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Auf der See am Weltengrund

Daily Deviation
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By Buvium   |   
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Published:
Auf der See im Weltengrund

Fährmann, wie weit ist es noch? Dies Boot ist düster, weißt du doch …
Die Tage der Leichtigkeit, sie zogen vorbei, nun ist´s soweit …
War ´n es wirklich nur so wenig helle Stunden? Ach, deswegen alle diese Wunden.
Die Jugend kam bald, verging viel schneller -
daraufhin regte ich mein Haupt, über den Rand des Tellers.
Fährmann, die Nacht kam über mich, die Schönheit des Weges – ja sie wich.
Riefest du mich - die Stimme tief - ich hörte dich, als ich ruhlos schlief.
Vione, wie tat dies weh:
Ihr zarter Hauch war einst genommen, der Anblick war plötzlich durch „Tränenfälle“ blass und verschwommen.
Im Rausch der Schmerz sich selbst zufügte,
der lügt, der sagt, dass es einmal, zweimal schon genügte.
Ist das Wasser wirklich so kalt, diese Route eine Ewigkeit alt?
Wie viel Seelen gingen schon, was sagten sie, hörte sie auch diese innig‘ Melodie?
Wenn all die Sterne untergehen, bleibt dann selbst diese deine Fähre stehen?
Fährmann, sprich doch, antworte mir, mein Schicksal liegt doch in der Hand von dir!
Sag, wo fährt dies Boot nun hin, bringt es das Ende, oder mich zu einem Neubeginn?
Wird mein Herz wieder in Leidenschaft brennen, werde ich jemals wieder fliegen können?
Ist es ein Kerker hinter schweren Toren, bin ich dann etwa auf ewig im eisigen Elend eingefroren?
Nun:
Käme ich jedenfalls zurück: Würde ich ihr bestimmt die Wahrheit, zu sagen wagen, die Last meiner Brüder und Schwestern gemeinsam tragen,
nicht bitter fluchen, niemanden schlagen, ein verständiger Mensch zu sein, versuchen.
Ich flehe zu Gott: Vater gewähre es mir bitte,
einst unter jenen zu verweilen,
wo du in deren Mitte.
Ich kann's mir nicht verdienen, wirst du mir vergeben?
Und wenn ich keine Früchte bring, so erkläre mir bitte noch einmal mehr den Sinn im Leben!
Warum ich überhaupt hier auf Erden bin
und zeig mir doch von Anbeginn,
was bedeutet,
dass ich als Menschenkind geboren bin!
© 2019 - 2020 Buvium
Ein Blick zurück oder nach vorne. Der Fährmann und ein Ruf in die Himmel ... 
Comments12
anonymous's avatar
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LindArtz's avatar
LindArtzHobbyist Digital Artist

Very nicely done!!

Congratulations on your much deserved DD!  :)!

For My Personal Use DO NOT USE!!! by LindArtz


Buvium's avatar
BuviumHobbyist General Artist
Thank you very much! :)
delphifilm's avatar
delphifilmHobbyist Filmographer

Das ist überwältigend

Buvium's avatar
BuviumHobbyist General Artist
Danke! Es ist wahrscheinlich das Gewicht des Inhalts und seiner Bedeutung für jeden Menschen alleine, schon ein großes "Thema".
delphifilm's avatar
delphifilmHobbyist Filmographer

Über den Todes-Fährmann. Eine gereimte Ballade erzählt das Todes-Motiv - das Sterben und seinen Folgen. Eine Weisheit hierin: „Im Rausch der Schmerz sich selbst zufügte, der lügt, der sagt, dass es einmal, zweimal schon genügte“, was die Unvernunft von uns bestätigt. Wir verfallen denselben Schwächen mehrmals, so wie wir Schatten unserer Kindheiten sind. Wir handeln in Strukturen. Aber auch außerhalb dieser begehen wir Fehler mehrmals, das Inanspruchnehmen einer unglücklichen Ehefrau/Ehemann, Fremdgehen allgemein als Schmerz für sich selbst oder den Betrogenen und zu unser „Glück“, für wie lange auch immer… Dieses lyrische Ich ist gebunden an Gut und Böse des Menschen, nicht dessen was Gott für dieses Ich will.

Hoffnungen des Ich glimmern zum Ende hin auf. Tugenden, um Gott zu gefallen und dadurch ein gutes Nachleben zu reservieren, werden zu Bilanz gebracht. Es scheint, wie jemand aus der augustinischen Mittelalter-Zeit zu entstammen. Ein Epochen-Porträt durch das Prisma des Moments, dem, des Sterbens.

spiti84's avatar
spiti84Hobbyist Photographer
ganz toll geschrieben, an manchen tagen stelle ich mir auch diese fragen.
Buvium's avatar
BuviumHobbyist General Artist
Danke! Das sind wichtige Fragen, wenn es auch in dieser Situation schon recht spät ist erst damit zu beginnen sie zu stellen. Am besten man lebt so bewusst und dankbar, so vernünftig und intuitiv zugleich, wie man kann. So sehe ich das, was noch lange keine große Sache ist. Wie du vermutlich weißt bin ich am Unterhalten und Geschichten Erzählen interessiert, bei "Belehrungen" eher vorsichtig geworden, obwohl mich persönlich diese Themen tief berühren.
:)
spiti84's avatar
spiti84Hobbyist Photographer
bitte :)
ja da stimme ich dir absolut zu. 
so ist es, ich versuche auch immer mein bestes
so bewusst und dankbar wie möglich zu leben, und vor allem
auch möglichst umweltbewusst. was leider gar nicht so leicht ist. 
ja mich auch. 
Letitbelong's avatar
Schwierige Fragen, aber gut formuliert. Die Endlichkeit des Seins wird sie nicht beantworten können. Und das danach? Ob das Gegenwärtige dafür relevant ist? Und das danach für das Gegenwärtige? Wir suchen nach der Unendlichkeit des Seins über das Leben hinaus. Und vergessen dabei das Leben.
Buvium's avatar
BuviumHobbyist General Artist
Ich finde, dass du damit recht hast, aber es gibt auch Antworten und Lösungsansätze, bei denen man sich bestimmt nicht streiten sollte, was auf dieser Welt leider ständig geschieht. Es führt zum Gegenteil von dem, wozu der Mensch einen "Sinn" für Glauben und Wissen hat.
Hier jetzt eine richtige Erwiderung zu schreiben würde den Rahmen dieses Kästchens leider sprengen.
Dieses Gedicht zumindest ruht nicht völlig auf meinen Ansichten, sondern spielt mit der Unsicherheit, Hoffnungen und Angst, was einem einmal erwarten könnte.
Wenn man davon ausgeht, dass man mit dem Tod nicht für immer ausgelöscht ist, sondern das wahre Dasein erst in Vorbereitung ist, wird man sich damit irgendwann auf eine Art konfrontiert sehen - vielleicht nicht jeder gleich.
In diesem Gedicht spiele ich mit Wortbildern, die sich auf Glaubensfragen, die ich bereits kennengelernt habe, beziehen und bringe bestimmte Gefühle zum Ausdruck.  
Ich selbst bin gläubig, zwar nicht (mehr) "exklusiv individuell", sondern habe ich an der Einigkeit mit anderen Menschen Gefallen gefunden, auch mit klarem Blick auf das Hier und Jetzt. 
Vielen Dank für das Kommentar und den Stern. Ich tausche mich gerne mit Leuten aus, die sich fürs Leben, Liebe und Weisheit interessieren und einen Konsens, falls dies möglich ist, nicht ausweichen. :) 
LG
Buvium's avatar
BuviumHobbyist General Artist
Mein halbes Leben suche ich schon nach Gott und Vergebung für Verfehlungen, die wohl jeder Mensch, mehr oder weniger, hat. Jetzt nach vielen Umwegen und seelischen Schmerzen, bin ich froh darüber, dass ich nach einem Glauben suchte, da ich fündig wurde. das bedeutet nicht, dass ich jetzt immer glücklich bin - ganz im Gegenteil. Aber ich arbeite an mir und suche nach Lösungen, damit ich doch noch ein paar schöne Zeiten auch innerhalb der Vergänglichkeit erleben kann. Wenn ich Kunst schaffe, ist es meist lohnend. 
Die täglichen Strapazen der Läuterung werden ganz allmählich besser, da ich schlechte Gewohnheiten ablegen konnte und so mein moralisches Leben nun mal auf die Reihe bringe - aktuell bin ich noch immer dabei. Um biblischen Ansprüchen gerecht zu werden, wird es wohl eine Aufgabe für mein restliches Leben, meine inneren Unzulänglichkeiten aus zu glätten, ohne meine Individualität und Grundpersönlichkeit, zu verlieren - das wäre glaube ich naiv, kaum möglich und falsch.
Der "Fährmann", im Sinne des Gedichtes, soll mich auf jeden Fall nicht kalt erwischen, ich weiß was Existenzangst bedeutet und opfere lieber die Vergänglichkeit als die Ewigkeit, denn was vergeht ist schon vorbei. 
Das ist zumindest kurz und ohne etwas zu beschönigen meine Ideologie, der aber ein gütiger Gott die größte Hoffnung gibt. Wir leben nämlich in seiner Gnade, nur wer sie von sich weist, indem er Gottes Richtlinien, die eh jeder als höchste moralische Instanz erkennen sollte, bewusst nicht ins Leben integriert.
LG :)
Letitbelong's avatar
Ich beschäftige mich seit Jahrzehnten mit Seinsfragen und habe nach einer Antwort durch die Naturwissenschaften gesucht. Gefunden habe ich die Unendlichkeit in der Mathematik. Der Glaube an das Übernatürliche ist mir immanent, aber so nach und nach fand ich den Gebetsmühlen der Weltreligionen nur noch Monotonie. Momentan werde ich etwas ruhiger und denke über das Vergangene nach. Es gibt vieles, was ich hätte besser machen können. Ich versuche mit meinen gegenwärtigen Beziehungen so zu leben und etwas zu erleben, das dem entspricht, was auch Du beschrieben hast. Und ich nehme den Moment wichtig, da ich weiß, dass er ein Ende finden wird. Ob ich am Ende meines Lebens ähnlich denken werde, wie in Deinem Gedicht geschrieben, ich kann es nicht absolut verneinen. In meinen Träumen ist die Vergangenheit immer noch vorhanden. Ich habe mich viel mit Mythologie beschäftigt, dazu zählen die Erzählungen der alten Griechen. Daher ist mir der Fährmann nicht so ganz unbekannt. Hinzu kommt Goethes Faust 1 und 2. Momentan sind es Fantasieserien, von Charmed bis Vampire Diaries.
anonymous's avatar
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