüber

hinaus geht die Türe auch nur zur Hälfte auf, wegen dieser Bodenerhebung!!

 

Aber egal, der Tag ist zu Ende, und ich bin's auch!!

 

 

 

Tagesfazit:   Küche geschlossen, zu essen: nichts!

Aahhh......!



War das ein sch... Tag heute!!




Schon mal in einem Kwik-E-Markt gearbeitet? Wer nicht weis, was das ist: ein
fernöstlich geführter Lebensmittelladen aus der Simpson Zeichentrickserie!



In so einem habe ich heute gearbeitet. Ich sage euch, das muss man erlebt
haben; oder auch nicht!



Der erste Eindruck war gar nicht so schlimm. Die Gerüche von exotischen

Gewürzen, die verschiedenen, nicht näher erkennbaren Lebensmittel, dessen

Verpackungsdesigns aussehen, als hätten Kindergarten-Kinder von der

"Regenbogen-Gruppe" sie bemalt!! Und dann die Musik, ...die Musik!!
Oh man, die Musik!



Doch zurück zu meiner Arbeit. Leider war die Umsetzung nicht so einfach wie

gedacht!! Unheimlich viel Fummelskram, an den man sich erst die Hände und Arme,

und später die Nerven aufgerieben hat. Dazu immer diese Musik, ...die Musik. Oh
man , die Musik!!!



Nach ein paar Stunden wurden auch die Gerüche etwas nervig. Dieser ständige

Wechsel von Anis zu Kümmel, oder Tiefkühlfisch zu überreifen Bananen war echt

'ne Herausforderung. Als dann auch noch eine Bollywood-Version vom

"Kalinka-Lied" aus den kleinen Lautsprechern schepperte, war ich kurz
vorm Nervenzusammenbruch.



Zum Glück geht jeder Tag mal zu Ende. Also hab ich meine sieben Sachen
gepackt und ab ins Auto.



Doch mein Martyrium, oder sollte ich Odyssee sagen, war noch nicht vorbei: der
Heimweg aus einer Großstadt!



Mein Navi liebt Großstädte. Da kann man den Autofahrer so richtig schön

verarschen. „Bitte jetzt links abbiegen!“ wo es überhaupt kein Links gibt! Oder

der ständige Spurwechsel: „Bitte rechts halten, dann links halten.“! Was denn
nu?? Blöde Kuh!!!



Dann der Hammer: führt mich die „Kartenlegerin“ erst in eine Spielstraße und

dann soll ich am Ende in eine vierspurige Hauptstraße „links abbiegen“!!!! Zur
Rush-Hour!!!!



Hab die „Labertrulla“ ausgeschaltet und bin einfach solange geradeaus

gefahren, bis ich ein Autobahnschild gesehen habe, dem ich dann gefolgt bin. Gott

sei Dank war die Bahn dann frei und ich konnte endlich den Feierabend
einläuten!!!!



Morgen geht’s zurück! Denn leider ist nur die halbe Arbeit fertig geworden.
Aber vielleicht hab ich Glück und mein Wecker vergisst mich morgen früh!!!!
Fehmarn, 2:30Uhr. Wehklagen durchdringen die Nacht: "Aua Papa, lass los. Du tust mir weh!". Darauf folgt ein saftiger Klatscher. Wieder ein heiseres Aua der Tochter. Der Vater versucht seiner Wut leisen Ausdruck zu geben, was ihm aber nicht gelingt. Schließlich hat er seine 13jährige Tochter beim Schäferstündchen erwischt.

Jetzt müsste eigentlich ein BILD-Reporter auftauchen. Stattdessen taucht die ausholende Hand des Vaters erneut im Gesicht des Mädchens auf. ein erneuter Aufschrei durchdringt den sonst so friedlichen Campingplatz.

Erstmals tauchen nun auch geweckte "Anwohner" auf. Vom BILD-Reporter keine Spur. Verstehe ich gar nicht. Die Geschichte hat doch alles: Sex und Gewalt. Aber Drogen und Alkohol sind hier wohl nicht zu finden.

Die Tochter wird zur Nebenfigur. Lautstark beklagen sich die hinzugestürmten Camper über die pädagogischen Fehlleistungen des Mannes. Verzweifelt versucht dieser der Meute klar zu machen, dass er für die Erziehung seiner Tochter verantwortlich ist. Da steht er aber alleine auf weiter Flur, da Prügel nicht im Leitfaden "Erziehung für Dummies" zu finden sind.

Da taucht auch die Mutter des minderjährigen, männlichen Straftäters auf ( im Gegensatz zum BILD- Reporter, der immer noch nicht zu sehen ist). Die Mutter sieht die Sache nicht ganz so eng und beendet ihren Auftritt mit einem "Ist halt 'n Junge!".

Damit verlässt sie den Tatort, den Sohnemann im Schlepptau.

Der Prügelpappa steht noch etwas verdutzt da, während er sich von der umherstehenden Menge wertvolle Erziehungstipps geben lässt.

Langsam löst sich die Menschenmenge auf. Sollte ein BILD-Reporter dabei gewesen sein, ist auch dieser jetzt verschwunden. Ruhe kehrt ein. Ich drehe mich nochmal um, im Bewusstsein, dass diese nächtliche Unterbrechung meinen Urinhaushalt etwas durcheinander gebracht hat.

Fehmarn, 4:45 Uhr:

Ich hab's geahnt! Ich halt es nicht mehr aus. Ich muss raus.

Auf dem Weg zur Sanitäranlage halte ich Ausschau, ob von der nächtlichen Prügelei noch Spuren zu sehen sind.

Kein Blut weit und breit. Vielleicht war BILD deshalb nicht hier.

Ich stehe vor der Kachelwand, lese den Schriftzug Keramag und versuche zu entspannen.

Plötzlich springt die Eingangstüre auf und zwei männliche Weiße betreten den Raum. Sofort wird mir klar: hier sind Drogen und Alkohol im Spiel. Endlich ! Jetzt müsste jeden Moment der BILD-Fuzzy kommen.

Fehlanzeige! Kein Reporter in Sicht. Während sich bei mir der letzte Tropfen seinen Weg bahnt, muss ich mir das gelalle der beiden Torfnasen anhören. Ich überlege mir, warum der Reporter heute nicht aufgetaucht ist. Wahrscheinlich weil keine nackten Brüste im Spiel waren Ich versuche den letzten Gedanken abzuschütten, sonst gibt's Probleme mit dem Reisverschluss.

Ha, das wärs jetzt. Blut an der Buxe. Aber jetzt kann mir der BILD-Heini gestohlen bleiben. Ich geh jetzt schlafen.

Gute Nacht!
Hallo Ihr Daheimgeblieben!

Unsere Reise begann heute Morgen um 3:00 Uhr in Heiligenhaus. Mit halbgeschlossenen Augen und etwas Koffein im Magen sind wir (mein alter Schulkollege mit Frau und "Hello Kitty"-Kind) dann aufgebrochen, um unseren Urlaub auf Fehmarn zu starten.

Ohne große Störungen sind wir dann auch bis Hamburg gekommen. Ab hier hatten wir im 4km Rhythmus eine Baustelle nach der anderen. Diese waren doch wirklich mit fortlaufenden Nummern ausgeschildert. Die erste, rückwärts zählend, mit 13 bezifferte Baustelle, ließ uns nichts Gutes ahnen. Um halb elf hatten wir dann endlich unseren Campingplatz erreicht.

Hier wurden wir schon lautstark von unsren Parzellennachbarn aus "doubleU Upper Valley" (W-upper-tal) begrüßt.

Nachdem wir unsere Domizile aus Alu und Polyester ohne weiteren "hilfreichen" Kommentaren aus dem Umfeld aufgebaut hatten, sind wir erst mal zum Einkaufen in die Stadt gefahren. Die Supermärkte sind hier ganz auf dänische Kundschaft ausgelegt. Nach den Packungsgrössen zu urteilen, ist der durchschnittliche Däne entweder 3,5m groß oder ein absoluter XXL-Freak. Am Nachmittag ging's dann endlich in die Ostsee. Super Sandstrand, perfekte Wassertemperatur. Ich bin mir aber sicher, dass der Salzgehalt der See leicht angestiegen ist, nachdem mein Kollege rein gesprungen ist. Die alte Sau hat bestimmt wieder rein gepinkelt.

Abends haben wir uns dann vorm Grillen je zwei Jever hinter die Binden gegossen. Nach null Frühstück und ausgefallenem Mittagessen weis ich jetzt auch, wie sich "friesisch Herb" anfühlt. Jetzt lieg ich hier in meinem Zelt und schreibe gerade diese Mail, als ich höre, wie einem der Kinder aus "doubleU Upper Valley" das Essen über die Wupper geht. Na herzlichen Glückwunsch, was kommt da wohl noch auf mich zu??

Schöne Grüße aus Wulfen, Fehmarn

Andreas