Group Info Group Founded 11 Years ago 437 Members
136,709 Pageviews544 Watchers

Galleriekategorien und Chatraum

chat.deviantart.com/chat/Dassc… <- Der DSA-Chat.



Galleriekategorien:

:bulletred: Featured
Alles, was sonst nicht reinpasst. Zum Beispiel Personengruppen.

:bulletred: Kämpfer
Wie der Name schon sagt: Kämpfer. Dabei können es sowohl Ritter sein, wie auch Mohas mit kriegerischer Profession. Eben alles, was gerne andere Menschen kurz und klein schlägt. Auch Söldner sind hier willkommen.

:bulletred: Magiebegabte
Magier, Hexen, Schamanen, Scharlatane. Alles, was in irgendeiner Form Magie wirken kann.

:bulletred: Geweihte
Ob Geweihter der Zwölfgötter oder orkischer Priester. Wer in Kontakt mit göttlichen Wesen steht und von ihnen Macht bekommt, sollte in dieser Gallerie seinen Platz finden.

:bulletred: (Halb-)Elfen
Ist euer Elf ein Zauberweber oder ein Jäger? Spielt keine Rolle. Hier ist sein Platz.

:bulletred: Zwerge
Auch Zwerge genießen den Luxus einer eigenen Unterkategorie.

:bulletred: gesellschaftliche Helden
Helden der Stadt. Diebe, Händler, Bettler, Kurtisanen etc. pp.

:bulletred: Wildnis-Charaktere
Hier ist Platz für Jäger, Kundschafter und so weiter.

:bulletred: andere Helden
Was eben in die oben erwähnten Gruppen nicht passt.

:bulletred: Offizielle Charaktere
Charaktere, die in offiziellen Publikationen vorkommen.

:bulletred: DSA-Götterwelt
Götter, Halbgötter, egal welcher Religion.

:bulletred: Kreaturen
Tiere, Dämonen etc. Was eben auf Dere so herum kreucht und fleucht.

:bulletred: Meisterhilfen
Karten, Waffen, Symbole und andere Sachen, die man für selbstgeschriebene Abenteuer und ähnliches benutzt.

:bulletred: Landschaft und Orte
Der Name erklärt es.

:bulletred: Comics
Bilder, die mehr als ein Panel haben. Eigentlich die schönste Kategorie...

:bulletred: Literarisches
Für die Autoren unter euch.

:bulletred: Gewandungen/LARP
Für die Live Action Roleplayer unter euch.

Wenn euer Held in mehr als eine dieser Gruppen passt, müsst ihr eben für euch entscheiden, wo ihr ihn hinsteckt, je nachdem welche Profession für euch eben am ehesten zusagt. Doch bitte nicht einfach in Featured lassen.


Danke.

Gallery Folders

Featured
Velea by LinestyleArtwork
Das schwarze Auge_Die 7 Gezeichneten_Final Hour by LinestyleArtwork
DSA: Imion aus Riva by eoMrM
Roundhouse of the Gjalska by SteffenBrand
Kaempfer
Guardian of the Fairy Forest by Hyacinthley
Warrior lady concept #2 by Nox-in-Lumina
Guard #2 by Nox-in-Lumina
Guard by Nox-in-Lumina
Magiebegabte
Astral Meditation by Spacegryphon
The Illusionist by thatBiologyStudent
Rahjajida 2021 by Yako
Sketch: Viviona 2021 by Yako
Geweihte
DSA: Tsafira Portrait by miss-hena
Korjan by Spacegryphon
Phexgeweihter Alric by xGothicfanx
Tempelvorsteher Al'Anfa by Hyacinthley
Halb- Elfen
Eldariel by Hyacinthley
Thelan - Dark Eye by Ranarh
Iyodin - Dark Eye by Ranarh
Asmodya by ChristinaDeath69
Zwerge
DSA: Angra by miss-hena
Ludrim groscho Lingrim by Sen-Draw
Nourin - Dark Eye by Ranarh
Xalmir (commission) by duridya
Gesellschaftliche Helden

Mature Content

Raushasa probing the water by sigquit
DSA: Hjaldis Portrait by miss-hena
Kjaska Korja Askradotter by Erdbeerstern
Necaris Portrait 2 by Hyacinthley
Wildnis-Charaktere
Fisherman by Hyacinthley
Nivesin by xGothicfanx
Guys, it was just a small rabbit! by xGothicfanx
DSA: Shani und Rashid by PencilNo6
andere Helden
Die Drachenchronik by xGothicfanx
Sprachkundlerin Serena by xGothicfanx
Just a Regular Thursday Night by AimOfDestiny
Tulamidin by Nyariel
Offizielle Charaktere
DSA Pandlaril bewacht ihre Quelle by Ghosthornet
Dragon Knight by Pechschwinge
Peace Of Praios by TheDwarfess
Versuchung und Erloesung by TheDwarfess
DSA-Goetterwelt
Peraine by thatBiologyStudent
Kreaturen
Gruftassel by Sirgawain111
Meisterhilfen
Fantasy Map (DSA fan art) by Nox-in-Lumina
Landschaft und Orte
Medieval-style fantasy estate by Nox-in-Lumina
Comics
DSA Minicomic: WMD Die Liebe II by Hyacinthley
Literarisches
Ciro Schattenlaeufer - Verborgene PfadePrologEs war einmal…Eine Stunde also… Nun gut, wenn mir nur eine Stunde bleibt, dann möchte ich doch höflichst bitten, bei meinen Ausführungen nicht unterbrochen zu werden.Also mal sehen: Wo sollte ich beginnen? Am besten fange wohl bei bei mir selbst an. Mein Name ist Alricio Loratan, gelernter Buchhalter aus dem wunderschönen Kuslik. Dort habe ich auch meine Lehrmeisterin kennengelernt, die mich in der Kunst des Diebeshandwerks unterwiesen hat, aber das ist eine andere Geschichte und tut hier wohl nichts zur Sache. Ihr dürft mich übrigens Ciro nennen, das tun alle. Nur, wie gesagt: Im Augenblick solltet ihr mich wirklich nicht unterbrechen.Es ist nun schon fast einen Götterlauf her, dass ich mich hier in Perricum niedergelassen habe. Eine herrliche Stadt, keine Frage. Allein, sich mit den hiesigen Diebesgilden zu arrangieren, erwies sich doch schwieriger als gedacht. Das Wertvollste, was mir meine Meisterin mitgab, war die Diebeskarta, so eine Art Ehrenkode für Diebe. Bitte verzeiht meine Offenheit, aber Ehre scheint unter den Mitgliedern der hiesigen Gilden ein rar gesätes Gut zu sein.Jedenfalls versuche ich den Umgang mit den Diebesgilden so weit wie möglich zu meiden. An Abgaben zahle ich so wenig wie möglich, denn offen gestanden ekeln mich ihre Methoden an. Ich lebe in der Hoffnung, dass ihnen durch meine Aktivitäten mehr Einnahmen entgehen, als sie durch meine Abgaben kassieren. Und natürlich hoffe ich auch, dass sie das nicht allzu bald bemerken. Ich kann mich doch auf eure Verschwiegenheit verlassen? Ich meine, wenn ihr nicht schweigen könnt, wer dann? Hab ich nicht recht? Gut.Kapitel 1Von Dieben und MördernZurück zu meiner Geschichte: Alles begann vor drei Tagen. Da wurde die erste Tür gestohlen. Jedenfalls war es der erste Fall, von dem ich Wind bekommen hatte. Ich meine, wer bitteschön stiehlt eine Tür und lässt alles Übrige unangetastet? So etwas erregt Aufmerksamkeit. Noch aufmerksamer wurde ich, als der arme Tropf, dem die Tür gestohlen worden war, in der nächsten Nacht auf unschöne Weise umgebracht wurde. Das war also vor zwei Tagen.Vor einem Tag wurde wieder eine Tür gestohlen, was uns schon zur letzten Nacht führt. Da legte ich mich nämlich auf die Lauer, um zu sehen, ob wohl jemand auftauchen würde, der dem neuerdings türlosen Zimmermann ans Leben wollte.Die Zügigkeit, mit der sich der Türdiebstahl ereignet haben musste, und die Tatsache, dass niemand vor der Stadtwache aussagen wollte, deuteten auf eine der Gilden hin. Da sich zudem keine Gilde über Türdiebstähle in ihrem Revier zu beschweren schien, vermutete ich, dass die Finsterwölfe dahinter steckten. Ihnen gehört nämlich das Gebiet, in dem die Türen gestohlen worden waren.Ich hatte also in einer Gasse Stellung bezogen, von der aus ich die Tür, oder vielmehr das provisorisch verbarrikadierte türförmige Loch in der Wand, gut im Auge behalten konnte. Dann kam mir in den Sinn, dass ich wohl ein Idiot sein müsse, und ich eilte ungesehen um das Haus herum. Würde ich nämlich versuchen hier einzusteigen, würde ich es sicher nicht von der Straßenseite aus tun, insbesondere, da der gute Dalman aus der Stadtwache gerade auf seinem nächtlichen Patrouillengang um die Ecke bog.Ich kam eben noch rechtzeitig im mondbeschienenen Hinterhof an, um die durchaus rahjagefällige Kehrseite einer mir bekannten Diebin zu sehen, die sich gerade durch ein aufgebrochenes Fester ins Haus schlängelte.Das war zweifellos Aylas Hinterteil. Ich hatte es schon des öfteren gesehen, wenn wir uns des Nachts zufällig über wen Weg liefen, hin und wieder auf der Jagd nach der selben Beute. Ayla war flink, geschickt, schlagfertig und ich hätte sie wirklich mögen können, wenn sie nicht ausgerechnet zur Gilde der Finsterwölfe gehören würde. Ehrlich gesagt war ich enttäuscht, sie hier zu sehen. Ich meine, die Gilde ist rücksichtslos und brutal, aber in Ayla hatte ich nie eine Mörderin gesehen. Hatten die Finsterwölfe sie geschickt, den Zimmermann zu töten?Geräuschlos huschte ich über den Hof und glitt durch das offenstehende Fenster. Gerade wollte ich mich nach meiner Rivalin umschauen, als sich ein gewaltiger Schatten über den staubigen Boden der Schreinerei ergoss. Langsam wandte ich meinen Blick zurück zum Fenster und dort auf dem Fensterbrett, eingehüllt ins Licht des Vollmondes, saß Jonas.Der schneeweiße Kater mit den leuchtend gelben Augen regte keinen Muskel, während er mich mit vorwurfsvoller Miene anstarrte. Ich ließ meinen angehaltenen Atem entweichen und beschloss, den alten Besserwisser zu ignorieren. Falls er nur hier war, um mir zu sagen, dass ich mich mal wieder in Gefahr begab, konnte er sich das getrost schenken. Falls Mada ihn geschickt hatte, mir hinterher zu spionieren… Nun, auch dagegen konnte ich im Augenblick wenig tun. Hätte ich versucht ihn zu verscheuchen, hätte mich das dämliche Fellknäuel am Ende noch angefaucht und meine Anwesenheit verraten.Während ich weiter durch die Werkstatt schlich und angestrengt auf jedes Geräusch lauschte, sprang der Kater auf leisen Pfoten ins Haus und heftete sich in lauernder Haltung an meine Fersen, gerade so als pirschten wir uns gemeinsam an ein ahnungsloses Vögelchen oder eine Maus heran. In dem Moment hörte ich im Stockwerk über uns eine Tür knarren. Da war unser Mäuschen also. Falls sie es auf das Leben des Zimmermanns abgesehen hatte, blieb keine Zeit mehr!Mit wenigen Schritten hechtete ich die Treppe hinauf und sah Ayla, die sich mit gezogenem Messer zu mir umwandte. Sie stand auf einer Türschwelle, hinter welcher ich im dämmrigen Licht das Schlafzimmer des Hausherrn erahnen konnte. Auch ich hatte mein Messer gezogen und so standen wir uns wer weiß wie lange schweigend gegenüber. Schließlich war sie es, die mit zischender Flüsterstimme das Schweigen brach: „Ciro? Was beim Namenlosen machst du hier? Bist du seinetwegen gekommen?“ Sie deutete mit einer raschen Kopfbewegung in Richtung Schlafzimmer. „Ich dachte immer, heimtückischer Mord wäre nicht dein Stil. Hast du nicht irgend so einen dämlichen Kodex?“ Damit hatte sie mich überrumpelt. Es war beinahe, als hätte sie mir meinen Text geklaut. Statt zur verbalen Gegenattacke über zu gehen, erwischte ich mich doch tatsächlich dabei, ihre Frage zu beantworten: „Ähm… ja, na klar hab ich den. Das ist sogar die erste Regel der Diebeskarta: Wir foltern nicht, wir morden nicht.“ In diesem Moment ging mir auf, was sie da gerade gesagt hatte. „Dann bist du auch nicht hier, um ihn zu töten?“ Sie schüttelte den Kopf. „Die Gilde hat mich geschickt, um ihn zu beschützen.“Ich versuchte ganz ruhig und gefasst zu reagieren, aber die Enthüllung, dass die Finsterwölfe sich neuerdings als edle Retter in der Not verdingten, brachte mich wohl doch ein ganz klein wenig aus der Fassung. Damit will ich sagen: Ich stand da und gaffte sie mit offenem Maul und weit aufgerissenen Augen an. „Deine Gilde? Dieses mörderische Pack versucht jemanden zu beschützen? Habt ihr dem armen Kerl nicht erst gestern wie ein Haufen Wandalen die Vordertür demoliert?“ Jetzt war sie es, die um Selbstbeherrschung ringen musste. „Wir haben überhaupt nichts demoliert, kapiert? Wir haben sie gestohlen. Das war eine hervorragend geplante und sauber ausgeführte Aktion gewesen!“Ein plötzliches schnarrendes Geräusch hinter Ayla ließ uns erschrocken herumfahren. Es war das Schnarchen des Hausherrn, der sich von einer Seite auf die andere wälzte. Ein Zimmermann mit Leib und Seele sägt eben auch im Schlaf. Nachdem wir uns sicher waren, dass er nicht erwachen würde, ergriff ich wieder das Wort: „Dann haben sich die Finsterwölfe jetzt also auf Türdiebstähle spezialisiert? Kannst du mir das bitte mal erklären?“ Aylas dunkle Augen verengten sich zu Schlitzen. „Ich muss dir gar nichts erklären! Jedenfalls fürchtet die Gilde, dass jemand dem Alten das Licht ausblasen will. Deshalb soll ich ihn in Sicherheit bringen.“ Ich brauchte einen Augenblick, um das zu verarbeiten. „Du willst ihn entführen?“ Zum Zeichen des Guten Willens steckte ich demonstrativ mein Messer weg und sie tat es mir gleich. Dann nickte sie. „Zu seiner eigenen Sicherheit, ja. Hast du damit ein Problem?“Ich wollte gerade darauf Hinweisen, dass Entführung gegen die dritte Regel der Diebeskarte verstößt, als wir das Knarren der Treppenstufen hörten. Jonas, der sich während des gesamten Gesprächs still verhalten hatte, fauchte wild und sprang hinter mich. Ayla trat an meine Seite. In stillem Einvernehmen nickten wir einander zu und zogen unsre Dolche.Es war unmöglich, dass dem Eindringling das Fauchen des Katers entgangen war, dennoch blieben seine Schritte ruhig und gleichmäßig. Vermutlich hatte er auch unser Gespräch in aller Ruhe belauscht. Ich ärgerte mich über meine Nachlässigkeit, schob den Gedanken aber schnell beiseite, um meine Aufmerksamkeit ganz auf die Gestalt zu richten, die gerade die Treppe hinauf stieg und sich aus den Schatten schälte.Ein groß gewachsener, hagerer Mann trat uns aus der Dunkelheit entgegen. Bis auf einen Sehschlitz war sein Gesicht, wie auch der Rest seines Körpers, von schwarzem Tuch verhüllt, ein Attentäter wie er im Buche steht. An der Seite trug er einen Khunchomer mit geschwärzter Klinge. Nichts an seiner Körperhaltung deutete darauf hin, dass er uns anzugreifen gedachte. Er stand nur schweigend da, als wolle er uns die Gelegenheit geben einfach weg zu gehen und ihn seine Arbeit verrichten zu lassen.Zudem vermutete ich, dass der gute Mann nicht mit uns hätte sprechen können, selbst wenn er es gewollt hätte. Professionellen Attentätern wird oft schon in jungen Jahren die Zunge herausgeschnitten, damit sie ihre Auftraggeber selbst unter Folter nicht verraten können. Außerdem passen Geschwätzigkeit und Meuchelmord einfach nicht zusammen. Darum bin ich auch lieber Dieb als Mörder. Ich schätze nämlich eine gute Konversation. Aber ich schweife ab.Wo war ich stehen geblieben? Ach ja: Der Attentäter stand einfach so da und wir standen ihm zu dritt gegenüber: Zwei Diebe in schwarzem Leder und ein Kater in weißem Fell. Keiner von uns war gewillt zurück zu weichen und wie auf ein geheimes Kommando stürmten wir aufeinander los!Der Attentäter zog seinen Khunchomer und schwang die gebogene Klinge in unsere Richtung. Ayla setzte mit einem Salto darüber hinweg, während ich auf den Knien schlitternd unter seinem Hieb hindurch tauchte und mit meinem Dolch auf seinen Knöchel einzustechen versuchte. Leider reagierte der Mann schneller als erwartet. Mit einem Satz sprang er nach vorne und entging meiner Dolchattacke. Dummerweise stand er nun an der Tür zum Schafzimmer, während Ayla und ich am oberen Rande der Treppe zum Stehen kamen. Für einen Moment schien er abzuwägen, ob er uns angreifen oder sich seinem Ziel zuwenden sollte. Ich ahnte seine Entscheidung voraus und rannte auf ihn zu, während er sich umdrehte undins Schafzimmer stürmte. Sicher hätte ich ihn auch zu fasse gekriegt, wenn nicht dieser verdammte Kater mit einem Mal vor meine Füße gerannt wäre! Ich strauchelte, stolperte und fiel zu Boden, wodurch ich um Haaresbreite dem Wurfmesser entging, das Ayla dem Attentäter hinterher geworfen hatte. Der Attentäter hatte weniger Glück. Er stand vor dem Bett des Zimmermanns, den Khunchomer hoch über den Kopf erhoben, als wolle er das ganze Bett mit nur einem Streich zerteilen, da bohrte sich das Messer in seinen Rücken und schickte ihm mit einem letzten Aufschrei zu Boden.Der kehlige, zungenlos ausgestoßene Schrei schreckte schließlich auch den Hausherrn aus seinem Tiefschlaf und hallte bis hinaus auf die Straße. Nun konnte es nicht mehr lange dauern, bis auch die Wache das Haus stürmen würde.Der Zimmermann, ein hagerer Geselle um die 40 Götterläufe mit spitzem Kinn und strähnigem Haar, kauerte sich am Kopfende seines Bettes zusammen und tastete mit zittrigen Fingern nach seiner Brille. Ich ließ ihm keine Zeit sich zu sammeln. Aus meiner Tasche fischte ich einen Knebel, schwang mich zu ihm aufs Bett und erstickte seinen Aufschrei noch ehe dieser seine Kehle verlassen konnte. Während ich den guten Mann fesselte, schwang sich Ayla rittlings auf den Rücken des niedergestreckten Angreifers und trieb ihm ihr Messer so tief sie konnte in den Leib. Ein schauderhaft knackendes Geräusch ließ keinen Zweifel mehr daran, dass der Attentäter spätestens jetzt seinen Weg in Borons Hallen angetreten hatte. Angewidert deutete ich auf das blutige Messer. „Das hätte auch mich erwischen können!“ Darüber dachte sie einen Moment nach. Dann zuckte sie mit den Schultern. „Macht nichts. Ich hätte noch ein weiteres gehabt.“Im Stockwerk unter uns hämmerte jemand von Außen gegen den verbarrikadierten Hauseingang. „Hey! Was geht da drinnen vor?“ Ja, das war Dalman. Unter all den Triefnasen, die sich Stadtwächter schimpfen, ist er einer der wenigen, die ich respektieren kann. Er ist nicht immer der hellste, doch anders als bei den meisten seiner Zunft glaube ich, dass er die Menschen dieser Stadt wirklich beschützen will.„Los, gehen wir!“, zischte ich Ayla zu und ließ den gefesselten Hauseigentümer auf seinem Bett zurück. Alya zückte einen kleinen silbernen Schlüssel aus ihrer Tasche, der im Mondlicht auffallend hell funkelte. Dann packte sie den sich windenden Zimmermann und schleifte ihn zu einer schmalen Tür, hinter der sich, ausgehend vom Grundriss des Hauses, eigentlich nichts weiter als eine Abstellkammer oder ein Kleiderschrank verbergen konnte. Mit einem feinen Klicken drehte sie den silbernen Schlüssel im Türschloss.„Was tust du da?“, fragte ich leicht überrumpelt. „Willst du ihn da drinnen verstecken? Wozu?“ Als die Tür einen Spalt aufschwang, konnte ich zu meiner Verblüffung einen schwachen Fackelschein erahnen und glaubte zudem leise Stimmen von jenseits des Spalts zu hören. Ohne ein Wort der Erklärung stieß sie den Zimmermann durch die Tür, bevor sie sich noch einmal mir zuwandte. „Also dann, lass dich nicht schnappen, Ciro!“ Dann verschwand auch sie in der Kammer und schloss die Türe hinter sich. Mit nur zwei Schritten folgte ich ihr durch den Raum, riss die Tür auf… und starrte auf einen Putzeimer und einen Wischmop. „Magie“, knurrte ich leise.Ein heftiges Rumpeln unter meinen Füßen riss mich aus meinen Gedanken und machte mir klar, dass es Dalman wohl endlich gelungen war, die Barrikade zu überwinden. „Maaauu!“, jaulte der weiße Kater. Ich sah mich um. Wo war Jonas eigentlich? Das Jaulen kam von jenseits eines geschlossenen Fensterladens. Ich öffnete den Laden und da saß er auf dem Ast einer knorrigen Steineiche, wenigstens 3 Schritt vom Fenster entfernt. Wie er nach draußen gelangt war, würde wohl sein Geheimnis bleiben. Wie ich entkommen würde, war hingegen weniger rätselhaft. Ich nahm so viel Anlauf wie die kleine Kammer erlaubte und machte einen Hechtsprung durch das Fenster. Meine Finger bekamen einen der äußersten Äste zu fassen, der sich unter meinem Gewicht durchbog und brach. Ich landete auf den Füßen. Jonas saß vor mir und leckte sich die Pfote, als wolle er sagen: „Wird ja auch Zeit dass du endlich kommst.“Nachdem wir einige Minuten lang durch die nächtlichen Straßen und Gassen Perricums gelaufen waren, ohne dass uns jemand zu verfolgen schien, nahmen wir uns schließlich einen Augenblick Zeit zu verschnaufen. „Also, ich weiß nicht genau, was Ayla da gerade abgezogen hat, aber da war auf jeden Fall Zauberei im Spiel.“ Ich betrachtete den Kater, der den Kopf schief legte und mich mit seinen goldgelben Augen musterte. „Ich denke, es wird Zeit, dass wir deine Freundin besuchen.“Kapitel 2Die Zähne der RaubkatzeIch vermute, einige von euch haben wohl schon von der blinden Hellseherin mit dem weißen Haar gehört. Mada Schneefuchs gehört zu meinen ältesten Bekanntschaften. Gemeinsam mit mir ist sie vor gut einem Jahr aus Kuslik hierher in den Norden gereist und hat sich in kürzester Zeit einen beachtlichen Ruf geschaffen. Ich meine, wen wundert‘s? Wer sie ansieht, glaubt die wahrhaftige Verkörperung ihrer göttlichen Namenspatin vor sich zu sehen. Doch eins kann ich euch sagen: hinter der Fassade aus Anmut, Mysterien und Reinheit verbirgt sich das wilde Herz der Stute und der listige Geist des Fuchses.Und falls ihr euch das gefragt habt: Nein, ich bin ihr noch nicht verfallen. Das verdanke ich wohl meinem phexgegebenen Instinkt, der mich vor Fallen warnt. Versteht mich nicht falsch: Ich betrachte Mada als Freundin, vielleicht gar als meine beste Freundin. Beispielsweise würde sie sich nie darüber beschweren, dass ich, wie in diesem Moment, mit größter Selbstverständlichkeit des Nachts durchs Fenster in ihr Haus steige. Sie respektiert meine Natur ebenso wie ich die ihrige. Doch wenn sie lächelt, seh ich im Geiste stets die scharfen Zähne einer Raubkatze, die sich hinter diesem Lächeln verstecken.Im Augenblick schlief das Raubkätzen jedoch. Ich trat hinter dem wallenden Vorhang in die Dachkammer, wo sie sich ihr Nachtlager eingerichtet hatte. Ich sog den Duft von Räucherstäbchen und Parfüm ein, der hier zu jeder Zeit in der Luft lag und mich, wie alles andere in diesem Raum, mit leichter Wehmut an meine Heimat erinnerte. Der Holzboden war mit Teppichen ausgelegt, die in Musterung und Farbe aus dem lieblichen Felde hätten stammen können. Von der Decke baumelten Windspiele aus Buntglas, die das Mondlicht einfärbten und in sanften Wogen durch den Raum tanzen ließen.Ich schmunzelte. Meine eigene Dachkammer war wesentlich pragmatischer eingerichtet. Klar, man sollte meinen, dass sich ein Meisterdieb wie ich mit kostbaren Schätzen umgibt, aber ehrlich gesagt: Ich stehle allein für den Nervenkitzel und die Herausforderung. Ich verkaufe was ich erbeute und investiere den Lohn in bessere Ausrüstung. Was aber meine Einrichtung betrifft, lebe ich eher bescheiden: Ein paar Schränke, ein paar Truhen, eine Waschschale und ein schlichtes Bett. Mehr brauche ich eigentlich nicht.Apropos Bett: Ihr Bett war alles andere als schlicht. Es stand in der Mitte des Raums, war kreisrund, maß etwa einen Schritt in der Höhe und gut zweieinhalb Schritt im Durchmesser. Und dort in der Mitte, zusammengerollt zwischen Kissen und bunten Decken, lag Mada in weißem Seidenhemd. Ihr langes, weißblondes Haar war wie ein Fächer um sie herum ausgebreitet und rahmte ihr feengleiches Gesicht ein. Wie gesagt: Jeder andere Mann hätte ihr leicht verfallen können, aber all das wirkte zu perfekt, zu inszeniert, um Zufall zu sein. Mada Schneefuchs setzte sich selbst im Schlaf gekonnt in Szene.„Na, hast du dich genug umgesehen?“, fragte sie plötzlich ohne auch nur einen überflüssigen Muskel zu bemühen. Sie hatte nicht geschlafen. Natürlich hatte sie nicht geschlafen. Mit einem Lächeln richtete sie sich auf uns setzte sich im Schneidersitz auf ihr Bett. Die Augenlider ließ sie geschlossen. Wozu sollte eine blinde Hellseherin auch ihre Augen bemühen? Sofort sprang Jonas auf ihren Schoß und fixierte mich mit seinem leuchtend gelben Augen, während sie ihm über das Fell streichelte. Ich weiß, es mag verrückt klingen, aber ich hatte oft das Gefühl als könne sie mich durch die Augen des Katers sehen.„Was führt dich zu mir, Ciro?“ Ich kratzte mich verlegen am Hinterkopf. „Nun, eigentlich dachte, ich, dass du mich vielleicht sprechen willst. Dein Katerchen hat mich mal wieder bei der Arbeit gestört. Ich schwöre, irgendwann werde ich noch geschnappt, weil die Wachen spitz kriegen, dass sie nur nach einer weißen Katze Ausschau halten müssen, um mich zu finden!“ Ich wartete auf irgendeine Reaktion, natürlich vergeblich. Ihr zuckersüßes Lächeln blieb unverändert. „Aber wie auch immer“, fuhr ich schließlich fort, „Wenn Jonas auftaucht, ist irgendwie immer Magie im Spiel, gerade so als ob er sie aufspüren würde.“ Jetzt öffnete Mada ihre Augen und richtete ihren milchig leeren Blick direkt auf mich. „Seltsam“, sagte sie in ruhigem Ton. Dann hob sie ihren Kater an und beide blickten sich auf eine Weise an, als würden sie ein stummes Zwiegespräch führen.Schließlich wandte sie sich wieder mir zu. „Diese junge Frau mit den dunklen Augen gehört zu einer der Diebesgilden, nicht wahr?“ Es überraschte mich nicht, dass sie Ayla erwähnte. Irgendwie wusste Mada immer über alles Bescheid, was ihr Kater erlebt hatte. „Ja, sie gehört zu den Finsterwölfen. Das sind so ziemlich die schlimmsten Halsabschneider, manchmal wortwörtlich. Und plötzlich stehlen sie Türen und entführen deren Besitzer, damit die nicht von Auftragsmördern umgebracht werden. Ist das verrückt oder seh nur ich den Zusammenhang nicht?“Jetzt musste Mada tatsächlich schmunzeln. „Es wirkt schon ein wenig… ungewöhnlich. Aber wenn ich bedenke, dass deine süße Kollegin in einer Besenkammer verschwunden ist, vermute ich, dass da mehr dahinter steckt. Es hat alles mit diesem silbernen Schlüssel zu tun.“ Ich nickte stumm. Ich hatte Aylas seltsamen Schlüssel nur für einen Moment gesehen, war mir aber sicher, dass dies kein gewöhnlicher Schlüssel für eine Besenkammer war. „Das ist irgend so ein magisches Ding, nicht wahr?“ Ohne darauf zu antworten stand Mada plötzlich auf. „komm mit mir!“Mit flinken, sicheren Schritten eilte die blinde Hellseherin durch den Raum, die Wendeltreppe hinunter in jenen Teil des Hauses, wo sie ihre zahlende Kundschaft zu empfangen pflegte. Hier herrschte eine ganz andere Atmosphäre. Die Gerüche waren weniger weich, dafür würziger. In den Regalen türmten sich Tierschädel und Flaschen voll geheimnisvoller Tinkturen. Ich wusste genau, dass das alles zur Darbietung gehörte, unnötiges Brimborium, das die Kunden beeindrucken und auf subtile Weise einschüchtern sollte. Es wirkte.„Setz dich!“, kommandierte sie mit freundlicher Stimme, die dennoch keinen Widerspruch zuließ. Ich nahm auf einem der drei Stühle platz, die um den kleinen runden Tisch in der Mitte des Raumes herum standen. Mada ging zu einer Truhe und kehrte mit einem etwa kopfgroßen Gegenstand zurück, der in ein rotes Tuch eingewickelt war. Auf dem Tisch entfaltete sie das Tuch und legte eine bläulich schimmernde Kristallkugel frei. Ich hob theatralisch eine Augenbraue. „Willst du mir jetzt meine Zukunft vorhersagen?“ Mada beachtete mich kaum und widmete ihre ganze Aufmerksamkeit dem nebligen Wabern, das sich nun im inneren der Kugel zu bilden schien. „Dazu brauche ich keine Kristallkugel. Du endest im Gefängnis oder mit einer Klinge im Bauch.“ Ich ließ die Augenbraue wieder sinken. „Du bist keine Hellseherin, du bist eine Schwarzseherin! Also, was zeigt uns dein magischer Hokuspokus?“In diesem Moment sprang Jonas auf den Tisch und kauerte sich vor Mada, sodass ich seine gelb leuchtenden Augen durch die Kugel verzerrt und auf gespenstische Weise vergrößert sah. Dann veränderte sich das Bild und aus den Katzenaugen wurde Aylas silberner Schlüssel. Irgendwie ahnte ich, dass ich ihn nun so sah, wie ihn der Kater im Haus des Zimmermanns wahrgenommen hatte, und ich musste zugeben: Im Halbdunkel der Schlafkammer waren Jonas Augen den meinen deutlich überlegen gewesen. Der Schlüssel selbst schien tatsächlich aus poliertem Silber zu bestehen. Der filigrane Schlüsselbart deutete auf eine komplexe Schlossmechanik hin und die Schlüsselreite zierte das Symbol des Phex: Ein stilisierter Fuchskopf umgeben von einem Kreis, der den vollen Mond andeutete. Mada pfiff durch die Zähne. „Wirklich hübsch. Vielleicht bekomme ich einen Eindruck von dem ursprünglichen Besitzer.“ Mit einer Hand kraulte sie den Nacken ihres Katers, während die Fingerspitzen der anderen Hand über den Kristall glitten.Das Bild des Schlüssels zerfloss und wurde ersetzt von einem groß gewachsenen, schlanken Mann um die 30 Götterläufe mit einer auffälligen Hakennase und haselnussbraunem Spitzbart, das dunkelbraune Haupthaar streng zurück gekämmt. Er trug schlichte hellbeige Leinenkleider mit lederner Weste und einem breiten Gürtel, an dem neben einigen Beuteln und Taschen auch ein schmaler Dolch hing. Um den Hals trug er eine silberne Kette, die unter dem Leinenhemd verschwand. Etwas an dem was ich sah kam mir seltsam vertraut vor, obschon ich den Mann wohl noch nie gesehen hatte. Es dauerte einen Moment bis es mir plötzlich klar wurde. Es war der Hintergrund. Hinter dem Mann war deutlich eine Gasse zu erkennen, nicht viel anders als andere Gassen und doch erkannte ich sie wieder: Hier gab es einen verborgenen Zugang zu einem Versteck der Finsterwölfe.„Danke, damit kann ich was anfangen“, sagte ich und stand auf. Im selben Moment löste sich das Bild in der Kristallkugel in Rauch auf. „Du hast was gut bei mir. Ich lass dich wissen, was ich rausgefunden hab.“ Auch Mada war aufgestanden und hatte mir den Rücken zugewandt. „Du willst da hingehen und diesen Mann finden. Richtig?“, fragte sie ohne sich zu mir umzudrehen. Sie ging auf einen schweren Vorhang im hinteren Bereich des Raums zu, hinter dem sie sich auf ihre Auftritte als mystisches Medium vorzubereiten pflegte. Ich war mir nicht sicher, ob sie wirklich eine Antwort auf ihre Frage erwartete, aber sie redete ohnehin weiter. „Na ja, egal. Ich werde jetzt sowieso keinen Schlaf mehr finden.“Mit diesen Worten löste sie das schmale Band, das ihr seidenes Nachthemd um ihre Hüften geschlossen hielt und ließ den Stoff von ihren Schultern gleiten. Ich erinnere mich noch, wie ich dachte, dass dies bereits das zweite rahjagefällige Gesäß war, dass ich in dieser Nacht zu Gesicht bekam. Dann kam mir der Gedanke, dass ich vielleicht etwas sagen sollte. „Ähm… was genau hast du jetzt vor?“ Über ihre Schulter hinweg lächelte sie mich an. „Na, ich begleite dich natürlich.“ Ihr lächeln und ihr Tonfall waren von einer Art, die keinen Widerspruch duldeten. Dann verschwand sie hinter dem Vorhang. Ich seufzte. Da waren sie: Die verborgenen Zähne der Raubkatze.Kapitel 3In den SchattenPraios schickte bereits die ersten schwachen Strahlen des neuen Tages über die Dächer der Stadt, wodurch die Schatten in den Straßen und Gassen noch schwärzer wirkten.Mada hatte sich etwas, wie sie fand, passenderes angezogen: Sie trug ein langes, weißes, ärmelloses Kleid, dass dank eines weißen Ledermieders eng an ihrer Taille anlag. Darüber hatte sie sich ein, natürlich ebenfalls weißes, Cape gebunden, dessen Kapuze ihr tief ins Gesicht fiel und das trübe Weiß ihrer Augen verbarg. Kurz gesagt: Sie hätte unmöglich auffallender gekleidet sein können. Aber das war nun mal ihre Natur und jetzt war es an mir, damit zurecht zu kommen.Immerhin trug sie festes Schuhwerk und stellte sich nicht einmal ungeschickt an, während sie mir durch die Schatten folgte. Tatsächlich bewegte sie sich mit der selben scheinbar mühelosen Leichtigkeit, die auch ihrem Kater gegeben war und die man von einer blinden Frau niemals erwarten würde.Jonas folgte ihr auf Schritt und Tritt und streifte dabei immer wieder den Saum ihres Kleides. Bei jeder Berührung nickte sie kurz. Ich hatte schon des öfteren beobachtet, wie die beiden sich als Einheit bewegten. Es war faszinierend und erinnerte beinahe an einen Tanz. Natürlich gab es Unauffälligeres als eine hinreißend schöne Frau in weißem Kleid, die mit ihrem weißen Kater durch die nächtlichen Straßen tanzt.Ihr seht also: Dass wir nicht ungesehen unser Ziel erreichten war schwerlich meine Schuld.Die Gasse war bereits in Sicht, als sie uns schließlich eingekreist hatten. Sie kamen von beiden Seiten und ließen uns keinen Raum zum Rückzug.Die Mitglieder der Diebesgilden tragen nicht gerade Uniformen, doch wenn man weiß, worauf man achten muss, sind sie in der Regel nicht allzu schwer zu erkennen. Die Blutkrähen beispielsweise tragen Tätowierungen oder Narben in Form von drei Strichen, die eine Kralle darstellen sollen. Im Fall der Finsterwölfe sind es zwei kurze Striche, eingerahmt von zwei langen, keilförmigen Strichen. Ich vermute, es soll an die Reißzähne eines Wolfes erinnern und ich frage mich, ob ich ihnen mal sagen sollte, dass es eigentlich vier kurze Striche sein müssten. Damit könnte ich ihnen so richtig die Laune vermiesen.Jedenfalls waren es eindeutig Finsterwölfe, die uns jetzt den Weg verstellten. Aus der Gasse, die wir zu erreichen versuchten, drangen Kampfgeräusche zu uns herüber. Ich hörte schnelle Schritte und immer wieder Klingen, die aufeinander trafen. Im Augenblick aber mussten wir uns um unser eigenes kleines Problem kümmern. Mada und ich standen Rücken an Rücken. Ich hielt einen Dolch in der einen und ein Wurfmesser in der anderen Hand. Mada ging ein wenig in die Hocke und ich spüre eine Art Hitzewelle von ihr ausgehen. Ein kurzer Blick offenbarte mir, dass sich ihre Finger in lange, schwarz schimmernde Krallen verwandelt hatten. Unter ihrem Cape glommen ihre Augen im gleichen goldenen Licht wie die ihres Katers, der ihr jetzt nicht von der Seite wich und unsre Freunde von der Gilde fauchend mit gesträubtem Fell beobachtete.Ich hasse Gewalt. Ehrlich gesagt bin ich weder im Austeilen noch im Einstecken sonderlich gut. Worin ich gut bin, ist im Vermeiden. Ich umgehe meine Widersacher lieber als mich ihnen zu stellen. Manchmal kann man einen Konflikt auch mit Worten umgehen. Manchmal. „Wir sind nur auf der Durchreise. Und wir haben auch nichts von Wert bei uns.“ Na ja, ich konnte es zumindest versuchen. Drei Männer und zwei Frauen kamen langsam auf uns zu. Die Frauen und einer der Männer hielten Messer in den Händen. Die zwei anderen Männer waren eher von der grobschlächtigen Sorte, jener Sorte die gerne knüppelt. Diese Sorte hasse ich am meisten.„Du bist Ciro. Ayla hat uns erzählt, dass du deine Nase mal wieder in Sachen steckst, die dich nichts angehen.“ Ich war überrascht. Das war einer der Knüppler, der da gerade das Wort ergriffen hatte. Und was er sagte klang sogar halbwegs intelligent. Da kann man doch mal sehen, wie sehr der Schein oftmals trügt. „Also genau genommen hab ich ihr geholfen. Seid ihr vielleicht gekommen, um mich für meine Unterstützung zu entlohnen?“ Also gut, jetzt spielte ich eher auf Zeit. Deeskalierende Gesprächsführung sieht zwar anders aus, aber manche Typen lassen sich gerne auf Wortgefechte ein. Vielleicht war der grobschlächtige Kerl ja im Inneren ein Meister der Rhetorik. Und schon setzte er zu einer gewieften Erwiderung an: „Los, schnappt sie euch!“ Andererseits, vielleicht auch nicht.Ich erspare euch die Einzelheiten des Kampfes. Nur soviel sei gesagt: Er war kurz aber episch! Mada stürzte sich völlig undamenhaft auf den zweiten Knüppler und trieb ihm ihre Klauen in den Hals und ins Gesicht. Der Boden erzitterte als der große Kerl jaulend unter ihr zusammenbrach. Ich selbst trieb mein Wurfmesser einer der Messerschlitzerinnen in die Schulter, worauf sie nun messerlos dastand. Ich schaffte es sogar noch, sie mit einem schnellen Streich meines Dolches in die Knie zu zwingen, als ich auch schon das Messer der zweiten Schlitzerin an meiner Kehle spürte. Ich ließ meinen Dolch fallen und blickte hoffnungsvoll zu Mada hinüber, die sich aber inzwischen hilflos im Griff des rhetorisch begabteren Knüpplers wand. Ihre Klauen hinterließen blutige Striemen im massigen Unterarm ihres Peinigers, doch je stärker er zudrückte, desto mehr erstarb ihr Widerstand. Kurz gesagt: Es sah gerade nicht allzu rosig für uns aus. Dann fiel mir auf, wie still es auf einmal war. Auch die Kampfgeräusche in der Gasse waren erstorben. Und ebenso wie den Geräuschen würde es auch uns gleich ergehen.Und plötzlich war da der Fremde aus der Kristallkugel. Die Kleider des spitzbärtigen Mannes waren teilweise zerschlissen und blutverschmiert, doch er bewegte sich mit erstaunlicher Gelassenheit und trug ein verschmitztes Lächeln zur Schau, während er aus der finsteren Gasse ins Licht der nächsten Straßenlaterne trat.Von einem Augenblick auf den anderen galt alle Aufmerksamkeit allein ihm. Und ich meine nicht allein die unserer Angreifer. Auch ich und selbst Mada konnten unseren Blick nicht von dem Fremden lösen. Ich bin nun wirklich kein Experte für Zauberei, aber selbst ich ahnte, dass das mehr als Magie war. Ich verspürte… Ehrfurcht!Dann Sprach der Fremde: „Husch, Husch!“ Zwei Worte und alles war vorbei. Die Finsterwölfe nickten eifrig und konnten sich gar nicht genug beeilen, ihre Verwundeten zu schnappen und sich aus dem Staub zu machen.Kaum waren sie außer Sichtweite, war auch der Bann des Fremden plötzlich gebrochen. Die Aura aus grenzenloser Zuversicht und schierer Willenskraft war mit einem Schlag verschwunden als der Spitzbärtige keuchend in sich zusammensackte. Jetzt erst konnte ich die zahlreichen Verletzungen, Schnittwunden und Prellungen sehen, die der Unbekannte wohl im Kampf in der Gasse davongetragen hatte.Mada und ich liefen auf ihn zu. Die Hellseherin beugte sich über ihn, wobei sich ihre blutverschmierten Krallen wieder in zierliche Hände verwandelten. Alle Wildheit war aus ihren Zügen verschwunden während sie ihn mit erstaunlicher Zärtlichkeit und wahrhaftiger Traurigkeit in die Arme nahm. Dann begann sie zuerst seine Wunden und schließlich seine Lippen mit Küssen zu bedecken, gerade so als sei er ihr Liebster, der gerade aus der Ferne zu ihr zurückgekehrt sei, und nicht ein völlig fremder, den sie in dieser Nacht zum ersten mal sah. Und während sie im Verlauf ihrer innigen Liebkosung allmählich schwächer zu werden schien, ging der stockende Atem des Fremden immer ruhiger und gleichmäßiger.Im Schein der Straßenlampe betrachtete ich mir den spitzbärtigen Mann genauer. Sein Leinenhemd war eingerissen und gab den Blick auf den Edelstein frei, den er an einer silbernen Kette um den Hals trug. Ein leuchtend blauer Mondstein. Nur um sicher zu gehen streifte ich seinen Ärmel nach oben und betrachtet mir die Innenseite seines rechten Unterarms. Da war es: Das Symbol des Fuchsgottes. „Der Mann ist ein geweihter Phexdiener“, flüsterte ich Mada zu. Sie hob ihren Blick. „Ach, ist dir das auch schon aufgefallen, ja?“Gemeinsam hoben wir den Fremden an und trugen ihn in die Gasse. Bis der Tag endgültig die Nacht vertreiben würde, musste es noch fast eine Stunde dauern. Ich wusste nicht, wie lange es wohl noch dauern würde, bis die Finsterwölfe es sich anders überlegen und uns erneut angreifen würden. Also beschloss ich, die Flucht nach vorne zu wagen. In den Gassen waren wir eine leichte Beute. Im Versteck der Finsterwölfe gab es verborgene Winkel und Räume, in die sich so gut wie nie jemand verirrte.Zwischen zwei Häusern, die scheinbar Wand an Wand gebaut waren, gab es in Wahrheit einen vermauerten Spalt, der am unteren Ende eine niedrige Lücke aufwies. Da die Gasse schmal und sehr verwinkelt war, erreichte das Tageslicht selbst zur Praiosstunde niemals die verborgene Lücke, wodurch sie nahezu unsichtbar war. Erst als ich mich bückte und scheinbar in der Wand verschwand, begriff Mada und half mir, den halb Bewusstlosen durch den geheimen Zugang zu ziehen.Im Inneren des Spalts tasteten wir uns eine schmale Treppe hinunter, die schließlich zu einer alten hölzernen Kellertür führte. Die Tür war immer verschlossen. Sie verriegelte sich bei jedem Schließen durch einen raffinierten Mechanismus. Zudem war sie von innen mit Eisenstangen verstärkt und weitaus robuster als sie den Anschein erweckte. Statt eines normalen Schlüssellochs, gab es nur ein kleines Löchlein, gerade groß genug für einen Dietrich. Hier durfte eben nicht jedermann rein.Zu unserem Glück war ich nicht jedermann. Das Schloss hatte ich in 15 Sekunden geknackt. Mit einem befriedigenden Klicken glitt der Riegel zurück und gab uns den Weg in den verwinkelten Kellerbau der Gilde frei.Kapitel 4Unter den StraßenSchmale Gänge aus feuchtem, modrigem Mauerwerk, nur spärlich ausgeleuchtet durch trübe flackernde Öllampen... Die Zuflucht der Finsterwölfe war ein wahrhaftes Labyrinth. Alte Holztüren mit schwerem Eisenbeschlag führten in Kammern, die einst der Stadtwache als Gefängniszellen, Wachstuben oder Lagerräume gedient hatten. Unter uns gab es noch mindestens 2 weitere Ebenen, verbunden durch Leitern und ausgetretene Treppen.Offiziell existierten all diese Gänge und Kammern schon lange nicht mehr. Sie waren zugeschüttet worden, nachdem das Gebäude darüber aus ungeklärten Gründen bis auf die Grundmauern niedergebrannt war. So stand es in den offiziellen Papieren. Heute standen dort längst neue Gebäude und damit war die Angelegenheit erledigt und vergessen. Schon vor Monaten hatte ich versucht, in den Archiven der Stadt einen Grundriss des alten Wachhauses zu ergattern. Es dürfte euch wenig überraschen zu hören, dass das vergebliche Liebesmüh war.Damit will ich sagen: Meine Kenntnisse über den inneren Aufbau der Zuflucht waren gelinde gesagt mangelhaft. Auf der obersten Ebene, wo wir uns nun aufhielten, kannte ich mich zumindest noch ein wenig aus. Ich hatte der Gilde den einen oder anderen mehr oder weniger genehmigten Besuch abgestattet und mich bei diesen Gelegenheiten ein bisschen umgesehen. Einige Kammern dienten als Zwischenlager für verschiedene Güter. Diese waren in der Regel verschlossen und gelegentlich sogar bewacht.Andere Kammern waren spärlich mit Strohbetten und anderem Mobiliar eingerichtet worden. Hier konnte man meist unbehelligt ein und aus gehen und für einige Tage abtauchen, falls man mal unbeabsichtigt zu viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte. Das Problem war, dass man nie wissen konnte, auf wen man dort traf.Schließlich gab es noch jene Räume, die durch das Feuer Schaden erlitten und tatsächlich ganz oder teilweise eingestürzt und verschüttet waren. Einige Bereiche galten als unzugänglich oder unbewohnbar. Das waren für mich die interessantesten.Mada und ich stützten den Geweihten, der inzwischen wieder halbwegs klar im Kopf zu sein schien. Jonas lief stets einen Schritt vor uns, so als kundschafte er die Lage aus. Ich führte unsre kleine Gruppe jene Gänge entlang, die mir am sichersten erschienen und tatsächlich war Phex wohl mit uns, denn wir trafen auf keine Menschenseele und auch aus der Ferne war kein Geräusch zu hören. Dann erreichten wir einen Gang, der sich in der Finsternis verlor. Hier waren keine Öllampen aufgehängt worden. Den Grund dafür kannte ich. Er lag dort im Dunkeln, keine 30 Schritt entfernt.Das war der Moment, indem wir hinter uns das ferne Knarren einer Tür hörten. Vielleicht waren es jene freundlichen Gesellen, die uns in den Straßen aufgelauert hatten. Vielleicht waren auch nur unbescholtene Diebe, die einen Platz zum Schlafen suchten. Ich wollte nicht warten, um es heraus zu finden.So tasteten wir uns den stockdunklen Gang entlang, bis wir an die Stelle kamen, an der sich das Mauerwerk abgesenkt und den Gang blockiert hatte. Was außer mir noch niemand bemerkt zu haben schien: Die abgesenkte Decke hatte die linke Mauerwand beschädigt. Einige Steine waren zermalmt und andere ausreichend gelockert worden, dass ich sie mit wenig Anstrengung hatte lösen können. Der entstandene Durchbruch war etwa 2 Spann hoch, gerade ausreichend um drunter durch zu kriechen. Natürlich hatte ich das Loch mit einigen Steinen wieder provisorisch verborgen.Das war vor acht Wochen gewesen und ich war seitdem nicht mehr hier gewesen. Dennoch fanden meine Finger auch in völliger Dunkelheit die Stelle sofort wieder. So leise wie möglich schob ich das Gestein zur Seite und legte den Durchgang frei.Nachdem wir uns alle unter der massiven Steinmauer hindurch gewunden hatten, verstellte ich den Durchbruch wieder und schob die verkohlten Überreste einer Tür davor, um sicher zu gehen, dass kein Lichtschein mehr durch die Ritzen fallen würde. Dann zog ich Feuerstein und Anzünder aus meiner Tasche und entzündete eine der Lampen, die hier an schweren Eisenketten von der Decke hingen.Ein schwacher, orangeroter Lichtschein erhellte die geräumige Halle um uns herum und offenbarte Ketten, die von den Wänden und der Decke baumelten, gruseliges Schmiedewerkzeug neben einer Feuerschale und eine hölzerne Bank, deren auffallende Mechanik, inklusive Hand- und Fußfesseln, keinen Zweifel an ihrem Verwendungszweck ließen. „Willkommen in meinen Reich“, flüsterte ich mit ausladender Handbewegung. Meine Begleiter musterten ihre Umgebung mit unverhohlener Abscheu. Ich konnte es ihnen nicht verübeln.Wir zogen uns ans hintere Ende der Kammer zurück bevor wir in Flüsterton unser weiteres Vorgehen besprachen. „Wir bleiben hier eine Stunde“, schlug ich vor. „Wenn der Tag angebrochen ist, gehen wir wieder nach oben und du kannst uns vielleicht ein paar Fragen beantworten.“ Diese Worte hatte ich an den Geweihten gerichtet, der jetzt mit ernster Mine den Kopf schüttelte. „Nein, genau hier wollte ich hin. Und ich gehe erst wieder, wenn ich gefunden habe, wonach ich suche.“ Dann senkte er seine Stimme weiter zu einem kaum hörbaren, bedrohlichen Zischen. „Mein Name ist Chadim. Ich würde mich ja für euren Beistand bedanken, aber letztendlich habt ihr nur mehr Gildenmitglieder angelockt, euch überrumpeln lassen und mich so genötigt euch zu retten. Alles in Allem habt ihr mir meine Mission doch eher erschwert, also… nichts für Ungut. Ihr könnt ja wieder nach oben steigen, aber mein Weg führt mich weiter nach unten.“Ich schaute kurz zu Mada herüber, deren gebannter Blick deutlich machte, dass ihr wohl die gleichen Fragen durch den Kopf gingen wie mir. Wenn Mada und ich eine Eigenschaft teilten, dann war es die Neugier. „Zuerst einmal wollen wir ein paar Antworten“, entgegnete ich schließlich mit möglichst fester Stimme. „Was sucht ein geweihter Diener des Phex aus dem verborgenen Tempel im Unterschlupf einer Diebesgilde? Und warum zum Namenlosen entführen die Finsterwölfe irgendwelche Stadtbewohner und stehlen Haustüren?“Damit hatte ich seine Aufmerksamkeit. Chadim hob eine Augenbraue und sah mich eindringlich an. „Was weißt du über die Sache mit den Türen?“ Ich atmete tief durch und beschloss mit offenen Karten zu spielen. „Ich weiß von einem silbernen Schlüssel. Ich habe gesehen, wie ein Mitglied der Gilde damit durch eine Tür ging und einfach verschwunden ist. Der Schlüssel trägt das Symbol des Fuchsgottes. Bist du deswegen hier? Ist das vielleicht dein Schlüssel?“Die Andeutung eines Lächelns huschte über das Gesicht des Geweihten. „Also darüber entscheide ich nicht. Darüber entscheidet allein Phex. Im Augenblick gehört der Schlüssel den Finsterwölfen. Schließlich haben sie ihn erfolgreich aus dem verborgenen Tempel gestohlen. Ich dagegen möchte dieses Besitzverhältnis möglichst bald wieder ändern. Also ja, ich bin hier, um mir den Schlüssel zurück zu holen. Und vielleicht hat der Fuchsgesichtige euch ja geschickt, um mir dabei zu helfen.“Ich nickte, was Chadim wohl als Zustimmung auslegen mochte. Ich hingegen war nur froh, endlich ein paar Antworten zu bekommen. Also bohrte ich weiter. „Und was hat das ganze mit der Entführung des Zimmermanns und dem Diebstahl seiner Haustür zu tun?“ Der Geweihte zögerte einen Moment. Schließlich kam er vermutlich zu dem Schluss, dass es wohl besser wäre, uns reinen Wein einzuschenken, insbesondere falls wir tatsächlich von seinem Gott persönlich geschickt worden waren.„Der Schlüssel der verborgenen Pfade öffnet beinahe jedes Schloss, solange es zu einer fremden Tür gehört. Statt auf die andere Seite gelangt man dadurch jedoch an jeden beliebigen Ort, den man schon einmal gesehen hat. Phex duldet keinen Mord, deswegen funktioniert es nur, wenn der eigentliche Besitzer der Tür wohlauf ist. Ich vermute die Finsterwölfe haben erkannt, wie nützlich es sein kann, eine gestohlene Tür ständig zur Verfügung zu haben. Natürlich müssen sie dann für die Sicherheit des Besitzers sorgen.“Verblüfft stieß ich den angehaltenen Atem aus. Das ganze klang einfach nur verrückt. Dennoch ergab das Verhalten der Gilde nun irgendwie einen Sinn. Um sicher zu gehen, fasste ich das ganze nochmal zusammen. „Mit dem Schlüssel und der gestohlenen Tür kommen sie also so ziemlich überall rein und auch wieder raus. Das dürfte die Finsterwölfe zur mächtigsten Gilde von allen machen. Aber falls der Besitzer getötet wird, wird seine Tür für sie nutzlos.“„Genau“, bestätigte Chadim, „Deswegen müssen wir uns den Schlüssel zurückholen. Seid ihr dabei?“ Ich wusste genug über die Kirche des Phex um zu wissen, was jetzt von mir erwartet wurde. „Und was springt für uns dabei raus?“Ganz ehrlich: Ich hätte es auch umsonst getan. Wann kriegt man schließlich schon mal die Chance, einer Diebesgilde so heftig eins auszuwischen? Aber für die Diener des Phex gilt nun mal: Jede Leistung verlangt nach einer Gegenleistung. Also saßen wir in dieser Folterkammer und verhandelten. Zuerst wusste ich gar nicht, was ich verlangen sollte, aber dann kam mir das eine in den Sinn, das ich schon immer einmal tun wollte.Um es kurz zu machen: Chadim war einverstanden. Aus seiner Tasche kramte er Pergament, Tintenfässchen und Federkiel. Dann setzten wir einen Vertrag auf, unterzeichneten ihn und besiegelten das Ganze mit einem Handschlag. Rückblickend hätte ich genauer auf den Wortlaut achten sollen, dann wären wir jetzt nicht in dieser Situation, nicht wahr. Aber sei‘s drum.„Und wie finden wir wir nun diesen Schlüssel?“, fragte ich, nachdem der Vertrag unterzeichnet und in meiner Tasche verstaut war. Abermals griff Chadim in seine Tasche. Diesmal zog er eine Karte hervor, die doch tatsächlich den Grundriss des Kellergewölbes zeigte. Ich sparte mir die Frage, wie er da ran gekommen war. Offenbar hatte es allerlei Vorzüge ein Geweihter des Gottes der Diebe zu sein. „Laut Karte gibt es da diesen Raum, in dem man früher die schlimmsten Schwerverbrecher bis zu ihrer Hinrichtung untergebracht hat. Zumindest früher war dieser Ort besser verteidigt als jeder andere Raum hier unten. Ich rede von unüberwindlichen Sicherheitsmechanismen und tödlichen Fallen!“ Die unverhohlene Vorfreude in seiner Stimme angesichts der vor uns liegenden Gefahren ließ mich schmunzeln. „Also wenn ich ein Finsterwolf wäre und den Schlüssel verstecken müsste, würde ich es dort tun“, beendete er seine Ausführungen.Ich griff nach dem Plan und begann, die oberste Seite zu studieren. „Tja, ich schätze mal, diese Hochsicherheitszelle ist nicht gleich hier nebenan, oder?“ Chadim grinste und schüttelte den Kopf. Dann hob er den Zeigefinger… und deutete nach unten.Kapitel 5Auf IrrwegenVier Ebenen, so tief ragte das Gewölbe tatsächlich in die Erde. Die dritte Ebene erreichten wir noch ohne nennenswerte Zwischenfälle. Ein paarmal mussten wir uns eine alternative Route suchen, um Wächter zu umgehen oder herumstreunenden Gildenmitgliedern auszuweichen. Es half, dass wir uns den Gebäudeplan eingeprägt hatten, weil es stets mehrere Wege hinab auf die nächsttiefere Ebene gab. Es half auch, dass Mada zuvor zweimal durch den schmalen Spalt zur Folterkammer hatte kriechen müssen, da ihr Kleid nun nicht mehr weiß, sondern eher aschgrau und weit weniger auffällig war.Kurz vor der vierten Ebene änderte sich alles. Das ging damit los, dass es, entgegen dem Plan, nur noch eine einzige breite Treppe hinab zu dieser Ebene gab. Ein zweiter, schmalerer Treppenabgang und ein Leiterschacht waren offenbar zugemauert worden. Der Zugang zu besagter verbliebener Treppe war mit einem Gittertor verschlossen. Das allein wäre wohl noch kein Hindernis gewesen. Das eigentliche Hindernis bestand in dem über 2 Schritt hohen, griesgrämig dreinschauenden Koloss, der hier offenbar als Wächter abgestellt worden war und mit polternden Schritten vor dem Tor auf und ab patrouillierte.Glücklicherweise brannte eine Laterne gleich neben dem Gitter, wodurch sich die Augen des Wächters nicht an das dämmrige Licht des Ganges gewöhnen konnten. So konnten wir uns relativ gefahrlos ein Stück weit aus einem angrenzenden Seitengang herauslehnen, ohne gleich entdeckt zu werden. Der glatzköpfige Riese mit der breiten Nase und dem schartigen Breitschwert trug ein Lederwams, dass sich über seinen fülligen Leib spannte. Eine wulstige Narbe zog sich von seinem Ohr bis zu seiner Oberlippe. Womöglich hätten wir es zu dritt mit ihm aufnehmen können, aber kaum ohne jeden auf dieser und der nächsten Ebene auf unsre Anwesenheit aufmerksam zu machen.Während Chadim und ich noch im Geiste unsre Optionen durchgingen, war Mada bereits zur Tat geschritten. Kurzentschlossen hatte sie ihre Schuhe ausgezogen und mir in die Hand gedrückt. Dann strich sie sich über ihre Kleider und eine seltsame Veränderung ging mit ihr vor, die ich in der Dunkelheit nicht genau benennen konnte. Bevor einer von uns sie aufhalten konnte, trat Mada aus dem Seitengang in den Schein der nächsten Lampe, direkt vor den riesigen Wächter. Doch die Person, die da plötzlich im Licht stand, hatte nicht die geringste Ähnlichkeit mit der Mada, die ich kannte. Dort stand nun ein kleines Mädchen um die 8 Götterläufe mit struppigem strohblondem Haar und zerschlissenen Kleidern.„Hey Kleine, du hast hier nichts verloren“, brummte der Riese. „Los, lauf zurück zu deiner Mami!“ Statt zu antworten, hob das Mädchen einen Stein vom Boden auf und zog eine Zwille aus der Tasche ihres Lumpenkleids. Der Große schüttelte ungläubig den Kopf „Lass den Unsinn, du dummes Gör!“ Lächelnd und in aller Seelenruhe spannte das Mädchen die Zwille... und schoss. Pfeifend sauste der Stein durch die Luft und knallte mit Wucht gegen den Oberschenkel des Wächters. „Autsch, verdammt! Na warte, du kleine Kröte!“ Während der Wächter schon auf sie zugestampft kam, streckte ihm die Kleine noch die Zunge heraus. „Bääh!“ Dann machte sie auf dem nackten Fuße kehrt und rannte in die Dunkelheit, vorbei an dem Seitengang, in dem Chadim und ich uns versteckt hielten. Mit hochrotem Kopf rannte der Wächter ihr hinterher und war Augenblicke später um die Nächste Ecke verschwunden.Nun blieb uns nicht viel Zeit. Gleichgültig ob er das Mädchen zu fassen bekäme oder nicht, er würde seinen Posten sicher nicht lange verlassen. Außerdem hoffte ich, dass sein Stolz ihn davon abhalten würde, bei seiner Jagd nach einem kleinen Mädchen um Hilfe zu rufen. Darauf hatte vermutlich auch Mada gesetzt. Ich betete, dass sie dem großen Kerl würde entkommen können. Dann schob ich den Gedanken beiseite und eilte auf das Gittertor zu, wobei ich bereits mit geübtem Griff meine Dietriche aus der Tasche zog. Chadim und Jonas folgten mir lautlos.Es dauerte 20 Sekunden, dieses verfluchte Schloss zu knacken! 20 Sekunden, die sich wie eine Ewigkeit anfühlten, da ich jeden Moment damit rechnete, dass der Riese hinter uns auftauchen und mir sein rostiges Messer durch den Leib treiben würde. Und gerade als das Schloss endlich nachgab, hörte ich die Schritte auf uns zugerannt kommen. Ich wollte bereits meinen Dolch ziehen, als mir klar wurde, dass es nackte Füße auf steinernem Grund waren. Ich öffnete das Gittertor und und keine Sekunde Später waren Chadim, Jonas und das strohblonde Mädchen hindurchgeschlüpft. Ich folgte ihnen, zog das Tor zu und wollte mich gerade daran machen, das Schloss wieder zu verschließen, als polternde Schritte die Rückkehr des übel gelaunten Riesen ankündigten.Schnell eilten wir einige Stufen die Treppe hinab und kauerten uns in die Dunkelheit, während der massige Wächter wieder seinen Posten bezog. Wir konnten nur hoffen, dass das geöffnete Schloss möglichst lange unbemerkt bleiben oder zumindest kein Aufsehen erregen würde.Leise schlichen wir Stufe für Stufe abwärts und erreichten schließlich einen uralten, schmalen Tunnelgang mit gewölbter Decke, der sowohl nach links als auch nach rechts führte und in regelmäßigen Abständen von Fackeln erhellt wurde. Der Tunnel beschrieb einen leichten Bogen. Von Chadims Plan wusste ich, dass es sich um einen Rundgang handelte, der einen Kreis bildete und schließlich wieder zur Treppe zurück führte. Die Karte zeigte keine Abzweigungen oder Türen. Ich konnte nur vermuten, dass eine weitere Kammer im Zentrum des Kreises lag, deren Zugang auf dem Plan nicht eingezeichnet war.Wir folgten dem Gang nach links. Die Fackeln bildeten Inseln aus Licht, zwischen denen der Gang immer wieder in vollständiger Dunkelheit versank. Als wir aus dem Dunkel in den Schein der nächsten Fackel traten, war das kleine Mädchen plötzlich verschwunden und an ihrer Stelle stand nun wieder Mada im Licht. Ich erwartete keine Erklärung und sie gab mir keine. Magie war ihr Metier und ich hatte gelernt, mich mit dem Unerklärlichen abzufinden. Lächelnd streckte sie ihre Hand in meine Richtung aus und nach einem Moment der Verwirrung gab ich ihr ihre Schuhe zurück.Der Tunnel beschrieb tatsächlich einen Kreis und am Ende standen wir wieder am Fuß der Treppe. Weder waren wir auf Abzweigungen, noch auf Türen gestoßen. Auch im Dunkeln hatte ich die Wände nach verborgenen Gängen oder Schaltern abgetastet, leider vergeblich. Ich hätte ja die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass es hier tatsächlich nichts zu entdecken gab, wenn da nicht der Wächter gewesen wäre. Niemand würde einen sinnlosen Rundgang bewachen. Was zur Niederhölle übersah ich hier?Dann wurde mir plötzlich klar, was ich übersehen, oder vielmehr überhört hatte: Der Wächter! Seine polternden Schritte waren nicht länger zu hören. Nun, vielleicht war er einfach nur mal stehen geblieben, hatte sich hingesetzt oder ein Nickerchen gemacht. All das war möglich, aber mein Instinkt sagte mir, dass hier etwas nicht stimmte. Also schlich ich wieder die Stufen nach oben. Und siehe da: Der Wächter war verschwunden! Leise versuchte ich, das Gittertor zu öffnen. Es war verschlossen. Ganz allmählich formte sich in meinem Geist ein Gedanke, fast schon eine Theorie.Ich stieg die Stufen wieder hinan. „Wartet kurz hier“, flüsterte ich Mada und Cadim zu. „Ich muss nur kurz was überprüfen.“ Dann lief ich allein eine Runde durch den engen Tunnelgang. Als ich schließlich zur Treppe zurück kam, hatten sich die beiden scheinbar in Luft aufgelöst. Dafür hörte ich nun wieder die Schritte des Wächters von oben herab hallen. Schmunzelnd schüttelte ich den Kopf. Entweder spielten hier alle ein äußerst albernes Versteckspiel mit mir, oder aber es gab zwei Treppen, die zu zwei identischen Gittertoren führten. Hier im Dunkeln war es leicht, die Orientierung zu verlieren. So hatten wir statt einer Runde lediglich eine halbe hinter uns gebracht und waren am anderen Ende des Rundgangs angekommen.Ich kehrte zu den anderen beiden auf die Rückseite des Ganges zurück und versuchte, ihnen die Lage zu erklären. Sie wirkten zunächst wenig überzeugt. Also führte ich sie die Treppe hinauf. Der Raum hinter dem Gitter sah haargenau so aus, wie jener, den wir auf dem Weg hierher durchquert hatten. Mit wenigen Handriffen hatte ich das Schloss geöffnet. Diesmal ging es deutlich schneller. „Genau von hier sind wir gekommen“, beharrte Chadim. „Nein, sind wir nicht“, erwiderte ich und versuchte möglichst überzeugt zu klingen. Die Täuschung war perfekt, aber es musste einfach eine Täuschung sein!Wir gingen zurück in den Gang, aus dem wir scheinbar gekommen waren. Hier hatte Mada in Gestalt des blonden Mädchens den riesigen Wächter abgelenkt. Nein, erinnerte ich mich. Wir sollten nur denken, dass es der selbe Gang ist. Das ganze war ganz offensichtlich eine…Es war natürlich eine Falle. In der trügerischen Sicherheit zu wissen, was hinter der nächsten Biegung liegt, vergisst man jede Vorsicht. Und so blickte ich entsetzt in den Abgrund, der sich da wie aus dem Nichts vor uns auftat! Ein Fuß trat ins Leere. Eine Hand krallte sich gerade noch rechtzeitig in eine Fuge der Seitenwand und bewahrte mich vor dem tödlichen Sturz. Schwer atmend zog ich mich von der gähnenden Leere zurück.Auf eine Distanz von etwa 8 Schritt hatte der Gang einfach keinen Boden. Nun, vermutlich war da doch irgendwo ein Boden, aber er musste wenigstens 20 Schritt unter unseren Füßen liegen, dort wo sich alles in tiefschwarzer Dunkelheit verlor. Ich war keineswegs scharf darauf, ihm einen Besuch abzustatten. Jenseits des Abgrunds ging der Gang weiter und führte zu einer schwarzen Holztüre.Nun bestand zumindest kein Zweifel mehr, dass wir auf dem richtigen Weg waren. Ich sah mich um. Wahrscheinlich gab es auf dieser Seite irgendeinen Mechanismus, mit dem man die Schlucht überwinden konnte. Schließlich war das hier früher mal so eine Art Verlies gewesen. Klar, wer oder was immer da jenseits der schwarzen Tür war, sollte nicht heraus gelangen können. Aber eigentlich musste es doch zumindest einen Weg hinein geben. Auf der andern Seite des Abgrunds bemerkte ich eine längliche Vertiefung im Mauerwerk. Ich beugte mich über den Rand und entdeckte die Kante einer Holzplanke, die sich Stück für Stück herausziehen ließ. Die Planke fügte sich anstandslos in die Vertiefung ein und bildete eine hölzerne Brücke.Chadim strahlte vor Freude und machte sich augenblicklich daran, den Abgrund zu überqueren. Er bewegte sich mit bewundernswerter Gelassenheit. Mada und ich folgten ihm deutlich behutsamer.Als wir drüben ankamen, hatte er die Tür bereits geöffnet. Offenbar verfügte sie über kein erkennbares Schloss, lediglich über eine Klinke. Nun, das machte uns die Sache einfacher… und mich nervöser. Alles was einfach wirkt, tendiert dazu, mich nervös zu machen. Ich vermute dann immer sofort eine Falle. Bestenfalls erweist sich mein Verdacht als unbegründet. In diesem Fall tat er das leider nicht.Kapitel 6Göttliche PrüfungDer Raum hinter der schwarzen Tür war achteckig, durchmaß an die 5 Schritt und war etwa 10 Schritt hoch. Die acht Wände neigten sich am oberen Ende aufeinander zu und vereinten sich über unsren Köpfen zu einem steinernen Kuppeldach. In jede Wand war eine schwere, eisenbeschlagene Tür eingelassen. Neben jener Tür, durch die wir gekommen waren, gab es also noch sieben weitere Türen, hinter denen wohl die berüchtigten Kerkerzellen liegen mussten. Und hinter einer dieser Türen lag hoffentlich auch unser kleiner magischer Silberschlüssel. Öllampen an den Wänden tauchten den Raum in ihren rötlichen Schein.Was unsre Blicke aber sofort fesselte, war die steinerne Skulptur in der Mitte des Raums. Genau genommen, waren es vier Statuen, die zu einem Standbild angeordnet waren.Im Zentrum stand ein junger Prinz oder König in herrschaftlichem Gewand mit reich verzierter Krone auf dem Haupt und wissendem Lächeln auf den Lippen. Ornamente auf der Kleidung zeigten ein stilisiertes Auge und die Schwingen eines großen Raubvogels. Zu seinen Füßen stand ein schlichter tönerner Krug. Die Arme hielt er ausgebreitet und deuteten auf zwei goldene Schalen, die von zwei weiteren steinernen Figuren gehalten wurden.Die zwei Gestalten knieten links und rechts neben dem Gekrönten. Sie hielten ihre Blicke gesenkt, als wagten sie es nicht, den Mann in ihrer Mitte anzuschauen.Die linke Figur zeigte einen Mann, dessen Alter sich schwer abschätzen ließ. Er trug das schlichte Tuch eines Bettlers oder Vagabunden. Langes, glattes Haar fiel ihm fließend über die Schultern und rahmte ein schmales Gesicht ein, in dessen Augen sich Wehmut und Traurigkeit widerspiegelten.Bei der rechten Figur handelte es sich zweifellos um eine junge Frau. Das ließ sich schon deswegen problemlos erkennen, da sie, abgesehen von einigen Blüten in ihrem lockigen Haar, keinerlei Kleidung trug. Trotz des demütig gesenkten Blickes umspielte ein zartes Lächeln ihre Lippen.Auch bei der vierten Gestalt handelte es sich um eine junge Frau, gekleidet in eine schlichte Kapuzenrobe, die ihr Haar bis auf wenige Strähnen verdeckt hielt. Sie lag zu Füßen des Bettlers, zu dem sie mit flehendem Blick hinauf schaute. Ihre eine Hand ruhte auf seinem nackten Fuß, während die andere mit ausgestrecktem Zeigefinger zu dem lächelnden Lockenschopf hinüber deutete.„Götter“, sagten der Geweihte und ich wie aus einem Munde und nickten uns einvernehmlich zu. Das war nicht schwer zu erkennen gewesen. Bei der Skulptur handelte es sich zweifellos um die Darstellung von vier Alveraniern, die auf eigentümliche Weise zueinander in Beziehung gesetzt worden waren.Für Mada war das ganze, trotz ihres eigenen alveranischen Namens, scheinbar nicht ganz so offensichtlich. Sie stemmte die Hände in die Hüften, betrachtete die Figuren eingehend aus jedem Blickwinkel und schüttelte schließlich ratlos den Kopf. Chadim lächelte mich gönnerhaft an und deutete mit ausgestrecktem Arm zu den steinernen Gestalten herüber. „Willst du‘s ihr erklären?“Ich lächelte. „Kein Problem. Also, der überhebliche Kerl in der Mitte ist natürlich der Sonnengott Praios. Auf seiner Kleidung sind das allsehende Auge und die Schwingen des Greifen zu erkennen. Links neben ihm kniet Boron, der griesgrämige Gott des Todes. Und auf der rechten Seite… vielleicht Rahja?“Okay, das hatte ich nur geraten, weil sie nackt war. Die Liebesgöttin wird schließlich oftmals nackt dargestellt. Anderen Anhaltspunkte hatte ich nicht und natürlich lag ich falsch.Chadim grinse und stellte sich neben den nackten Lockenschopf. Mit den Fingerspitzen strich er über die Blüten in ihrem Haar. „Wohl eher Tsa, oder?“Selbstverständlich hatte er recht und ich ich ärgerte mich, das nicht selbst erkannt zu haben. So ergab das ganze Bild auch gleich einen Sinn: Die Göttin des Lebens und der Gott des Todes knieten Seite an Seite und über ihnen thronte der Gott der Gerechtigkeit, schwang sich so gleichsam zum Herrscher über Leben und Tod auf.Blieb nur noch die junge Frau zu Borons Füßen. Diesmal war ich mir sicher. „Und das hier muss Borons Tochter Marbo sein. Sie legt bei ihrem Vater ein gutes Wort für die Toten ein.“„Ja, vermutlich“, stimmte mir der Geweihte zu. „Es ärgert mich nur, dass Phex gar nicht vertreten ist. Aber das wäre vermutlich zu viel verlangt, in Herzen einer alten Kaserne meine ich.“ Chadim zwinkerte. „Wie dem auch sei. Wir sind nicht wegen Praios hier, sondern um etwas zu stehlen.“ Mit diesen Worten schritt er an der Skulptur vorbei und ging auf die erste der sieben Türen zu. „Hmm!“, brummte er missmutig und lief zur nächsten, dann zur übernächsten Tür. „Also wirklich, was soll denn das?“ Endlich wandte er sich wieder Mada und mir zu. „Die Schlüssellöcher sind mit Metallblenden verdeckt. Wie soll man denn da reinkommen?“Ich trat näher an die Praiosstatue heran. „Das ist vermutlich so eine Art Rätsel, eine Prüfung, damit nicht einfach jeder die Zellen aufsperren kann.“ Mit geübten Griffen tastete ich den Kopf der Statue nach verborgenen Schaltern oder einem Hinweis auf einen versteckten Mechanismus ab. Als ich die Krone abtastete, fiel mir etwas auf. „Ich hab‘s immer geahnt. Praios ist ein Hohlkopf.“ Schneller als ich reagieren konnte, war Chadim zu mir herüber geeilt und schlug mir mit der flachen Hand so hart ins Gesicht, dass es durch den Raum hallte. „Autsch! Meine Güte, das... war doch nur ein Scherz!“, brachte ich stotternd hervor. Der Geweihte sah mich mit versteinerter Miene an. „Hab schon bessere gehört“, entgegnete er kühl. Dann atmete er tief durch und fuhr in versöhnlicherem Ton fort: „Ich bin sicher kein Freund von Praios, aber zeig lieber ein bisschen Respekt, Junge. Worauf wolltest du eigentlich hinaus?“ Ich rieb mir währenddessen noch immer die glühende Wange. „Eigentlich meinte ich nur, dass da ein Loch im Kopf der Statue ist, direkt über der Krone.“ Einer Ahnung folgend betrachtete ich mir Praios‘ Hände. „Und da sind auch löcher in den Händen. Wenn man oben etwas einfüllt, dann fließt es direkt in die Schalen.“ Ich lächelte vor Stolz auf meine eigene Genialität und griff nach dem tönernen Wasserkrug.Mit einem lauten Knall schlug die schwarze Tür zu. Gleichzeitig ertönte ein leises Zischen und die Luft wurde von einem üblen Gestank erfüllt. „Giftiges Gas!“, rief Chadim, lief zur schwarzen Tür und rüttelte am Griff. Nichts tat sich. Ich schaute unter den Krug. Dort war ein Metallstift aus dem Boden gefahren. Ich drückte ihn zurück, doch das Gas strömte weiter durch unsichtbare Schlitze im Mauerwerk in den Raum und die Tür blieb verriegelt.Offenbar blieb uns nicht viel Zeit, das Rätsel zu lösen. Also hob ich den Krug an, der zu meiner Erleichterung tatsächlich mit Wasser gefüllt war, und füllte etwas davon durch das Loch in Praios‘ steinernen Schädel. Die Augen der Statue leuchteten golden auf, blickten mir bis tief in die Seele und für einen Moment konnte ich mich nicht mehr rühren. Dann verglomm das Leuchten und mit leisem Gluckern floss dass Wasser in Borons Schale. Es hatte einen ungesunden, dunkelroten Farbton angenommen und ich hatte wenig Zweifel an seiner mangelhaften Bekömmlichkeit.„Es ist eine Prüfung der Seele“, erklärte Chadim das Offensichtliche. Ohne ein Wort übergab ich dem Geweihten den Krug und beobachtete, wie auch er etwas Wasser in das Loch laufen ließ. Wieder leuchteten die Augen der Statue auf… Und wieder floss das Wasser in Borons Schale.Allmählich wurde mir schwindlig. Das Giftgas begann seine Wirkung zu zeigen. Chadim und ich sahen einander ratlos an. Dann blickten wir gemeinsam zu Mada herüber. „Wie bitte? Ich?“ Mada lachte. „Wenn selbst der Geweihte nicht besteht?“ Schließlich stöhnte sie resignierend, trat vor und nahm den Krug entgegen. „Bleibt uns ja wohl nichts anderes übrig.“ Gespannt verfolgten wir, wie sie das Wasser in den Kopf der Statue laufen ließ und reglos erstarrte, als die leuchtenden Augen in ihren Geist blickten. Dann gluckerte es leise und das Wasser floss abermals in Borons Schale.“Ich sank auf die Knie, hustete und röchelte, während mir ganz allmählich schwarz vor Augen wurde. „Vielleicht sollten wir es einfach trinken“, meinte Mada mit halb erstickter Stimme. Ich schüttelte energisch den Kopf. „Aus Borons Händen kann man nur Tod, Schlaf und Vergessen annehmen. Nichts davon rettet uns jetzt!“ Statt dessen nahm ich einen Schluck aus dem Krug, doch auch das half nicht. Es war nichts als Wasser.Ich weiß noch wie ich dachte, wie unfair dieser Test doch war. Vor Praios‘ strengem Blick konnte doch niemand bestehen! Und von dem gnadenlosen Boron war auch keine Rettung zu erhoffen. Dann fiel mein Blick auf die sanftmütige Marbo.„Wieso… ist sie hier?“, röchelte ich und deutete auf die Statue der am Boden kauernden halbgöttlichen Tochter des Todes. Chadims Augen folgten meinem Fingerzeig. „Marbo ist gnädig“, brachte er hustend hervor. „Vielleicht bittet sie um ein milderes Urteil.“ Das klang logisch, aber irgendetwas daran stimmte nicht. „Warum blickt sie dann zu ihrem Vater und nicht zu Praios? Wenn das Urteil schon gesprochen ist, was kann sie sich dann noch erhoffen?“Inzwischen konnte ich nur noch Schemen sehen, während jeder Atemzug in meinen Lungen brannte. Mir wurde fürchterlich schwindlig und ich hielt mich an etwas fest. Es war der ausgestreckte Finger Marbos. Sie zeigte noch immer auf die Göttin des Lebens. Da wurde es mir schlagartig klar. „Sie will..., dass sich Boron über Praios‘ Urteil hinwegsetzt!“Mit letzter Kraft zog ich mich auf die Beine und nahm mit zitternden Fingern Borons Schale. Torkelnd schwankte ich auf die jugendliche Göttin des Lebens zu und füllte das rote Gift in ihre Schale. Es zischte und brodelte, als sich die Farbe des Tranks änderte und ein helles blau annahm. Schon halb ohnmächtig beugte ich mich darüber und trank.Schlagartig war mein Kopf wieder klar und ich konnte frei atmen. Ich nahm die Schale, trug sie zu Mada, Chadim und Jonas und ließ auch sie trinken. Alle erholten sich augenblicklich.Es dauerte noch fünf Minuten bis sich die Verriegelung wieder öffnete und die schwarze Tür aufsprang. Zu diesem Zeitpunkt wären wir ohne das Gegengift aus den Händen der Göttin längst tot gewesen. Auch die Blenden vor den Schlüssellöchern der sieben Zellentüren waren verschwunden.„Gut mitgedacht“, lobte Chadim, während er sich bereits daran machte, das Schloss der ersten Tür mit einem Dietrich zu knacken. „Aber wenn du Praios nicht einen Hohlkopf genannt hättest, hättest du vielleicht auch ohne Marbos Gnade bestanden.“ Erschöpft lehnte ich mich gegen die Wand und ließ mich auf den Boden sinken. „Nein, sicher nicht. Ich bin ein Dieb. Auf Gerechtigkeit kann ich nicht hoffen.“Kapitel 7Die DornenprinzessinSchätze können verschiedenster Art sein. Gleiches gilt für Schatzkammern. Und man weiß im Voraus nie, was einen erwartet. Genau das macht diesen Beruf so spannend! Man kann noch so gut vorbereitet sein, am Ende steht man doch immer wieder vor dem Unbekannten.In diesem Fall nahm das Unbekannte die Gestalt von sieben Käfigen an, die sich in den uralten, überraschend geräumigen Kammern hinter den sieben Türen verborgen hatten.Die Käfige selbst bestanden aus schwarzen, massiven Gitterstangen und erweckten den beunruhigenden Eindruck, dereinst für monströse Riesenvögel konstruiert worden zu sein. Sie waren kreisrund, mit Kuppeldächern versehen und durchmaßen etwa drei Schritt in der Länge und vier Schritt in der Höhe.Na gut, die Käfige an sich waren soweit natürlich wenig überraschend. Schließlich waren diese Räume ehemals Gefängniszellen gewesen. Sechs der Kammern lagen in gespenstischer Dunkelheit und die schwarzen Käfige darin waren leer. In der siebten Kammer aber brannte das schwache Licht einer einzelnen Öllampe. Und was sich in dem Käfig dieser Kammer befand, war durchaus überraschend.Zunächst einmal: Dieser Käfig war vollständig von Dornenranken überwuchert, die zum Teil selbst den Boden bedeckten. Von der Decke des Käfigs hing eine Eisenkette herab, und an einem Hacken am Ende dieser Kette baumelte doch tatsächlich unser Schlüssel! Direkt dahinter hatte man einen hölzernen Rahmen aufgestellt, in den eine leicht windschiefe Tür eingelassen worden war.Auf normalem Wege hätte man durch diese Tür nirgendwo hin gelangen können. Sie stand einfach nur da im Käfig. Mit dem Schlüssel aber, soviel hatte ich inzwischen verstanden, konnte man durch sie an jeden bekannten Ort der Stadt gelangen, ja vielleicht sogar an jeden Ort Aventuriens! Nur eine Sache verwirrte mich ein wenig: Das war nicht die Haustür des Zimmermanns.Zudem hatte ich gehofft, dass auch der Zimmermann selbst hier unten gefangen gehalten würde. Und als wir den Raum betraten, hatte ich tatsächlich für einen Augenblick geglaubt, jemanden im hinteren Bereich des Käfigs stehen zu sehen. Doch es waren nur ein paar Ranken gewesen, die sich umeinander geschlungen und eine grob menschenähnliche Form angenommen hatten.Wie die anderen sechs Käfige war auch dieser mit einem alten, robust wirkenden Schloss versehen. Ich gestehe, es erfüllte mich mit nicht unbeträchtlichem Stolz, als der Geweihte seine Bemühungen, das Schloss zu knacken, schließlich aufgeben und mir widerwillig den Vortritt lassen musste. Noch stolzer war ich natürlich, als die rostige Gittertür nach gut drei Minuten endlich quietschend aufschwang.Etwas, das ich nur als eine Welle aus Kummer und Schmerz beschreiben kann, wehte uns plötzlich entgegen. Dann war da dieses Geräusch zu hören, dass mich zunächst an entfernte Trommelschläge erinnerte. Zeitgleich begann sich etwas im inneren des Käfigs zu regen. Erschrocken trat ich einen Schritt zurück, die Hand am Griff meines Dolches, und blickte gebannt ins Halbdunkel.Mit unbeholfenen, torkelnden Schritten trat eine Gestalt aus den Schatten. Uns allen stockte für einen Moment der Atem, denn ein Mensch war das nicht. Die Gestalt bestand ganz aus Dornenranken. Tatsächlich waren es die selben Ranken, die mich bereits beim Betreten des Raumes an einen Menschen erinnert hatten. Jetzt waren sie zu unnatürlichem Leben erwacht und stapften schwankend auf uns zu.Während sich das Wesen näherte, wuchs das Rankengeflecht in seinem Inneren, verästelte sich mehr und mehr und nahm dabei deutlichere Konturen an. Die Gestalt war nun eindeutig als Frau zu erkennen. Die nach oben ragenden Dornen auf ihrem Kopf erinnerten an eine Krone. „Die Dornenkönigin!“, hauchte Chadim überrascht.Sicher habt auch ihr schon von der urbanen Legende der Dornenkönigin gehört. Sie soll unter den Straßen der Stadt leben und sich vom versickernden Blute jener ernähren, die von Meuchlern heimtückisch abgestochen wurden. Es heißt auch, der Zorn der Ermordeten brenne noch immer in ihrem Blut und treibe die Königin zur Raserei. Dann mache sie sich auf, die Mörder zu jagen und zur Strecke zu bringen. Also ich konnte die Dornenkönigin aus er Legende immer gut leiden. Tja, wie sich herausstellte, mochte die Dornenkönigin mich leider überhaupt nicht.Mit dornenbewehrten Krallen hieb sie auf mich ein. Glücklicherweise stand ich noch immer außerhalb des Käfigs, den sie offensichtlich nicht verlassen konnte. Ihre Dornenkrallen verfehlten mich nur um Fingersbreite. Das trommelnde Geräusch war inzwischen deutlich angeschwollen, ein dröhnender Herzschlag, der aus ihrer Brust zu kommen schien. Schließlich schwankte sie zurück ins Zentrum des Käfigs, wo sie damit begann, in sturer Beharrlichkeit den Schlüssel zu umkreisen.„Einer muss da rein und sich den Schlüssel schnappen“, stellte Mada in sachlichem Ton fest. Dabei verschränkte sie demonstrativ ihre Arme, als wolle sie sagen: „Also ich mach das sicher nicht.“ Auch Chadim war offenbar dieser Meinung. Er nickte nur zustimmend und wandte sich dabei mir zu. „Aha, und ihr seid offenbar der Meinung, dass ich das machen soll“, stellte ich fest. „Warum macht sich unser Geweihter nicht mal nützlich? Also auf mich wirkt das Ding da im Käfig ziemlich dämonisch. Ist das nicht irgendwie deine Aufgabe oder so?“ Doch Chadim schüttelte nur bedächtig den Kopf. „Nicht wirklich mein Spezialgebiet. Ich meine, ich könnte deine Waffe weihen, falls du gegen sie kämpfen willst. Aber ich schätze, die Dornen sind ziemlich giftig.“ Na super, das wurde ja immer besser. „Aber ich will überhaupt nicht gegen dieses Ding kämpfen!“,rief ich empört. „Musst du ja auch nicht“, beschwichtigte mich der Geweihte und lächelte versöhnlich. „Du gehst einfach da rein und schnappst dir den Schlüssel. Also, ich würd‘s ja selbst machen, aber du bist jünger und agiler als ich. Außerdem bin ich verwundet.“ Wie um seine Aussage zu unterstreichen, griff er sich mit der rechten Hand an die linke Hüfte und verzog schmerzverzerrt das Gesicht. Irgendwann hab ich mal gehört, dass der Klügere stets nachgeben sollte. Ich muss ja so was von klug sein. „Also schön, ich bekomm das schon hin.“Ich bekam das nicht hin. Kaum war ich auch nur einen Schritt im inneren des Käfigs, schlug die Tür zu, und schlagartig hatte ich die volle Aufmerksamkeit der Königin. Ich versuchte, nach dem Schlüssel zu greifen, war aber zu sehr damit beschäftigt, ihren Schlägen auszuweichen und dabei nicht auf die Dornenranken am Boden zu treten. Mada und Chadim rüttelten am Gitter, doch auch dort hatten sich nun dicke Ranken gebildet und hielten das Tor fest verschlossen. Schlimmer noch: Mit jeder Sekunde schien die Königin sich schneller und geschickter zu bewegen, während das Netz aus Ranken auf dem Boden und am Käfiggitter immer dichter wurde. Ich sprang und tänzelte über todbringende Dornen hinweg, bis nur noch ein einziger Fleck blieb, an den ich mich flüchten konnte. Ich presste mich an die letzte Stelle der Gitterwand, die noch nicht überwuchert war, während die Dornenkönigin auf mich zu stolzierte. Ich blickte in ihre leeren Augenhöhlen, hörte den wilden Schlag ihres Herzens und sah, wie sie ihre Krallen für den letzten Streich hob. Dann erstarrte sie und blickte zur Tür des Kerkers, wo in diesem Moment jemand eingetreten war.Die Halle der Götterstatuen war deutlich heller erleuchtet als die Kerkerkammer. Daher konnten wir die Person, die dort in der Tür stand, zunächst nur als schwarze Silhouette erkennen. „Ciro?“ Diese Stimme hatte ich heute schon einmal gehört. „Sag mal, musst du dich eigentlich überall einmischen oder hast du‘s speziell auf mich abgesehen?“ Ja, da bestand kein Zweifel mehr. Das war Ayla. Die junge Diebin mit dem rabenschwarzen Haar kam auf uns zu und funkelte mich mit ihren großen, dunklen Augen wutentbrannt an.Manchmal sagt man ja: „Wenn Blicke töten könnten...“ Nun, in diesem Fall war das wohl tatsächlich eine Option. Ich war mir sicher: Die Dornenkönigin wartete nur auf einen einzigen Blick, einen winzigen Fingerzeig, um mir ihre giftigen Stacheln in den Leib zu stoßen. Auf irgendeine Weise hatte Ayla Macht über sie.Während sich die Diebin dem Käfig nährte, zogen sich die Ranken wie auf ein geheimes Zeichen zurück. Sie würdigte Mada und Chadim keines Blickes, während sie an ihnen vorbei schritt, die quietschende Gittertüre öffnete und zu mir in den Käfig trat. Zu diesem Zeitpunkt glaubte ich, dass sie all ihren Zorn auf mich richtete und deswegen alles andere um sich herum ignorierte. Inzwischen denke ich, dass sie wohl ihre ganze Konzentration brauchte, um die Krallen der Dornenkönigin von meinem Hals fern zu halten. Ayla baute sich vor der gekrönten Gestalt auf, und als sie ihr mit festem Blick in die leeren Augenhöhlen sah, spürte ich wieder eine Welle von Gefühlen. Diesmal war es eine Mischung aus Wehmut und Bedauern. „Du wirst ihn nicht töten, verstanden?“ Die Königin neigte leicht den Kopf und augenblicklich zogen sich all ihre Dornen ins Fleisch der Ranken zurück.Vorsichtig betraten nun auch Chadim und Mada den Käfig. Schließlich war es Chadim, der das Wort ergriff. „Die Dornenkönigin hört auf dich?“ Ayla wandte sich dem Geweihten zu und bedachte ihn mit einem erstaunten Blick, so als habe sie seine Anwesenheit gerade eben erst bemerkt. „Die Dornenkönigin ist nur ein Mythos. Das hier ist nur eine Wächterin.“ Behutsam, beinahe zärtlich, legte die Diebin ihre Hand auf die Wange der Königin. Das war das erste mal, dass ich Ayla aufrichtig, ohne eine Spur von Spot oder Hochmut, lächeln sah. „Sie war mal ein Mensch, wisst ihr? Aber dann hat sie einen Fehler gemacht. Sie hat sich in den falschen verliebt. Für ihren Liebsten hat sie alles geopfert, am Ende sogar ihren freien Willen.“ Ihre Gesichtszüge verhärteten sich, als sie weitersprach. „Für Koradin war sie nur ein Spielzeug und schließlich ein leichtgläubiges Opfer!“Ach ja, nur für den Fall, dass ihr das nicht wissen solltet: Koradin ist der wahre Name des obersten Finsterwolfs, den meisten besser bekannt als „Rudelführer“ oder „der Wolfsvater“. Oh, das wusstet ihr schon? Dann verzeiht die Unterbrechung. Wo war ich? Ach ja: Ayla erzählte uns gerade die wahre Geschichte der Dornenkönigin.„Es gab eine Zeit, da hat sich Koradin mit finsteren Mächten eingelassen. Er kannte diesen Dämonenmeister namens Zaresch, der aussah als würde er an mindestens zehn todbringenden Seuchen gleichzeitig leiden. Jedenfalls überzeugte Zaresch den Führer der Finsterwölfe davon, dass dieser einen unsterblichen Diener bräuchte, um seine wertvollsten Schätze zu bewahren. Dazu musste er nur einen Menschen opfern, der ihm vollkommen loyal ergeben war.“Für einen Augenblick stockte Ayla in ihrer Erzählung und ich sah, wie sie ihre Hände zu Fäusten ballte. „Weil Tamara ihm bedingungslos vertraute, ließ sie sich auf das Ritual ein. Und da sie ihm im Leben treu ergeben war, ist sie es jetzt auch im Untod. Der Mensch, der sie einst war, ist längst verschwunden. Sie ist nur noch eine leere Hülle, die allein auf Koradins Befehl hört.“An diesem Punkt mischte sich der Geweihte ein, der bislang aufmerksam schweigend zugehört hatte. „Aber das stimmt nicht. Sie hört auch auf deinen Befehl, nicht wahr?“ Ayla nickte. Dann stahl sich ein Schmunzeln auf ihre Lippen. „Wenn unser große Rudelführer das wüsste, wäre er sicher außer sich vor Zorn! Zu meinem Glück hat er keine Ahnung und ich kann mir seinen tollen Schlüssel ausborgen, wann immer ich mag.“„Und wieso hört sie auf dich?“, fragte ich, von Neugier getrieben, und merkte sofort, dass ich einen Wunden Punkt getroffen hatte. Ayla senkte den Blick und verschränkte die Arme vor der Brust. Es war Mada, die mich auf das Offensichtliche aufmerksam machen musste: „Na weil sie ihre Tochter ist, du Blödmann.“Ihr könnt euch vorstellen, dass ich mich schlagartig wie Dreck fühlte. Immer wenn wir uns begegnet waren, saß ich auf meinem hohen Moralross, prahlte mit meiner Karta und fragte sie, wieso sie sich nicht einfach von dieser Mörderbande lossagte. Dabei war sie die Tochter des Obermörders, der ihre Mutter auf die schlimmste Art missbraucht und zerstört hatte und immer noch gefangen hielt. Das Bild, das ich mir von Ayla gemacht hatte, änderte sich schlagartig für immer. Sie war keine naive Göre und weit mehr als nur eine talentierte Diebin. Ayla war die Dornenprinzessin.Ganz ehrlich: Ich sah mich nie als der strahlende Held, der die Jungfer in Nöten aus ihrem Elfenbeinturm befreien würde. Und tatsächlich war es ja Ayla gewesen, die mich gerade gerettet hatte. Trotzdem wollte ich in diesem Moment nichts mehr, als ihre Mutter zu erlösen und sie aus dieser Hölle heraus zu holen. Leider war mir diese Macht nicht gegeben. Zum Glück ahnte ich aber, wem sie gegeben war. Mit leiser, aber fester Stimme wandte ich mich an Chadim: „Jetzt tut mal was für euren Gott!“ Der Geweihte nickte und verstand sofort. Dann streckte er Ayla seine Hand entgegen. „Gib mir bitte deinen Dolch, mein Kind.“Ich hatte einen Protest oder zumindest ein Zögern erwartet, stellte aber fest, wie überzeugend die Worte eines Phexgeweihten sein konnten. Ayla sah Chadim an und überließ ihm ihren Dolch ohne jeden Widerstand. Der Geweihte strich über die schimmernde Klinge und flüsterte ein paar Worte, die ich nicht verstehen konnte, weil seine Stimme einen seltsam hallenden Klang angenommen hatte. Dann leuchtete das Metall kurz auf und schimmerte im Licht zahlloser Sterne. Mit dem verzauberten Dolch in der Hand stand Chadim da und zögerte. „Wenn ich es versuche, wird sie ihre Dornen ausfahren und mich stechen.“ Mit diesen Worten gab er Ayla ihren Dolch zurück. „Sie wird es zulassen, wenn du es tust.“Aylas Augen weiteten sich, als sie begriff, was von ihr verlangt wurde. Tränen stiegen in ihren Augen auf und sie biss sich auf die Unterlippe, um den Schmerz zu bekämpfen. Dann nickte sie stumm. Wir anderen traten einen Schritt zurück, gaben ihr Raum um zu tun, was sie tun musste, was nur sie tun konnte. Ayla richtete ihren Dolch auf die Brust der Dornenkönigin, die sie nur stillschweigend anstarrte. Dann wichen die Ranken beiseite und legten ein menschliches Herz frei, das noch immer schlug und dröhnte wie Trommelschläge. Dann flüsterte Ayla ein paar letzte Worte an ihre Mutter, die ich an dieser Stelle nicht wiederholen werde, und stach zu.Die Königin der Dornen zerfiel zu Staub. Dabei drang ein einzelnes Geräusch aus ihrem angedeuteten Mund. Es war vermutlich das einzige Geräusch, dass sie seit ihrem Tod von sich gegeben hatte: Ein erleichtertes Aufatmen. Im Nächsten Moment war nichts mehr von ihr übrig. Der Dolch klirrte, als Ayla ihn zu Boden fallen lies. Dann brach auch sie schluchzend zusammen.Kapitel 8Kammer der Verlorenen„Danke“, brachte Alya schließlich mit schwacher Stimme hervor. „Ihr könnt das Ding mitnehmen“, sagte sie, ohne dabei aufzuschauen. „Deswegen seid ihr doch hier.“ Ich blickte zu der Kette herüber, an deren Ende eben noch der Schlüssel gehangen hatte. Er war nicht mehr dort. „Sehr freundlich“, entgegnete Chadim und betrachtete dabei das silberne Kleinod in seiner Hand. „Ich war bereits so frei.“Aus seiner Tasche zog er eine Münze, die mit dem Siegel der Phexkirche geprägt war. Er schnippte sie in die Luft und ließ sie auf auf den Boden fallen, wo sie ein paar mal klingend aufsprang, ausrollte und schließlich zum Liegen kam. „Ich denke, der Rudelführer sollte wissen, dass die Phexkirche sich ihr Eigentum zurückgeholt hat.“ Dann blickte er auf Ayla herab. „Du aber solltest hier wohl besser keine Spuren hinterlassen, Kleine.“Mit diesen Worten steckte er den Schlüssel ins Schloss der alten Tür. Gerade als er ihn herumdrehen wollte, kam mir noch ein Gedanke. „Aber was ist denn jetzt mit dem Zimmermann?“ Der Geweihte sah mich verdutzt an. „Den brauchen wir nicht zu finden. Ohne den Schlüssel ist die gestohlene Tür für die Gilde nutzlos. Den Besitzer brauchen sie dann auch nicht mehr. Vermutlich werden sie ihn einfach laufen lassen.“ Ayla lachte bitter während sie aufstand und sich den Staub von der Kleidung wischte. „Da kennst du aber meinen Vater schlecht. Doch selbst wenn er wollte, könnte er den Zimmermann nicht gehen lassen. Er hat ihn an einen Ort bringen lassen, der nur mit dem Schlüssel zu erreichen ist.“Und damit komme ich endlich zur legendären Kammer der Verlorenen und dem eigentlichen Grund, warum ich euch diese Geschichte überhaupt erzähle. Ayla erklärte es uns so: Die Gilde hatte einen Ort erschaffen, dessen Lage weitgehend unbekannt war und den nur wenige Eingeweihte zu Gesicht bekommen hatten. Dann, nachdem sie die gestohlene Tür dorthin gebracht hatten, versiegelten sie den einzigen Zugang gründlich und dauerhaft. Es sollte ein nahezu unerreichbarer Ort werden, eine ideale Schatzkammer… oder auch die perfekte Gefängniszelle, denn eben dort habe man den Zimmermann einquartiert.Somit war nun endlich auch geklärt, wo die Tür des Zimmermanns abgeblieben war. Für mich stellte sich nur noch eine Frage. „Aber wem zum Gehörnten gehört denn jetzt diese hier?“ Ich deutete auf die alte, leicht morsche Holztür, in der noch immer der silberne Schlüssel steckte. „Oh, die gehört auch Elim“, erklärte Ayla beiläufig. „Als wir gestern Nacht die Haustür gestohlen haben, da haben wir auch gleich seine Kellertür mitgehen lassen.“ Sie zuckte mit den Schultern. „Wir brauchten schließlich zwei Türen: Eine hier beim Schlüssel und eine in der Kammer.“Elim, das war offenbar der Name des Zimmermanns. Der war mir bis dahin nicht bekannt gewesen, was ich mir natürlich nicht anmerken ließ. Ein guter Einbrecher kennt immer den Namen seines Gastgebers, das gebietet schon allein die Höflichkeit. Andererseits hatte ich den lieben Elim ja gar nicht bestehlen wollen, als ich Ayla in sein Haus gefolgt war. Insofern hatte ich mir da auch nichts vorzuwerfen. Aber ich schweife schon wieder ab.Nun, Chadim war grundsätzlich nicht allzu begeistert, als ich darauf bestand, den Schlüssel zu nutzen, um den Zimmermann zu befreien. Andererseits klangen die Worte „ideale Schatzkammer“ wohl noch in seinen Ohren nach. Ich konnte es ihm nicht verdenken. Meine Neugierde war ebenfalls geweckt. Also überließen wir Ayla noch einmal den Schlüssel, damit sie ihn nutzen konnte, um uns den Zugang zur Kammer aufzuschließen. Es klickte und die Tür öffnete sich einen Spalt.„Na was ist, kommst du mit?“, fragte ich Ayla, doch die winkte ab. „Ihr kommt schon klar. In der Kammer sollte höchstens eine Wache sein. Niemand hält sich gerne dort auf.“ Dann gab sie Chadim den Schlüssel zurück und wandte sich zum gehen. „Warum hält sich dort niemand gerne auf?“, rief ihr Mada hinterher, worauf sich Ayla noch einmal umdrehte. „Weil jeder dort unten ein Gefangener ist, wenn er nicht diesen da hat.“ Sie deutete auf den silbernen Schlüssel in Chadims Hand. Dann wandte sie sich ab und verließ die Zelle.Mein Herz klopfte vor Aufregung, als wir Elims knarrende Kellertür durchschritten. Ich erwartete eine Art Wunderhöhle voll unglaublicher Kostbarkeiten auf der anderen Seite vorzufinden. Dann erblickte ich sie: Die Kammer der Verlorenen! Es war… ein alter, muffiger Kellerraum. Die abgestandene Luft stank nach Schimmel und es herrschte ein beklagenswerter Mangel an Schätzen. Eigentlich herrschte Mangel an so ziemlich allem. Anders ausgedrückt: Abgesehen von der Tür, durch die wir gerade eingetreten waren, war der Raum vollkommen leer… und dunkel. Der Kater fasste treffend zusammen, was uns wohl allen in diesem Moment durch den Kopf ging: „Mau.“ Ja, es war schon etwas enttäuschend. Ich entzündete meine Laterne, bevor wir die Tür hinter uns schlossen und uns genauer umsahen.Also gut, streng genommen, war der Raum nicht vollkommen leer. Erstens gab es, wohlwollend formuliert, Atemluft. Zweitens gab es einen schmalen, niedrigen Gang, der an einen Bergbauschacht erinnerte und dessen Wände mit modrigen Holzbrettern verkleidet waren. Wir folgten dem Gang um ein paar Biegungen und gelangten an eine weitere Tür, die ähnlich vermodert und gleichermaßen enttäuschend wirkte. Langsam drückte ich die Klinke herunter, öffnete die Tür einen Spalt weit und wagte einen vorsichtigen Blick hinein. Na also, hier wurde es schon interessanter.Ich meine, es war immer noch ein trostloser Keller, aber dieser Raum hatte etwas, das der erste nicht hatte: Zwei gemauerte Nischen, die mit Gittertoren verschlossen waren. Zudem gab es hier einige Lampen an den Wänden, die genug Licht spendeten, dass ich meine eigene Laterne getrost löschen konnte. Ich sah mich um und seufzte leise. Gerade waren wir aus einem Kerker entkommen, nur um gleich darauf im nächsten zu landen. Die beiden Nischen waren auf die gleiche, schlichte Weise eingerichtet: Eine hölzerne Pritsche. Mehr gab es da nicht, mal abgesehen von den beiden Männern, die auf den Pritschen lagen und zu schlafen schienen.Den Mann in der linken Zelle kannte ich nicht. Er mochte um die 50 Götterläufe alt sein und erweckte den Anschein, als habe er schon sein ganzes Leben in Kerkerzellen zugebracht: Seine Kleidung bestand großteils aus Lumpen, seine Haut war bleich und mit Narben übersät, das Gesicht verformt und unrasiert, das spärliche Haupthaar ergraut. Lediglich die Stiefel wirkten robust und beinahe neu. Vielleicht hatte er sie irgendwann mal einem anderen Gefangenen abgenommen, der keine Verwendung mehr für sie hatte.Den Mann in der rechten Zelle kannte ich durchaus. Das war Elim, der spitzbärtige Zimmermann. Er war noch immer in das gleiche, schlichte Nachthemd gekleidet, das er bereits bei unsrer ersten Begegnung trug. Elim schnarchte.Das war‘s auch schon. Mehr gab es hier nicht. Da war weder ein Wächter, noch eine weitere Tür. Und da allein wir den Schlüssel zu dieser Kammer hatten, sollte uns eigentlich auch niemand hierher folgen können. Dennoch achteten wir darauf, uns möglichst leise zu bewegen, während wir uns Elims Zellentor nährten. Keiner von uns hatte übermäßige Lust, den anderen Gefangenen zu wecken. Hinter Gittern oder nicht: Der Kerl sah nach Ärger aus. Oh, natürlich maß ich mir kein endgültiges Urteil an. Schließlich mochte das ein gar freundlicher Geselle in rauer Schale sein, und ich war durchaus bereit, auch ihn zu befreien. Aber erst einmal wollte ich mit Elim sprechen. Vielleicht konnte er uns ja etwas über seinen Mitbewohner verraten.Es dauerte eine Weile das schwere, robuste Schloss zu knacken, aber schließlich musste es sich doch meinem Talent mit dem Dietrich geschlagen geben. Wir schlüpften in die Zelle und ich klopfte dem Zimmermann erst leicht, dann etwas fester auf die Schulter. Der Mann hatte einen robusten Schlaf. Ich wollte schon zu drastischeren, und möglicherweise lauteren, Mitteln greifen, als mich Mada zurück hielt. Aus einem Beutel holte sie eine Hand voll blauem Pulver, das sie Elim ins Gesicht blies. Zuckend öffneten sich seine Augenlider.Als er die junge Hellseherin vor sich sah, grinste er breit. „Hmm, ein schöner Traum!“ Mada schenkte ihm ihr bezaubernstes Lächeln. „Tut mir wirklich leid, mein Lieber, aber das ist leider die Wirklichkeit.“ Ächzend setzte sich der Zimmermann auf. Noch immer wie verzaubert strich er über ihre Wange. „Kein Grund sich zu Entschuldigen, wenn die Wirklichkeit so aussieht.“ Mada wandte sich mir zu und zog lächelnd eine Augenbraue hoch. „Hm, ein Charmeur. Also den mag ich!“Ich ging nicht weiter darauf ein, sondern trat an ihr vorbei, um selbst ein Wort mit dem charmanten Zimmermann zu wechseln. „Hallo, ich bin Ciro. Wir sind uns schon mal begegnet. Erinnert ihr euch?“ Seine Augen weiteten sich. „Ja… du bist in mein Haus eingebrochen. Ähm, eigentlich würde ich lieber wieder mit deiner Begleiterin sprechen.“ Ich ließ ihm die Unhöflichkeit ausnahmsweise durchgehen. „Später. Im Moment möchte ich gerne wissen, was ihr mir über euren Mitgefangenen sagen könnt.“ Verwirrung zeichnete sich auf den Gesichtszügen des Zimmermanns ab. „Welchen Mitgefangenen?“ Etwas ging mir durch den Kopf. Es waren die Worte, die Ayla zu uns gesagt hatte: „Weil jeder dort unten ein Gefangener ist.“ Selbst die Wächter, ergänzte ich im Geiste, doch da war es bereits zu spät.Knallend fiel das Gittertor zu und wurde im selben Moment abgeschlossen. Draußen vor unsrer Zelle stand der bleichgesichtige Kerl von nebenan. Sein Lumpengewand hatte er abgelegt. Darunter trug er eine fleckige Stoffhose, ein altes Leinenhemd und eine abgetragene Lederweste. Außerdem zielte er mit einer Armbrust auf uns. Ich schalt mich für meiner eigenen Dummheit. Warum nur waren wir alle in die Zelle gestiegen? Was für ein dämlicher Anfängerfehler.„Her mit dem Schlüssel!“, fuhr er uns an. Ich war überrascht. Kein oberflächliches Geplauder. Der Mann kam gleich zum Punkt. „Ich weiß, dass ihr den Schlüssel haben müsst, sonst wärt ihr nicht hier. Und wenn ihr ihn habt, dann kommt auch niemand von der Gilde um mich abzulösen! Aber ich werde hier ganz sicher nicht mit euch verrotten, also her damit!“ Mein Blick zuckte kurz zum Schloss, was unsrem Aufseher nicht entging. „Oh sicher könnt ihr versuchen, das Schloss noch einmal zu öffnen, aber glaubt mir: Ich bin schneller.“ Er klopfte gegen seine Armbrust, um sein Argument zu bekräftigen.Etwas in den Augen des Geweihten veränderte sich. Dann schien sich die ganze Welt zu verändern, als wäre plötzlich alles allein auf ihn ausgerichtet. Auf unbenennbare Weise wirkte Chadim geradezu übermenschlich. Ich wäre vollkommen gebannt gewesen, wenn ich das ganze nicht schon einmal erlebt hätte. Es war die gleiche göttliche Aura, die der Geweihte auch gegen die Bande der Finsterwölfe eingesetzt hatte. „Du wirst uns hier jetzt herauslassen!“, sagte er in einem ruhigen, bestimmten Ton an, der mehr war als ein Befehl. Es war eine Tatsache. Und für einen Moment wollte unser Wächter auch tatsächlich gehorchen. Doch dann schüttelte er den Bann regelrecht ab und schlagartig war die Welt wieder normal. „Nein! Euch gehen zu lassen wäre mein Tod. Ich käme hier nie wieder raus. Gebt den Schlüssel heraus, oder ich schieße!“Ein aussichtsloser Augenblick. Wir saßen in der Falle. Nun, ich schätze, Jonas hätte sich durch die Stäbe quetschen können, doch bezweifelte ich aufrichtig, dass er etwas gegen den großen Kerl hätte ausrichten können. Entweder starben wir also durch Bolzenbeschuss, oder wir würden in dieser Zelle verenden, während unser Aufseher durch die Tür des Zimmermanns… Die Tür des Zimmermanns!Ich hatte eine Idee, die ich nur als genial bezeichnen kann! Aber um sie umzusetzen, musste ich zunächst Chadim überzeugen. Ich legte eine Hand auf den Rücken des Geweihten. Mit der Spitze meines Zeigefingers zeichnete ich dort ein paar Linien und hoffte inständig, dass ein Diener des Fuchsgottes ihre Bedeutung verstehen würde. Er verstand.„Also schön“, sagte Chadim und holte den kleinen Silberschlüssel hervor. „Du hast gewonnen.“ Er streckte die Hand durch das Gitter und der Wächter riss ihm den Schlüssel aus den Fingern. „Hah!“, rief er triumphierend. Dann drehte er sich um und verschwand durch die Tür in den Kellergang, durch den wir herein gekommen waren.„Was sollte das?“, fauchte mich Chadim an. Ich hatte mit dem Finger die füchsischen Zinken für „tu es“ und „vertrau mir“ auf seinen Rücken gezeichnet. Für Erklärungen blieb allerdings keine Zeit. Ich wandte mich direkt an den Zimmermann, packte ihn an den Schultern und sah ihm fest in die Augen. „Du musst jetzt sofort etwas tun, das ziemlich verrückt erscheint, aber tu‘s einfach, verstanden?“ Er tat es.Nur wenige Sekunden später kam unser Aufseher wutschnaubend zurück in den Kerkerraum gestürmt. „Das ist nicht der Schlüssel! Gebt mir sofort den echten!“ Unbeeindruckt trat Chadim an das Gitter heran. „Ich schwöre bei Phex, das ist der echte Schlüssel.“ Der grobschlächtige Kerl hob erneut die Armbrust. „Ach ja? Und warum funktioniert er dann nicht?“ Der Geweihte ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. „Er wird funktionieren, wenn ich ihn benutze. Wir gehen hier gemeinsam raus, oder keiner von uns.“ Unser Aufseher zögerte. „Wenn ich ihn dir überlasse, lasst ihr mich hier zurück.“ Chadims Stimme nahm einen besänftigenden Klang an. „Und wenn ich dir mein Wort gebe? Mein Wort als Diener des Phex? Gibst du ihn mir dann?“Eine angespannte Stille breitete sich aus und dröhnte regelrecht in meinen Ohren. Dann endlich nickte der Wächter. „Gebt mir euer Wort!“ Und Chadim sprach: „Beim Fuchsgesichtigen und bei allen Zwölfen schwöre ich, dass wir dich hier herausholen und dir nichts zuleide tun werden, solange du uns nicht angreifst.“ Auf seiner Brust zeichnete er ein Dreieck, dass den Fuchsgott repräsentierte. Und endlich senkte der Finsterwolf seine Armbrust, schloss das Gittertor auf und übergab Chadim den Schlüssel der verborgenen Pfade.Natürlich funktionierte der Schlüssel, als der Geweihte ihn in die Tür steckte. Könnt ihr euch denken warum? Wie gesagt war das eine ziemlich geniale Idee von mir. Und der bleichgesichtige Finsterwolf weiß selbst in diesem Moment noch nicht, warum der Schlüssel in seiner Hand versagte. Aber euch will ich‘s verraten: Der Schlüssel versagte bei ihm, weil es seine eigene Tür war. Ich hatte den Zimmermann überredet, seine Haustür an seinen Aufseher zu verschenken. Eine reine Formalität, die uns allen den Arsch gerettet hat! Oh, bitte verzeiht meine Ausdrucksweise.Der Zauber des Schlüssels brachte uns in eine abgelegene Seitenstraße Perricums. Als wir durch die Tür schritten, ließ ich unauffällig ein Messer in den Türspalt fallen, so dass sie sich nicht ganz schloss, als Chadim sie hinter sich zuzog. Der finster dreinblickende Finsterwolf spielte offenbar kurz mit der Idee, ob er es wagen sollte, sich mit uns allen anzulegen und den Schlüssel zurück zu erbeuten. Aber wir alle schienen seinen Gedanken zeitgleich zu erraten und unser Blick jagte ihn in die Flucht.Und somit waren wir nur noch zu fünft: Eine Hellseherin, ein Kater, ein Geweihter, ein Dieb und ein Zimmermann. „Also… ich geh dann mal ja?“, stammelte Elim und trat leicht unsicher von einem Bein auf das andere. Mada lächelte verschmitzt und hauchte ihm einen Kuss auf die Wange. „Bis bald!“, säuselte sie keck und gab ihm einen leichten Stups. Das riss ihn aus der Benommenheit und er straffte die Schultern. „Und du halt dich in Zukunft von meinem Geschäft fern!“ Er deutete auf mich. „Und was ist wenn ich mal einen Zimmermann brauche?“, fragte ich beleidigt, während er schon davon schritt. „Dann such dir einen anderen!“, rief er, ohne sich noch einmal umzudrehen.Nun blieb nur noch eine Sache zu klären. Also wandte ich mich an den Geweihten. „Du hast den Attentäter beauftragt.“ Chadims lächeln erlosch. Zu seiner Verteidigung muss ich sagen, dass er keinen Augenblick zögerte, die Wahrheit zu gestehen. „Ja, das hab ich. Als mir klar wurde, dass die Gilde fremde Türen stiehlt, musste ich dafür sorgen, dass sie nichts damit anfangen kann. Und wenn der Besitzer stirbt...“ Diesmal war ich es, der ihm mit der flachen Hand einen Schlag ins Gesicht versetzte. Ein äußerst befriedigender Moment. „Dafür wirst du dich rechtfertigen müssen!“, fuhr ich ihn an. Er rieb sich die Wange und sah mich an. „Vor dir?“ Ich schüttelte den Kopf und öffnete die Tür hinter ihm. Er drehte sich um und erkannte verblüfft, dass noch immer die Kammer der Verlorenen hinter ihm lag. Blitzschnell riss ich ihm den Schlüssel aus der Hand und versetzte ihm einen harten Stoß, der ihn in den Keller zurücktaumeln ließ. Dann schloss ich die Tür, indem ich mein Messer mit einem schnellen Fußtritt zur Seite fegte.Und weg war er. Und ich hielt den Schlüssel in meiner Hand. „Damit könntest du der größte Dieb aller Zeiten werden“, raunte Mada in bedeutungsschwangerem Ton. Ich sah sie an und grinste. „Ich werde ganz bestimmt der größte Dieb aller Zeiten.“ Dann hielt ich den Schlüssel hoch. „Aber ganz sicher nicht so.“ Mada nickte erleichtert. „Und was wirst du dann damit machen?“ Ich kramte den Vertrag aus der Tasche, den ich mit dem Geweihten geschlossen hatte. „Da fällt mir schon was ein.“Epilog...da lebte ein DiebIch weiß schon, meine Zeit ist abgelaufen. Aber ich bin ja auch am Ende angelangt, nicht wahr? Der Wortlaut des Vertrags erlaubt mir heute hier vor euch zu stehen, im verborgenen Tempel, euer Hochwürden persönlich den Schlüssel zu übergeben und dabei eure Hand zu schütteln. Den Versuch, euch bei der Gelegenheit den Siegelring vom Finger zu stehlen, könnt ihr mir schwerlich verdenken. Also schön, ihr habt mich erwischt. Dieses Mal jedenfalls.Erwähnte ich bereits, wie kleinlich das ist, mich deswegen gleich der Stadtwache übergeben zu wollen? Nun gut, meine Freiheit habe ich mir nun hoffentlich zur Genüge verdient, denn das war unsre Vereinbarung nicht wahr? Ich versprach euch zu zeigen, wo ihr euren vermissten Geweihten finden könnt. Ich hoffe, ihr bedenkt, was er getan hat, wenn ich euch gleich die Tür zur Kammer der Verlorenen aufschließe. Als Gegenleistung, so habt ihr es zugesagt, schenkt ihr mir die Freiheit, sowie eine Stunde eurer Zeit.Also, ich weiß ja nicht, wie‘s euch geht, aber ich hab unsre Zeit sehr genossen!
Halb- Orks
Pathfinder: Taznarak by AimOfDestiny
Gewandungen LARP
Mastbreaker Ottajasko by Hyacinthley

Group Info

Die Zwölfe zum Gruße!

Das hier ist eine Gruppe für alle DSA-Spieler und Künstler. Bilder zum Güldenland und Myranor sind ebenfalls herzlich willkommen, immerhin gehören diese Ort auch zu DSA.

Auch wenn ihr keine Künstler seid, sondern nur DSA spielt, oder gespielt hab, dürft ihr gerne beitreten und euch umschauen.

Chattermine finden sich links im Kasten. Ich würde mich freuen, wenn ihr einmal reinschaut.

Die Zwölfe mit euch und gehabt euch wohl!

Nova


Das schwraze Auge (c) Ulisses Spiele
Group
Founded 11 Years ago
Mar 6, 2010

Location
Global

Group Focus
Art Collection

437 Members
544 Watchers
136,709 Pageviews
Hallo liebe Künstlerinnen und Künstler,

im Wiki Aventurica haben wir ein Projekt begonnen, bei dem es darum geht die Signaturen, also Bildunterschriften, aller im DSA-Umfeld tätigen oder ehemals tätigen Künstler zu sammeln, damit man einfacher herausfinden kann, von wem eigentlich ein bestimmtes Bild stammt, wenn man diesem irgendwo über den Weg läuft. Gelegentlich kommen ja auch entsprechende Themen in DSA-Foren auf, bei denen die Künstler bestimmter Bilder gesucht werden.

Damit die Arbeit etwas leichter fällt (Publikationen durchsuchen und scannen) und auch um anschaulichere Qualitäten bei den Signatur-Bildern zu gewährleisten, würden wir uns freuen, wenn jeder Künstler – egal ob "offizieller" Künstler oder Fankünstler – uns eine Bilddatei mit der jeweiligen Signatur zukommen lässt. Ihr könnt diese entweder selbst im Wiki hochladen (Spezial:Hochladen) und auf Signaturen/Automatische Liste einbinden oder mir zukommen lassen, damit ich das für euch übernehme. Wenn mir jemand ein Bild schickt, dann bitte die folgenden Informationen dazu angeben: Name und/oder Künstlername, Bild bzw. Link zum Bild, Genehmigung zum Hochladen im Wiki erteilen (die Datei wird unter vollständigem "Copyright/alle Rechte vorbehalten" stehen).

Wenn ihr Fragen oder Vorschläge habt, könnt ihr dies natürlich auch im Wiki anmerken (Diskussion:Signaturen) oder mir eine Nachricht zukommen lassen (PN oder E-Mail über das dsa4-Forum, Ulisses-Forum, auf deviantART Theaitetos oder im Wiki Aventurica).

Hesinde zum Gruße und euch allen eine nicht zu kalte Woche :D,

Theaitetos
More Journal Entries

Visitors

You're not here because you're not logged in
  • :iconliara85:
    Liara85
    Visited here 2 hours and 25 minutes ago
    Isn't a member
  • :iconreaverxxi:
    ReaverXXI
    Visited here 22 hours and 52 minutes ago
    Isn't a member
  • :iconnyariel:
    Nyariel - Members
    Visited here 1 day ago
    Did something awesome on January 3rd, 2021
  • :icondarthjader77:
    DarthJader77
    Visited here 2 days ago
    Isn't a member
  • :iconmalikada:
    Malikada
    Visited here 2 days ago
    Isn't a member

Newest Members

:iconnox-in-lumina::iconthatbiologystudent::iconluc4a55::iconjestermalcolm::iconploinmaker::iconerdbeerstern::iconadarion::icontyoka::iconbobbye66::iconchristinadeath69::iconincrediblecaptainash::iconpaladose::icononyxdeer::iconking-of-frogs::iconeomrm::iconkartoffelkamm::iconsteffenbrand::iconnyariel::iconolooriel::iconmetalarchangel::iconkaira-sama::iconhylean::iconsirgawain111::icongruselulm::iconwerfisch-plays::iconhamstapb::iconnordwiind::iconhardyard::iconcreativekittyde::iconfreygeist-pippo::iconjakobskatulla::iconsekiro::iconeadee::iconkillah-kat::iconphoton79::iconpalamydas::iconhillonia::iconschattenhand1992::iconnkelis00::iconlinestyleartwork::iconzompadrah::iconburningoleander::iconsen-draw::iconbascada::iconputridbloodsuc::iconicyskadi::iconaimofdestiny::iconpantocratormaster::iconkellygreeny::iconyossepha:

Comments


Add a Comment:
 
:iconkartoffelkamm:
Kartoffelkamm Featured By Owner Mar 2, 2020  Hobbyist Writer
Hallo. Ich hab mal ein Paar Fragen, und weiß nicht wo ich die sonst stellen könnte:

1. Warum ist das englische Wiki Aventurica so, naja, quasi nonexistent? Ich versuche DSA im englischsprachinge Raum etwas bekannter zu machen, was aber sehr schwer ist da ich die meisten Begriffe nicht recherchieren kann. Ich hab mich auf eine Fanfiction reduziert, in der der Hauptantagonist glaubt, Belzhorash hätte ihn auserwählt, die Erde auf seine Ankunft vorzubereiten, indem er dafür sorgt das Krankheiten sich ungehindert ausbreiten können.
Der Typ spinnt total, und Belzhorash wird nicht kommen um ihn zu seinem Champion zu machen, aber er hat einen Kult der das Gegenteil glaubt, und die reißen der örtlichen Polizei ordentlich den Allerwertesten auf. Bloß gut dass die Kultisten keine echte Magie haben. :)

2. Schützt der Basaltleib den Nutzer vor jegweden Schaden durch das Element Erz?
Anders gesagt: Wenn ein Charakter, den ich grade plane, diesen Zauber wirkt, können Schwerter und so ihm dann noch etwas anhaben? Weil Eisen ist ja auch ein Erz, oder?

3. Nochmal zu dem Charakter: Er ist als Druide geplant, der sich auf Humus- und Erz Zauber spezialisiert. Größtenteils aber Humus. Ich hab schon einige Zauber, die ich da definitiv haben will, z.B. Wand aus Dornen, Leib der Erde, Pfeil des Humus und Kraft des Humus, aber auch Elementarer Diener, Clarum Purum, Wasseratem, Exposami Lebenskraft, Eins Mit Der Natur, Herr Über Das Tierreich, und Ruhe Körper, Ruhe Geist.
Ich weiß, dass es alle Zauber im Ewigen Konzil der elementaren Gewalten im Raschtulswall zu lernen gibt, aber ich habe bisher keine Magier Charaktere gemacht.
Frage: Welche Vorteile sollte ich versuchen, da zu bekommen, damit ich den am effektivsten spielen kann?
Als Ziel hab ich mir überlegt dass er entweder der mächtigste Druide in ganz Aventurien werden will, oder dass er eine etwas stärkere Abneigung gegen Zivilisation hat, und diese abschaffen will, sodass die Menschen als Nomaden mit der Natur im Einklang leben.
Reply
:iconyossepha:
Yossepha Featured By Owner Sep 4, 2017
1985 -- My first RPG
Reply
:iconh0lzritter:
H0lzritter Featured By Owner Mar 19, 2016
Der Ignifaxius im Zauberbuch:
h0lzritter.deviantart.com/art/…
Wenn ihr wollt könnt ihr euch den auch gerne runterladen und ausdrucken; falls Interesse daran besteht kann ich weitere Zauber einscannen. Würde mich interessieren wie ihr dazu steht, motiviert mich weiterzumachen :)

Grüße, Adrian
Reply
:iconh0lzritter:
H0lzritter Featured By Owner Edited Mar 7, 2016
Hey Leute :)

Habe meinen Mage CHarakterbogen mit viel Mühe in ein  Buch übertragen und würde mich freuen *Feedback* von der Community zu bekommen, schaut vorbei:
h0lzritter.deviantart.com/art/…

Beste Grüße, Adrian
Reply
:iconqalinqori:
qalinqori Featured By Owner Edited Nov 28, 2015

Grüße!

Ich bin jetzt seit einem Jahr in dieser Gruppe und habe den Eindruck, dass sich einige schon länger kennen, während ich bei fast niemandem weiß, warum er denn eigentlich der Gruppe beigetreten ist. ;)

Ich weiß nicht, ob das von anderen auch gewünscht ist, aber wie wäre es mit einem kleinen Fragebogen (per Gruppen-Journal oder sonstwie), bei dem man sich kurz vorstellen kann, wenn man will. Die folgenden Fragen sind mir spontan eingefallen:



1) Wie lange bist du schon in dieser Gruppe?

Geschätzt oder nachgeschaut. ^^

2) Dein erster Kontakt zu DSA?

Wie du zu DSA gekommen bist.

3) Was machst du zur Zeit gerne im DSA-Universum?

Ich bin in einer Rollenspielgruppe, ich lese gerne die Roman-Serie, ich bin in einem DSA-Forum aktiv, ich schreibe für den Aventurischen Boten, etc. etc.

edit: 4) Deine Lieblingsbeschäftigung(en) auf deviantart?
Was machst du gerne bei DA (wenn du nicht gerade diesen Fragebogen beantwortest ;)) - die neuesten Kunstwerke durchstöbern, das Forum unsicher machen? ...

Reply
:icontak-lung:
tak-lung Featured By Owner May 19, 2015
danke dass ihr meine Geistigen hallen von Fasar in eurer Galerie haben wollt ^^
Reply
:iconravenbirdlady:
Ravenbirdlady Featured By Owner Apr 7, 2015  Hobbyist Photographer
Die Mutter Saturaria zum Gruße!

Ich spiele nun schon seit gefühlten Ewigkeiten DSA und bin eine begeisterte Hexenspielerin :la:
Dazu suche ich schon seit längerer Zeit ein Bild und hoffe, dass ihr mir hier weiterhelfen könnt. 
Ihre Herkunft ist etwas ungewöhnlich, denn sie ist eine Thorwalsche Eulenhexe aus Brabak :)

Möge die Ehrwürdige Mutter mit euch sein!
Reply
:iconlucrezianavarre:
LucreziaNavarre Featured By Owner Feb 22, 2015
Rahja zum Gruße!
Gibt es auch eine Kategorie für LARP-Gewandungen? Wenn nicht, wollen wir eine einführen?
Je mehr ich auf DSA-LARPS gehe, desto mehr bewundernswerte Gewandungen finden sich. Außerdem hätte eine Rahja-Geweihte in Form meiner Frau beizutragen :)
Reply
:iconcsupernova:
CSupernova Featured By Owner Feb 27, 2015
Sehr schöne Idee. Habe direkt mal eine Rubrik erstellt!
Reply
:iconlucrezianavarre:
LucreziaNavarre Featured By Owner Feb 27, 2015
Danke! :)

Erm, ich packs mal unter FEATURED, weil man unter "Contribute Art" nicht alle Unterkategorien auswählen kann (evtl. die Liste zu lang?). Da sind maximal die Hälfte. Wenns nicht passt, könnt ihr es dann verschieben? ^^
Reply
Add a Comment: