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Igelavar TF Story

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dfhsuaifjn's avatar
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Ein nicht allzu einfacher Lebenstraum

„Oh, verdammte Scheiße."
Sein Igelavar hatte einen Volltreffer gelandet.
„Fuck! Ich habe jetzt bestimmt acht Stunden an dieser Scheiße gesessen und jetzt ist es schrott!"
Die Worte waren kaum lauter als ein Flüstern, und doch war Adans Missmut in jenem Moment problemlos aus ihrem Klang herauszuhören. Er sprang von seinem Bett auf.
„Was ist denn los?" Diese Frage hatte er kommen sehen und hätte es am liebsten vermieden, sie zu hören. Er versuchte, sich zu beruhigen. Seine Schwester konnte nichts dafür.
„Ich hab fast dieses verdammte Kleinstein gekriegt. Ich hab jetzt doch schon ewig in der Dunkelhöhle nach einem Shiny gesucht, und dann kommt dieses goldene Viech und lässt sich mit nem Tackle killen! Und das finde ich echt scheiße." Das war nicht gelogen. Er hätte seinen DS am liebsten auf den Boden geschmissen, aber er war kein Idiot. Andere wären diesen Schritt vielleicht gegangen, aber Adan wusste sich zu beherrschen. Das dachte er zumindest.
„Hä? Wieso, hast du Mist gebaut?" Ilona wusste, wie sie ihren älteren Bruder in Rage versetzen konnte. Sie war 8 und ihr Bruder 14, und mit der Zeit war sie immer geschickter im Umgang mit ihm geworden.
„Verdammt, es war ein VOLLTREFFER! Jetzt lass mich in Ruhe bitte, okay!?"
Einige Sekunden später wurde Adan bewusst, welches ach so bekannte Szenario er in Gang gesetzt hatte. Seine Schwester würde anfangen zu heulen, zu Mama rennen und ihr erzählen, was für ein böser Bruder er doch sei. Und je nach dem, in welcher Stimmung sich ihre Mutter befand, würde sie entweder Ilona oder ihn dafür anmotzen.

Adan wusste genau, wen er dafür verantwortlich machen würde. Als Ilona seine Zimmertür hinter ihr zugeknallt hatte, wandte er sich wieder seinem DS zu. Auf dem Bildschirm stand immernoch „KLEINSTEIN wurde besiegt! IGELAVAR erhält 31 E.-Punkte!" Er wollte aber nicht daran erinnert werden. Er drückte den A-Knopf und der Protagonist befand sich wieder in der Dunkelhöhle.

Adan setzte sich wieder hin. Für einen kurzen Moment lief nur die Musik aus dem Gerät. Dann schließlich fing er an, seinen DS zu beschimpfen:
„Du scheiß Igelavar! Du hast keine Ahnung, wie sehr mir dieses Kleinstein bedeutet hat! Weißt du überhaupt gar nicht, wie viel Lebenszeit du mir geklaut hast mit diesem Volltreffer? Du Scheißvieh!
Kannst nicht mal richtig kämpfen-"
Seine Schimpftirade hörte abrupt auf. Zu erstaunt war er über das, was gerade mit seinem DS geschah; die Bildschirme fingen an zu leuchten. Immer heller und heller, bis das einzige darauf erkennbare ein strahlendes, blendendes Weiß war.
„Ach du Scheiße, was ist das?" Adan lief ein Schauer über den Rücken. Diese Situation ließ ihn sich an etwas erinnern:

Einmal hatte er eine Geschichte auf DeviantArt gelesen. Es ging darum, dass die Bildschirme jemandes DS weiß wurden und dieser jemand sich anschließend in ein Reshiram verwandelt hatte. Das machte Adan neugierig ob der kommenden Ereignisse, denn er hatte schon immer davon geträumt und nach einer Möglichkeit gesucht, dem menschlichen Alltag zu entfliehen und vielleicht sogar ein Leben als andere Spezies leben zu können. Deshalb ließ er einfach geschehen, was passierte. Seine Vorfreude vernichtete seine Wut völlig.

Das Licht wurde immer greller, und Adan fand sich gezwungen, den DS neben sich abzulegen und die Hände vor die geschlossenen Augen zu halten, um nicht mehr schmerzend geblendet zu werden. Als er glaubte, dass sich das grelle Licht etwas gelegt hatte, nahm er die Hände von den Augen und öffnete diese. Er war sehr überrascht über das, was er vorfand.
Beziehungsweise, was er nicht vorfand. Denn er befand sich nicht mehr auf seinem Bett, sondern war umgeben von einem weißen Nichts. Es blendete nicht, es war absolut neutral. Seine Klamotten waren verschwunden.

„Wo bin ich?" Adan wunderte sich. Es klang, als würden die Worte in einer Stereoanlage in seinem Kopf abgespielt werden. *Natürlich. Wenn es hier nichts gibt, dann auch keinen Schall oder irgendwelche Anzeichen von Materie*, dachte er. *Aber warum zur Hölle kann ich dann normal atmen?* Darüber wollte er sich jetzt keine Gedanken machen. Vielmehr begann er zu realisieren, dass er nackt war. „What the fuck? Wo sind meine Klamotten?", schallte es in seinem Kopf. Er sah an sich herab, seine Position konnte er allerdings aufgrund des Mangels an Schwerkraft nicht feststellen. Alles sah immer noch absolut normal aus. Aber das währte nicht allzu lange.

Adan kratzte sich am Rücken. „Oh Mann, das juckt wie verrückt." Bald begann dieses unangenehme Gefühl sich über seinen gesamten Körper zu verbreiten. Langsam wurde es ihm klar: „Also passiert es wirklich. Na schön, wenn das Schicksal es so will, dann soll es wohl geschehen." Er hatte zu viele Geschichten von Verwandlungen im Internet gelesen, um nicht zu wissen, was einem starken Jucken am gesamten Körper folgen würde. Willig fügte er sich seinem Schicksal.
Adan starrte auf seinen rechten Arm. Beige-braune Haare begannen darauf zu wachsen, und es breitete sich auf seinem Arm aus. Er war überglücklich über das, was er sah, und rätselte, was er wohl werden würde.

Inzwischen hatte sich das Fell auf seinen gesamten Oberkörper ausgebreitet. Und es schien nicht aufhören zu wollen. Plötzlich bemerkte Adan etwas Seltsames, aber vorausgesehenes: seine Finger begannen sich zu verformen. Seine Kleinen Finger verschmolzen mit den Ringfingern und die Zeigefinger mit den Daumen. Das fühlte sich sehr abnormal an; auf einmal waren da nur noch drei „Finger". *Also, das sind sie jetzt wirklich nicht mehr*, stellte er fest. An den Enden seiner Arme befanden sich nur noch dreigliedrige Pfoten, die in warmes Fell gehüllt waren. Er versuchte sie zu bewegen wie Finger, aber er hatte nur eingeschränkt Erfolg. Die Gelenke hatten sich völlig verändert.

Während er sich immer noch mit seinen Pfoten und Armen beschäftigte, schritt das Fellwachstum auf seinem Körper weiter fort. Es lief zwischen seine Beine und hüllte seinen Penis und seine Hodensäcke völlig ein, sodass nichts mehr davon zu sehen war, was Adan stark erleichterte und ihn auch darüber aufklärte, wieso die Genitalien der Pokémon absolut nie sichtbar sind. Zumindest bei denen mit Fell.

Doch der Prozess ließ ihm nicht viel Zeit zum Denken, denn das Fell kroch seine Beine herab und begann für eine starke Hitze in seinem Körperinneren zu sorgen. Im selben Augenblick veränderten sich Adans Füße ähnlich wie seine Finger, nur wurden seine Zehen in die Länge gezogen. Er versuchte sich vorzustellen, wie er gerade aussähe. Dieses Bild brachte ihn auf eine Idee: Er hatte sein Igelavar aufs Übelste beschimpft und war noch gar nicht fertig gewesen, als plötzlich sein DS angefangen hatte zu strahlen. *Ist das hier eine Art Rache? Wie hat es das überhaupt gemacht?*

Er wurde abrupt aus seinen Gedanken gerissen, als er merkte, dass sich sein Gesicht ausbeulte. Seine Nase verschwand in einer Beule, welche sich zu einer säugetierähnlichen Schnauze formte, die seinen Mund auf eine Reise um ein paar Zentimeter mitnahm. Er konnte es fühlen. Wie sich seine Gesichtsknochen streckten und dabei ein knackendes Geräusch von sich gaben. Wie die Haut einwilligte, ihnen zu folgen, sowie seine Muskeln und Gelenke. Wie sie ihre Form veränderten und Funktionsweise änderten. Doch das alles bereitete ihm keine Schmerzen. Adan war glücklich.

Durch das Wachstum einer Schnauze waren seine Augen zur Seite gedrängt worden, was ihm fast einen Rundumblick gewährte. Er sah seitlich an sich herab. Ihm war aufgrund seiner Euphorie entfallen, das seine Beine fast völlig verschwunden waren und seine Hinterpfoten nun an seinen Unterkörper angrenzten. Wo sein Rücken begann, war das Fell dunkelblau, bis auf ein paar rote Flecken. Seine Farben waren ihm sehr sympathisch. Mit seinem Körperbau würde er schnell zurechtkommen, auch mit den drastischeren Veränderungen. Adans Hinterbeine waren verschwunden und seine Vorderbeine verkürzt. Seine Ohren befanden sich nun schräg oben an seinem Kopf und waren spitzer als zuvor, aber er stellte fest, dass er sie ein wenig bewegen konnte. Allgemein fühlte sich dieser Körper herrlich an, so wendig und dynamisch. Doch bevor Adan es ausprobieren konnte, wurde er überrascht. Und zwar nicht gerade auf die schönste Art und Weise.

Die Umgebung gewann an Farbe und Form. Adan schaute sich um. Er stand auf allen Vieren in einer Höhle, nahe des Eingangs. Er sprach: „Ist das... die Dunkelhöhle? Hier habe ich zuletzt gespielt..." „Igelavar...? Igelavar lavar..." Das war es, was er hörte, aber er verstand es perfekt. *Das ist also wie im Anime*, dachte er und war ein wenig enttäuscht.

„Dir gefällt also mein Kampfstil nicht!? Immerhin warst du es doch, der mir gesagt hat, was ich tun soll! Aber das hat jetzt ein Ende! Wollen wir doch mal sehen, ob du nicht bereust, was du zu mir gesagt hast!", schrie jemand hinter ihm. Erschrocken drehte Adan sich um. Vor ihm stand ein Igelavar. Es war größer als er und Flammen schossen aus seinem Kopf und seinem Rücken. Langsam realisierte er, wer das war.
„D-du bist..."
„Ich bin diejenige, die du ein Scheißvieh genannt hast! Und das macht mich WÜTEND!" Blitzschnell rannte das rasend zornige Igelavar auf Adan zu und rammte ihn rücksichtslos in den Bauch, bevor dieser reagieren konnte. Er wurde nach hinten an die Wand geschleudert und verlor den Atem. Keuchend und unter großen Schmerzen lag er auf dem Boden, bis alles um ihn schwarz wurde.

„Hallo? Bitte sei nicht tot, ja? Bitte!" Von weiter Ferne hörte Adan eine Stimme, aus der er große Sorge heraushören konnte. Sie kam ihm bekannt vor.
„Uuuuh... das tut weh..." Er spürte große Schmerzen in seiner Bauchgegend. Langsam öffnete er seine Augen. Ihn starrte ein Igelavar an. Es schien erleichtert zu sein.
„Endlich bist du aufgewacht! Hey, tut mir Leid was ich vorhin in der Höhle gemacht hab. Aber du hast mich so wütend gemacht und dann... naja, dann habe ich dich angegriffen und du warst bewusstlos und ich hatte Angst du würdest sterben! Und deshalb habe ich dich hier auf die Wiese getragen. Du bist nämlich ziemlich klein, weißt du?"
Adan war etwas verwirrt. Gerade eben erst war er aufgewacht und anschließend gleich von seiner „Retterin" zugelabert worden.
„Äh, ja. Danke." Er starrte sie an. Ihm fiel ein, was er über die Kreatur vor sich wusste: Er hatte ein weibliches Feurigel bekommen und sie hatte das Wesen „Hitzig". Das konnte er nach seinen kurzen Erfahrungen mit ihr bestätigen. Sie war Level 15. Ob das etwas zu bedeuten hatte, wusste er nicht.
„Kannst du wieder laufen? Oder bleib liegen. Das ist mir eigentlich egal. Ich hole uns was zu essen." Und schon rannte sie wieder weg.
„Hey, warte! Oh Mann..." Seine Bauchschmerzen meldeten sich zurück. Adan versuchte, seine Situation zu erfassen: Er befand sich in ein Igelavar verwandelt auf einer Wiese in der Nähe der Dunkelhöhle. In einer Welt, die er für fiktiv gehalten hatte und wo Schwärme von Habitak und Taubsi in der Luft flogen. *Das muss irgendwas mit dem ganzen Dimensionskram zu tun haben*, dachte er.
Seine Familie würde er nicht mehr wiedersehen. Aber daran konnte er jetzt auch nichts mehr ändern. Vielleicht ist das mein Schicksal, dachte er. Vielleicht sollte das alles passieren. Aber jetzt muss ich erst einmal mit diesem Körper zurechtkommen.
Adan war sich seiner nur beschränkten Bewegungsfähigkeit bewusst. Ihm fiel ein, dass er nur den Namen seiner Spezies aussprechen konnte. Aber rein biologisch gesehen müssten auch andere Silben funktionieren. Er probierte es aus:
„Auf..." „I..."
„Ex..." „La..."
Seine Versuche, andere Laute zu formen, scheiterten nicht nur, sondern bereiteten ihm auch Schmerzen. *Die Anatomie von Pokémon ist bestimmt völlig anders als die von Tieren*, beschloss er und gab es auf. Er schloss die Augen. „Also bin ich jetzt ein Igelavar... aber wie ist das überhaupt passiert? Ich werde sie fragen, wenn sie wieder da ist..." Und mit diesem Gedanken begab er sich wieder in einen tiefen Schlaf.

„Hey, aufwachen! Ich hab dir was mitgebracht." Eine überaus optimistische Stimme weckte Adan aus seinem traumlosen Schlaf. Plötzlich merkte er etwas Rundes auf seinen Körper fallen. Er wollte es nehmen, doch er war trotz des langen Ruhens immer noch nicht in der Lage, sich richtig zu bewegen. Seine Betreuung (wie er sie still und heimlich getauft hatte) schien das zu bemerken:
„Du bist wirklich ein Weichei. Ich habe dich hier jetzt stundenlang liegen lassen und du bist trotzdem noch am rumkrüppeln. Steh mal auf und friss deine Aprikoko. Die hab ich dir mitgebracht."
„Aber ich weiß doch nicht mal, wie ich mich in diesem Körper hier bewegen soll... du hast mir keine Zeit dafür gelassen. Trotzdem, danke." Unter großer Anstrengung und den wachsamen Blicken eines launischen Artgenossen nahm er die grüne Frucht und biss mit seinen neuen, ungewohnten Zähnen ein Stück ab. Er versagte beim Kauen und verschluckte sich.
„Arrrk!" Adan würgte das Stück wieder hervor und spuckte es auf den Boden.
„Verdammte Scheiße! Ich kann ja nicht mal mehr kauen!"
Seine Betreuung sah ihn mit ekelhaft verzerrtem Gesichtsausdruck an.
„Du musst wohl echt alles von vorne lernen, oder?"
„Mhm..." Er schmeckte ein wenig Erbrochenes in seinem Mund.
„Da will ich nur mal was essen und schon muss ich kotzen wegen diesen blöden Zähnen."
Empört räkelte Adan sich auf. Erst jetzt fiel ihm auf, wo er und seine Betreuung waren. Sie befanden sich auf einer Wiese und die Nachmittagssonne strahlte in das wolkenlose Blau des Himmels. Etwa 200 Meter entfernt war die Dunkelhöhle zu sehen. Jetzt, wo er sich seiner Umgebung bewusst machte, fiel Adan auf, wie sehr sich seine Sinne verbessert hatten. Er konnte riechen, wo sich die Pokémon in den Büschen versteckten. Dass Menschen vor kurzem hier entlanggegangen waren. Und das andere Igelavar. Er konnte es riechen. Es gefiel ihm...
„Nein, ich bin kein... oder doch? Ich weiß nicht."
„Hey, was flüsterst du da rum? Du bist aufgestanden ohne ein Zucken, hast du das nicht gemerkt? Kannst du jetzt also mit mir mitkommen? Ich will einen kleinen Unterschlupf zeigen. Dort kannst du dich vielleicht niederlassen."
„Okay, äh... Danke." Vorsichtig versuchte er, ein paar Schritte auf allen Vieren zu gehen.
„Übst du gerade etwa das Gehen?" Sie kicherte.
„Ich habe keine Ahnung, wie ich das machen soll. Lass mich nur kurz herausfinden, wie ich meinen Körper bewegen muss."
*Wie er rumtapst*, dachte sie und verkniff sich dabei ein lautes Gekicher. *Das sieht echt bescheuert aus.*
„Weißt du... jetzt, wo du ein Igelavar bist, solltest du doch eigentlich instinktiv wissen, wie du laufen musst, oder?"
„Äh... stimmt." Und das ist nicht das Einzige, was ich instinktiv weiß, fügte er in Gedanken hinzu.
„Dann lass ich mal meine Instinkte machen." Unsicher wandte er sich zu seiner Begleiterin.
„Okay, folge mir." Sie begann zu laufen. Adan tat es ihr nach. *Lauf ihr einfach hinterher. Du musst an ihr dranbleiben.*
Sie lief, und als sie hinter sich sah, folgte er ihr problemlos. „Na also, geht doch!" Aber er antwortete nicht. Komisch. Sie hielt an, und er ebenso. Adan guckte bloß sie mit wilden Augen an. *Oh nein, bitte nicht.* „Hallo!? ADAN!" Er erschrak und fiel rückwärts um.
„Hä? Was? W-w-wo sind wir?", stammelte er und rappelte sich wieder auf.
„Wie, 'Wo sind wir'? Du warst gerade ganz gedankenverloren, wie eine wilde Bestie hast du mich angestarrt! Wir sind gleich beim Unterschlupf. Da erkläre ich dir alles, was du wissen musst."
„Okay, na gut." Sichtlich verwirrt ging er hinter seiner Begleiterin her, die zu einem kleinen Loch in einer moosbedeckten Felswand schritt.
*Ich muss ihm alles erklären, sonst wird er genau so idiotisch wie alle anderen Männchen. Dabei hatte ich gehofft, wenigstens er mit einer menschlichen Vergangenheit würde bei klarem Verstand bleiben; aber wie es scheint, muss ich ihm alles Wichtige eintrichtern.*

Sie traten ein. „Ich habe den ehemaligen Bewohner gefressen, also wird diese Höhle hier für eine Weile unbewohnt bleiben. Wenn du Fragen hast, stell sie jetzt."
*Auf einmal wirkt sie plötzlich so ernst und intelligent*, dachte er. *Ist etwas passiert?*
„Okay... also, zuallererst, wie bin ich zu einem Igelavar geworden? Es gefällt mir bisher ganz gut, aber ich habe keine Ahnung, wie das passiert sein soll."
„Ich wusste, das du das als erstes fragen würdest", sagte sie. „Also: als ich noch ein Feurigel war, hat mir meine Mutter die Legende von Jirachi erzählt. Dass es nur alle 1000 Jahre eine Woche lang wach ist und dann wieder einschläft. Wenn man es im Wachzustand trifft, soll es einem einen Wunsch gewähren. Tja, und nun rate mal, wer mir damals erschienen ist, als ich mich in einer Höhle verlaufen hatte: Jirachi ist aufgetaucht und hat mir gesagt, dass es mir einen Wunsch schenken würde. Gerade als ich mich zu meiner Mutter wünschen wollte, hat sie nach mir gerufen. Jirachi ist daraufhin verschwunden. Da wusste ich, dass ich den Wunsch behalten würde. Bis zu jenem Tag... als du mich wohl so wütend gemacht hast, dass ich von dem Wunsch, es dir heimzuzahlen, besessen wurde. Ich habe es echt übertrieben. Es tut mir Leid." Auf einmal schien sie sehr traurig zu sein.
„Hey, aber das ist echt nicht schlimm! Du hast mir meinen Lebenstraum erfüllt!"
„Was?" Unglaube stieß auf Adans Ohren.
„Ja, wirklich! Ich war schon immer auf der Suche nach einer Möglichkeit, kein Mensch mehr zu sein! Du weißt gar nicht, wie glücklich ich war, als das Fell auf meiner Haut gewachsen ist!" Er merkte, wie sicher er sich dabei war. Sie hatte ihm echt geholfen. Auch wenn sie ihm wehgetan hatte, ihn in ein Igelavar zu verwandeln glich das völlig aus.
„Na gut, wenn das so ist." Sie sah ihn an.
„Sag mal, wie heißt du eigentlich?"
„Freie Pokémon haben keine Namen. Also wird dich niemand Adan nennen oder dich danach fragen."
„Ach tatsächlich? Nun gut. Damit kann ich mich abfinden."
„Es gibt aber noch etwas, das ich dir dringend sagen muss."
*Also ist wirklich etwas passiert*, dachte Adan. „Und zwar?"
„Erinnerst du dich, als du mir hinterhergelaufen bist?"
„Äh, nein, nicht so richtig. Ich habe es einfach getan", sprach er. Weiß sie etwa schon Bescheid?
„Aber du hast etwas Bestimmtes gefühlt, oder? So eine Art 'Sehnsucht' nach mir." Die Betonung auf das Wort „Sehnsucht" bereitete ihm eine Gänsehaut.
„Du weißt schon Bescheid, oder?" Adan fühlte sich ertappt.
„Ich weiß mehr als du." Sie merkte, wie überrascht er war.
„Lass es mich erklären. Mit deiner Verwandlung wurde nicht nur dein Äußeres verändert; wie du bemerkt haben dürftest, kommen die natürlichen Instinkte eines männlichen Igelavars in dir auf. Das ist mir auch aufgefallen, als wir stehenblieben. Du hast mich ganz wild angeguckt, deshalb habe ich dich angebrüllt, damit du wieder zu Bewusstsein kommst. Ich hatte gehofft, dass du als eigentlicher Mensch neutral bleiben würdest – aber anscheinend wirst du doch ein ganz normales männliches Pokémon, wenn du nicht aufpasst."
Adan hatte aufmerksam zugehört. Sie hatte mit allem Recht, was sie sagte. Auch jetzt trieb ihn der Gedanke, mit der Person vor ihm Geschlechtsverkehr zu haben. Das schreckte ihn ab, aber in seinem Inneren wollte er kaum etwas anderes.
„Und wie willst du mir da raushelfen?" Er hoffte, sie würde ihm helfen können. Er wollte kein triebgesteuertes Wesen sein, sondern seinen Verstand behalten, so wie ihn nur die Weibchen zu haben schienen.
„Ich kann dir nur einen Rat erteilen. Achte auf dich. Zu jeder Zeit und an jedem Ort. Sei dir bewusst, wer du bist. Ansonsten verkümmert dein Verstand und du wirst wie alle anderen Männchen. Aber gleichzeitig musst du dir deine instinktiven Fähigkeiten zunutze machen. Du musst lernen, zu kämpfen ohne die Kontrolle zu verlieren. Du musst dich dazu überwinden, zu töten, wenn es nötig ist. Und, solange du nichts anderes findest, andere Pokémon zu fressen, selbst wenn sie gerade eben noch um Gnade gebettelt haben. Das mag jetzt ziemlich hart klingen, aber so funktioniert die Natur nunmal. Und mit einem menschlichen Verstand ist es noch viel schlimmer."
Adan hatte es die Sprache verschlagen. Er sah zur Seite.
„Leg dich hin und denk darüber nach. Ich werde uns etwas zu essen holen." Mit diesen Worten verließ sie die Höhle und ließ Adan allein zurück.
*Ich werde mich anpassen müssen. An die Gesetze der Natur. Fressen oder gefressen werden. So läuft das im Leben.*
Er sah aus der Höhle. Die Sonne bewegte sich in Richtung Horizont. Aus dem kleinen Wäldchen, das nur wenige Schritte vor der Höhle emporragte, klangen Geräusche von fressenden, kämpfenden und fickenden Pokémon und erinnerten Adan an das, was Sie zu ihm gesagt hatte:
„Wie du bemerkt haben dürftest, kommen die natürlichen Instinkte eines männlichen Igelavars in dir auf."
Das wollte er verhindern, so gut es ging... auch wenn es schwer werden würde.
*Ich werde das schaffen. Irgendwie.*

Die Zeit verging und Adan hatte sich in der Höhle zusammengerollt. Er wusste nicht, was er tun sollte. Es war ihm zu riskant, Sie zu suchen, denn währenddessen könnte sie ja zurückkehren und eine leere Höhle vorfinden. Jetzt hatte er sie gerade kennengelernt und sie schien zu schätzen, dass er im Gegensatz zu anderen Männchen noch einen nennbaren Verstand besaß. Das wollte er nicht mit Dummheiten kaputtmachen. Aber was er tun WOLLTE, wusste er genau. „Ich muss pissen", sprach er zu sich. Da er jedoch nicht seine Behausung schmutzig machen wollte, ging er nach draußen, in eine kleine Felsspalte hinein. *Mann, ist das peinlich... obwohl, wenn ich ein wildes Pokémon bin, interessiert es wohl keinen.*
Adan brachte es hinter sich und wollte gerade wieder in das Loch hineinhechten, als er ein Kichern hörte. Ihm wurde klar, dass Sie zurückgekommen war. Er sah sich um und erkannte ein Igelavar im Gebüsch.
„Ha ha, das ist ja soo witzig. Komm jetzt bitte." Adan wollte sich nicht anmerken lassen, dass er verdammt verlegen war. Vergeblich.
„Ja ja, ich komme schon." Sie trat aus den Büschen hervor und ging mit ihm zusammen hinein.

Adan guckte auf das, was aus Ihrem Maul hing. Sie legte es auf den Boden
„Das habe ich dir mitgebracht. Mach dir um mich keine Sorgen – ich habe schon im Wald gegessen."
Er beäugte das rußige Etwas. Beim näheren Hinschauen erkannte er, was da vor ihm lag: ein verbranntes, kleines Raupy. Seine Augen weiteten sich.
„Ich wusste, dass du erschreckt sein würdest, aber ich hab dir gesagt: wenn es nichts anderes gibt, musst du töten, um zu überleben. Das hier ist nicht nur dein Abendessen, sondern auch eine kleine Prüfung." Sie sagte das mit strengem Unterton.
„Äh, kann ich nicht einfach... na gut. Da muss ich durch." Verbittert und angeekelt starrte er auf das kleine Wesen. *Ganz ruhig. Das ist wie Hähnchen essen.*
Mit seinen Zähnen versuchte er, ein kleines Stückchen vom Hinterleib (er wollte nicht mit dem Kopf anfangen) abzureißen.
„Du musst stärker zubeißen! Aber nicht wieder kotzen!"
Dem Hinweis folgte Adan und schaffte es tatsächlich. Er kaute auf dem Raupy herum und fühlte Schleim in seinen Mundraum fließen. *Aber das schmeckt echt nicht scheiße*, beschloss er. *Bloß ungewohnt.*
„Und? Geht doch, oder?" Es war keine Überraschung, dass sie neugierig war. Schließlich hatte Adan beim letzten Fressen seinen Mundinhalt wieder ausgekotzt.
Er nickte, und als er fertig gekaut hatte, schnappte er sich den ganzen Rest und kaute emsig darauf herum, denn er hatte großen Hunger.
„Ich werde noch eine Zeit lang bei dir bleiben. Solange ich bei dir bin, kann ich auf dich aufpassen und dich ein wenig auf die Natur vorbereiten. Die Höhle, in der wir gerade liegen, hatte ich eigentlich für mich gedacht, aber du brauchst sie mehr als ich. Ein paar Nächte werde ich bei dir schlafen, aber das liegt normalerweise nicht in unserer Natur. Wir sind Einzelgänger. Deshalb kann ich auch nicht ewig bei dir bleiben, auch wenn ich das schön fände. Das wirst du noch merken."
Adan war fertig mit seiner Mahlzeit.
„Hm... also, wie wird es morgen weitergehen?"
„Ich glaube, wir werden dann ein bisschen trainieren und ich zeige dir ein wenig die Umgebung. Es wird langsam dunkel. Lass uns bald schlafen, ich bin echt müde." Sie gähnte ausgiebig.
„Ich irgendwie auch... dabei habe ich kaum etwas gemacht..."
*Morgen geht es erst richtig los... das Leben kann manchmal richtig wendig sein...*
Zusammen mit der Sonne gingen Adan und das andere Igelavar zu Ruhe. Viel hatte er heute durchgemacht, an seinem ersten Tag als Pokémon. Und er freute sich schon auf seine Zukunft. Dass er kein Mensch mehr sein musste. Er hatte es endlich geschafft.

Ende
Zuerst habe ich die englische Version hochgeladen, und hier ist jetzt auch die deutsche. Diese hier gefällt mir wesentlich mehr, weil ich mit der Sprache vertraut bin und deshalb mehr mit den Worten habe spielen können. Die englische ist ja eh nur eine (halbwegs gute) Übersetzung. Also alle Leute, die es vielleicht auf Deutsch lesen wollen: hier, bitteschön! Und auch brav bewerten!

This is the German version of my Quilava TF Story ;)
© 2011 - 2024 dfhsuaifjn
Comments8
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Drake2345's avatar
cool hehe der jenige beschimpft sein igelavar und später wird er selbst eines autsch da will ich mein lugia nicht beleidigen wer weiß was dann kommt